Grünland aktuell

Hinweise zur aktuellen Planung der Herbst-Grünlandpflege

Grünland besitzt die Fähigkeit, sich nach Trockenheits- oder Staunässephasen schnell zu regenerieren. Dauern diese Phasen des abiotischen Stresses jedoch über einen längeren Zeitraum an, verlieren die futterbaulich wertvollen Gräser an Konkurrenzkraft. Dadurch kann es mittelfristig zu einer botanischen Bestandesumschichtung kommen hin zu trockenheitstoleranten oder an Staunässe angepasste Pflanzenarten. Dies sind in der Regel Beikräuter, die einen geringen Futterwert aufweisen und im Futterbau nicht wünschenswert sind. Somit gilt es besonders in diesem Jahr, die in Mitleidenschaft gezogenen Flächen genau zu begutachten, um daraufhin die für den Herbst anstehenden Pflegemaßnahmen passgenau zu planen. Dazu zählt in erster Linie, den Bedarf an Saatgut abzuschätzen, das für die Nachsaat benötigt wird. Dieses sollte im Idealfall mit einer Striegel-Walz-Kombination ausgebracht werden, um das Beikraut herauszureißen und einen Bodenschluss der Saat zu gewährleisten. Im Zeitraum der Aussaat und Keimung sollte eine ausreichende Wasserversorgung gewährleistet werden und die Licht-Konkurrenzkraft der Altnarbe gering sein (z.B. Narbe kurz halten durch Beweidung).

Je nach Schädigungsgrad der Grasnarbe wird eine Nachsaatmenge zwischen 10 und 30 kg/ha Deutsches Weidelgras empfohlen. Vor dem Hintergrund des Grundwasserschutzes ist die Beimischung von Weißklee (ca. 2 kg/ha Weißklee auf 18 kg/ha Deutsches Weidelgras) von Vorteil, denn dieser reduziert aufgrund seiner Eigenschaft als Luftstickstoff-bindende Pflanze den Bedarf an mineralischem Stickstoff und entlastet somit die Stickstoffstoffbilanz der Flächen. Weiterhin bietet der Klee aufgrund seines hohen Rohproteingehalts, seiner Schmackhaftigkeit und hohen Nutzungselastizität futterbauliche Vorteile, die genutzt werden sollten.

Generell sollte versucht werden, die botanische Artenzusammensetzung des Grünlands an den Standort und die Nutzungsintensität anzupassen, um eine langfristig nachhaltige und produktive Grünlandnarbe zu etablieren. Für die richtige Wahl der Gräser-Arten, -Sorten und -Mischungen dienen die entsprechenden Empfehlungen der norddeutschen Landwirtschaftskammern für das Grünland und den Ackerfutterbau.

Tammo Peters
Landwirtschaftskammer
Tel.: +49 4331-9453-347

E-Mail: tpeters@lksh.de

Die Grünlandsaison beginnt

Die Grünlandflächen sind vielerorts gut abgetrocknet und die ersten Güllegaben wurden bereits durchgeführt. Durch richtigen Einsatz kann fast der gesamte Nährstoffbedarf der Grasnarbe über die Gülle gedeckt und teurer Mineraldünger eingespart werden. Voraussetzung hierfür sind die Ausbringung bei der richtigen Witterung und die richtige Ausbringtechnik, um gasförmige Stickstoff-Verluste zu minimieren. Um dies zu erreichen, ist eine bodennahe Ausbringung von großer Bedeutung. Vor diesem Hintergrund ist die Breitverteilung im Grünland ab 2025 nicht mehr zulässig. Schon heute sollten Betriebe bodennahe Ausbringtechniken einsetzen um erste Erfahrungen zu sammeln und Mineraldünger einzusparen.

Tammo Peters
Landwirtschaftskammer
Tel.: 0 43 31-94 53-347
tpeters@lksh.de

Grünland jetzt fit machen für 2021

Beweidung spart Futterkosten und pflegt die Narbe

Milde Temperaturen und ausreichend Niederschlag führen in diesem Herbst zu einer langen Vegetationsperiode mit noch anhaltendem Graswuchs. Gerade in diesem Jahr sollte daher vor dem Wintereintritt darauf geachtet werden, dass die Grasnarbe nicht zu lang wird, da sonst die Gefahr der Schimmelbildung besteht. Ebenso kann eine hohe Biomasse im Winter das Vorkommen von Wühl- und Feldmäusen befördern. Grünland sollte daher so lang wie möglich in den Herbst hinein beweidet werden, zumal die noch stehenden Aufwüchse eine günstige und kostbare Futterressource darstellen. Durch die Beweidung besteht die Möglichkeit, Futter- und Fütterungskosten im Stall einzusparen und gleichzeitig eine Herbst-Pflegemaßnahme durchzuführen.

Besteht auf wassergesättigten Böden eine zu große Gefahr für Trittschäden, ist eine stundenweise Beweidung förderlich. Beim Mulchen als alternativer Pflegemaßnahme ist darauf zu achten, dass danach noch etwa 14 Tage Vegetationszeit zur Regeneration der Gräser bleiben, auch gilt, nicht tiefer als 6 bis 8 cm zu mulchen. Die Bedingungen für einen kurzen Grasbestand sind im Frühjahr generell besser als die für einen hohen Grasbestand. Grund ist die bessere Lichtwirkung am Triebgrund der Pflanze, die die Bestockung anregt und eine Grasnarbe mit hoher Triebdichte und hoher Produktivität befördert.

Tammo Peters, Landwirtschaftskammer