Herbstdüngung zu Winterraps in der N-Kulisse 2021

Eigene Nmin-Analyseergebnisse müssen vorliegen

Die Düngeverordnung sieht in der N-Kulisse verschärfte Regeln vor. Unter anderem ist eine N-Düngung mit mineralischen oder organisch-mineralischen Düngemitteln wie Gülle zu Winterraps im Herbst nur erlaubt, wenn die Kriterien zur Herbstdüngung (Herbstrahmenschema 2021) erfüllt werden und nach der Ernte der vorgestellten Hauptfrucht ein Boden-Nmin-Wert (0 bis 60 cm Bodenhorizont) von kleiner 45 kg Nmin als Analyseergebnis vorliegt. Anders als im Rahmen der Frühjahrsbedarfsermittlung müssen für jeden Betrieb je Schlag- oder Bewirtschaftungseinheit eigene Analyseergebnisse in der N-Kulisse vorliegen.

Nach Düngeverordnung (DüV) 2020 wird die Herbst-Düngung mit Düngemitteln, die einen wesentlichen Gehalt an Stickstoff aufweisen, auf Flächen innerhalb der N-Kulisse weiter eingeschränkt (§ 13a DüV „Besondere Anforderungen zum Schutz der Gewässer vor Verunreinigung, Erlass von Rechtsverordnungen durch die Landesregierungen“). Abweichend von § 6 Absatz 9 Satz 1 Nummer 1 dürfen Düngemittel mit einem wesentlichen Gehalt an Stickstoff zu Winterraps, Wintergerste und Zwischenfrüchten ohne Futternutzung generell nicht aufgebracht werden. Der erste Halbsatz gilt im Fall von Winterrapsanbau in der N-Kulisse nicht, wenn durch eine repräsentative Bodenprobe auf dem jeweiligen Schlag oder der jeweiligen Bewirtschaftungseinheit nachgewiesen ist, dass die im Boden verfügbare Stickstoffmenge 45 kg N /ha nicht überschreitet. Bis zum Vorliegen dieses Nachweises darf nicht gedüngt werden!

Eine effiziente Düngung über flüssige Wirtschaftsdünger zur Deckung des Nährstoffbedarfes der Winterrapsbestände im Jahr der Aussaat findet in der Regel auf die Getreidestoppeln der Vorfrucht in Verbindung mit einer zeitnahen Einarbeitung vor der Aussaat des Winterrapses statt. Die Getreideernte erfolgt in Schleswig-Holstein in der Regel zwischen der zweiten Juliwoche und der ersten Augustwoche. Die Möglichkeit einer effizienten und bedarfsgerechten Düngung zu Winterraps wird somit auch maßgeblich von den zeitnah vorliegenden Nmin-Laborergebnissen abhängen.

Für eine schlag- beziehungsweise bewirtschaftungseinheitspezifische Nmin-Probenahme bis zum Vorliegen der Ergebnisse der Nmin-Laboranalyse ergibt sich somit ein vergleichsweise kleines Zeitfenster. Die Erhebung der Nmin-Proben kann daher im wachsenden Getreidebestand nach dem Zeitpunkt der maximalen N-Aufnahme (zur Körnerbildung ab BBCH 71) bis hin zur Aussaat des Winterrapses erfolgen. Aus pflanzenbaulichen Gesichtspunkten könnte eine spätere Nmin-Beprobung nach Ernte und Bodenbearbeitung sinnvoll sein. Allerdings ist eine spätere Nmin-Probennahme aufgrund des geringen Zeitfensters zwischen Getreideernte, Aussaat und Düngung des Winterrapses (Stichwort Sperrzeiten) im Hinblick auf Vorliegen der Ergebnisse nicht möglich. Die Probenahmetiefe beträgt 0 bis 60 cm. Wichtig zu beachten ist, dass ein repräsentatives Probenraster (siehe Richtwerte für die Düngung 2021) gewählt wird und die gezogenen Nmin Proben nach der Entnahme unverzüglich gekühlt (< 5 °C) beziehungsweise eingefroren werden und auf diese Weise zum Labor für die weitere Analyse gelangen. Andernfalls findet auch nach der Probenahme eine weitere N-Mineralisation in der Probe statt und es können keine repräsentativen Ergebnisse erzielt werden.

Fazit:  Eine N-Düngung von Winterraps auf Flächen innerhalb der N-Kulisse bis in eine Höhe von 60 kg Gesamt-N beziehungsweise maximal 30 kg NH4-N ist im Herbst nur erlaubt, wenn der Betrieb neben der Erfüllung der Kriterien zur Herbstdüngung (Herbstrahmenschema 2021) zusätzlich je Schlag- oder Bewirtschaftungseinheit ein Nmin-Analyseergebnis von < 45 kg Nmin aus einer Bodentiefe von 0 bis 60 cm nachweisen kann.

Henning Schuch, Landwirtschaftskammer

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