Grünland aktuell

Qualitätssilagen mit Hilfe der Reifeprüfung Grünland

Der erste Schnitt hat einen besonderen Stellenwert für die Silage-Produktion, da dieser bis zu 40 % der Trockenmasse-Jahresernte in intensiv genutztem Grünland ausmacht. Um ein optimales Ausgangsmaterial für eine qualitativ hochwertige Silage zu schaffen, sind die botanische Artenzusammensetzung und das Nährstoffmanagement im Grünland von großer Bedeutung. Von weiterer großer Wichtigkeit ist das Einhalten des optimalen Schnittzeitpunktes, um einen hohen Ertrag bei gleichzeitig hoher Qualität ernten zu können. Für Hochleistungssilagen sollte zur Sicherstellung von Energiegehalten ab 6,4 MJ NEL/kg Trockenmasse ein Rohfasergehalt von 23 % in der Silage nicht überschritten werden. Dieser Zeitpunkt ist erreicht, wenn ca. 50 % der reproduktiven Organe (Ähren/Rispen) des Bestandsbildners sichtbar sind. Die Reifeprüfungen der letzten Jahre haben gezeigt, dass der Rohfasergehalt je nach Witterung im Mai täglich um durchschnittlich 0,3 – 0,5 % pro kg Trockenmasse ansteigt. Daraus resultiert, dass für die Mahd und Bergung des Futters mit höchster Energiedichte im 1. Aufwuchs nur drei bis maximal fünf Erntetage zur Verfügung stehen. Um diesen Termin abzupassen, sollten Sie ihre eigenen Bestände regelmäßig begutachten und die Ergebnisse der Reifeprüfung im Grünland verfolgen, in der die Ertrags- und Qualitätsentwicklung typischer Dauergrünland- und Ackergras-Bestände in unterschiedlichen Klimaräumen Schleswig-Holsteins in wöchentlichen Abständen untersucht wird.

Hier finden Sie die aktuellen Zahlen und Prognosen der einzelnen Mitteilungen zum ersten Schnitt: 

Die Grünlandsaison beginnt

Die Grünlandflächen sind vielerorts gut abgetrocknet und die ersten Güllegaben wurden bereits durchgeführt. Durch richtigen Einsatz kann fast der gesamte Nährstoffbedarf der Grasnarbe über die Gülle gedeckt und teurer Mineraldünger eingespart werden. Voraussetzung hierfür sind die Ausbringung bei der richtigen Witterung und die richtige Ausbringtechnik, um gasförmige Stickstoff-Verluste zu minimieren. Um dies zu erreichen, ist eine bodennahe Ausbringung von großer Bedeutung. Vor diesem Hintergrund ist die Breitverteilung im Grünland ab 2025 nicht mehr zulässig. Schon heute sollten Betriebe bodennahe Ausbringtechniken einsetzen um erste Erfahrungen zu sammeln und Mineraldünger einzusparen.

Tammo Peters
Landwirtschaftskammer
Tel.: 0 43 31-94 53-347
tpeters@lksh.de

Grünland jetzt fit machen für 2021

Beweidung spart Futterkosten und pflegt die Narbe

Milde Temperaturen und ausreichend Niederschlag führen in diesem Herbst zu einer langen Vegetationsperiode mit noch anhaltendem Graswuchs. Gerade in diesem Jahr sollte daher vor dem Wintereintritt darauf geachtet werden, dass die Grasnarbe nicht zu lang wird, da sonst die Gefahr der Schimmelbildung besteht. Ebenso kann eine hohe Biomasse im Winter das Vorkommen von Wühl- und Feldmäusen befördern. Grünland sollte daher so lang wie möglich in den Herbst hinein beweidet werden, zumal die noch stehenden Aufwüchse eine günstige und kostbare Futterressource darstellen. Durch die Beweidung besteht die Möglichkeit, Futter- und Fütterungskosten im Stall einzusparen und gleichzeitig eine Herbst-Pflegemaßnahme durchzuführen.

Besteht auf wassergesättigten Böden eine zu große Gefahr für Trittschäden, ist eine stundenweise Beweidung förderlich. Beim Mulchen als alternativer Pflegemaßnahme ist darauf zu achten, dass danach noch etwa 14 Tage Vegetationszeit zur Regeneration der Gräser bleiben, auch gilt, nicht tiefer als 6 bis 8 cm zu mulchen. Die Bedingungen für einen kurzen Grasbestand sind im Frühjahr generell besser als die für einen hohen Grasbestand. Grund ist die bessere Lichtwirkung am Triebgrund der Pflanze, die die Bestockung anregt und eine Grasnarbe mit hoher Triebdichte und hoher Produktivität befördert.

Tammo Peters, Landwirtschaftskammer