Düngebedarfsermittlung / Düngeplanung

Schnell zum Ziel mit EDV-Anwendungsprogrammen

Mithilfe verschiedener EDV-Anwendungen kann das Betriebsmanagement im Bereich Düngeplanung unterstützt werden. Die Landwirtschaftskammer bietet hierzu geeignete Programme an.

Voraussetzungen und Vorgaben

Vor dem Aufbringen von wesentlichen Nährstoffmengen an Stickstoff  (= 50 kg/ha N) oder Phosphat (= 30 kg/ha P2O5) mit Düngemitteln, Bodenhilfsstoffen, Kultursubstraten und Pflanzenhilfsmitteln muss der Betriebsinhaber den Düngebedarf der Kultur für jeden Schlag oder jede Bewirtschaftungseinheit ermitteln, außer auf Grünflächen, Dauergrünflächen und Flächen mit mehrschnittigem Feldfutterbau. Dies gilt auch für den Düngereinsatz im Herbst (§ 3 Abs. 2 DüV).

Ein bedarsgerechter und umweltschonender Einsatz organischer Dünger stellt dabei eine besondere Herausforderung dar. Weitere Informationen finden Sie hier.

Zunächst müssen dazu die im Boden verfügbaren Nährstoffmengen ermittelt werden (§ 4 Satz 1 DüV)

a) durch Untersuchung repäsentativer Proben oder

b) nach Empfehlung der nach Landesrecht zuständigen Stelle oder einer von dieser empfohlenen Beratungseinrichtung

> durch Übernahme der Ergebnisse der Untersuchungen vergleichbarer Standorte oder
> durch Anwendung von Berechnungs- und Schätzverfahren, die auf fachspezifischen Erkenntnissen beruhen.

Nutzen Sie die Ergebnisse des Nitratmessdienstes der Landwirtschaftskammer für Ihr Düngebedarfsermitttlung! Weitere Informationen finden Sie hier.

Vorgaben zur Stickstoff-Düngebedarfsermittlung:

Bei der Stickstoff-Düngebedarfsermitttlung für Ackerkulturen sind folgende Einflüsse auf den zu ermittelnden Bedarf  heranzuziehen (§ 4 Abs. 1 DüV):

  • N-Bedarfswert
  • Ertragsniveau im Durchschnitt der vergangenen drei Jahre
  • Nmin-Gehalt des Bodens (Richtwerte, Analysen)
  • Humusgehalt des Bodens (ab > 4 %)
  • N-Nachlieferung aus organischer Düngung des Vorjahres (10 % der ausgebrachten Gesamt-N-Menge)
  • Nachlieferung aus Vor- und Zwischenfrucht.

Besonderheiten der Stickstoffbedarfsermittlung für Ackerkulturen im Herbst.

Bei der Stickstoff-Düngebedarfsermitttlung für Grünland sind folgende Einflüsse auf den zu ermittelnden Bedarf  heranzuziehen (§ 4 Abs. 2 DüV):

  • N-Bedarfswert
  • Ertragsniveau im Durchschnitt der vergangenen drei Jahre
  • Rohproteingehalt im Durchschnitt der vergangenen drei Jahre
  • Humusgehalt des Bodens
  • Nachlieferung aus der Stickstoffbindung von Leguminosen
  • Nachlieferung aus organischer Düngung des Vorjahres (10 % der ausgebrachten Gesamt-N-Menge)
  • N-Düngemenge, die nach der letzten Nutzung im Vorjahr aufgebracht wurde.

Vorgaben zur Phosphat-Düngebedarfsermittlung:

Der Phosphat-Düngebedarf ist unter Heranziehung der folgenden Einflüsse zur ermitteln (§ 4 Abs. 3 DüV):

  • zu erwartender Ertrag, Qualität
  • Standortbedingungen
  • Anbaubedingungen
  • Phosphatgehalte des Bodens

Für organische Dünger gibt es eine Stickstoffobergrenze. Weitere Informationen finden Sie hier!

Zulässige N- und P-Salden (§ 9 Abs. 2 und 3 DüV)

  • N-Saldo: seit 2018 max. 50 kg N/ha (3-Jahresmittel)
  • P-Saldo: seit 2018 max. 10 kg P2O5/ha (6-Jahresmittel)
  • Bei Überschreitung der zulässigen Saldowerte: Anordnung zur Teilnahme an einer Düngeberatung. Im Folgejahr Vorlage der Düngebedarfsberechnungen und Nährstoffvergleiche.

ACHTUNG: In Schleswig-Holstein gelten aufgrund der Landesdüngeverordnung vom 5. Juli 2018 in bestimmten ausgewiesenen Gebieten (N- und P-Kulisse) verschärfte Bedingungen. Die Landwirtschaftskammer bietet zu zwei Gebieten eine Beratung an.

Ansprechpartner

  • Dr. Lars Biernat

    Grüner Kamp 15-17
    24768 Rendsburg

    Tel. +49 4331 9453-340
    Fax +49 4331 9453-349
    lbiernat@lksh.de

    Fachbereichsleitung Umwelt: Grundwasserschutzberatung und Bodenschutz, Umwelt- und Naturschutz, Knickpflege

  • Henning Schuch

    Grüner Kamp 15-17
    24768 Rendsburg

    Tel. +49 4331 9453-353
    Fax +49 4331 9453-349
    hschuch@lksh.de

    Düngeverordnung (DÜV), Mikronährstoffdüngung, Biogassubstrat, Düngungsversuche

  • Peter Lausen

    Grüner Kamp 15-17
    24768 Rendsburg

    Tel. +49 4331 9453-341
    Fax +49 4331 9453-349
    plausen@lksh.de

    Leitung Meldestelle Wirtschaftsdünger