Aus- und Weiterbildung in der Forstwirtschaft

Lehranstalt für Forstwirtschaft (LAF)

In Bad Segeberg ist die Lehranstalt für Forstwirtschaft (LAF) als Aus- und Weiterbildungsstätte für die Forstwirtschaft ansässig. Zugleich ist sie Landesberufsschule und überbetriebliche Ausbildungsstätte für die Auszubildenden zum Forstwirt und zur Forstwirtin aus den Ländern Schleswig-Holstein und Hamburg.

Fachkompetente Beratung und Qualifikation der in der Forstwirtschaft tätigen Menschen stehen hier im Vordergrund. Unser vielfältiges Bildungsprogramm, aktuelle Fachinformationen, praxisorientierte Lösungen sowie der lebendige Erfahrungsaustausch richtet sich sowohl an Auszubildende, Forstbedienstete, Waldbesitzer als auch an interessierte Laien.

Die konkreten Bildungsangebote finden Sie in unserem aktuellen Weiterbildungskalender.


Die Lehranstalt für Forstwirtschaft pflegt seit 2002 Partnerschaften zu forstlichen Bildungszentren in Schweden. Das jüngste, 2022 abgeschlossene Austauschprojekt der angehenden Forstwirte und Forstwirtinnen wird in einem Abschlussbericht beschrieben.


 

Schwedische Forstlehrer in Bad Segeberg: Unterricht am Forstmaschinensimulator

Die Forstschule Svenljunga in Schweden ist nicht nur langjährige Partnerschule der Lehranstalt für Forstwirtschaft in Bad Segeberg, sondern auch eines der führenden Zentren in der Nutzung von Großmaschinensimulatoren für forstliche Ausbildungszwecke. Diese besondere Kompetenz nutzten die beiden Bildungseinrichtungen im November 2022 mit einem Intensivkurs für Auszubildende im Beruf Forstwirtin und Forstwirt aus Schleswig-Holstein und Hamburg.

Zwei Lehrkräfte aus Svenljunga waren zu diesem Zweck für einige Tage in Bad Segeberg. Dieser Aufenthalt war ein weiterer Schritt im kontinuierlichen Austausch der beiden forstlichen Bildungszentren und wurde im Rahmen des EU-Förderprogramms „Erasmus +“ finanziell unterstützt.

Praktischer und digitaler Unterricht

Die beteiligten Kollegen aus Schweden und Deutschland nutzten die Zeit für einen intensiven Austausch über ihre jeweiligen Bildungsinhalte und -methoden bei der forstlichen Erstausbildung. Dabei wurden viele Gemeinsamkeiten aber auch einige Unterschiede deutlich. Einigkeit herrschte vor allem darüber, dass man Maschinenfahren oder Bäume fällen nicht am Computer lernen kann. Praktische Arbeit muss praktisch vermittelt werden – diese einfache Tatsache bildet die Grundlage der Forstwirtausbildung. Die immer umfangreicher werdenden Möglichkeiten der Digitalisierung und neuer Lehrmethoden können dabei aber zusätzlich unterstützend eingesetzt werden. Ein Beispiel dafür ist die Nutzung von didaktisch aufgebauten Übungen am Forwardersimulator. Während Svenljunga bereits über eine lange und umfangreiche Erfahrung zu den Möglichkeiten und Grenzen der Simulatorausbildung verfügt, ist diese Technik an der Lehranstalt in Bad Segeberg (LAF) noch sehr neu.

Daher wurde der Austausch mit den schwedischen Kollegen auch dafür genutzt, gemeinsam eine vorher vorbereitete Einstiegsübung mit den Auszubildenden des dritten Forstwirt-Ausbildungsjahres an der Landesberufsschule in Bad Segeberg durchzuführen. In vier Kleingruppen wurden die beiden Maschinensimulatoren für den Erwerb erster Fertigkeiten vor allem in der Kransteuerung genutzt, während der jeweilige Rest der Klasse zur praktischen Holzernteausbildung mit schwedischer und deutscher Begleitung im Wald war. Die Arbeitssprache im Simulatorlehrgang war Englisch, was die Auszubildenden zunächst überraschte, aber schnell als zusätzliche interessante Sprachübung genutzt und geschätzt wurde. Hans-Ulric Göransson, Maschinenlehrer aus Svenljunga, freute sich über das Interesse und konzentrierte Engagement der deutschen Berufsschüler bei dieser „besonderen“ Unterrichtseinheit. Alle machten dabei mehr oder weniger gute Fortschritte. Außerdem bot dieser Unterricht den Auszubildenden die Möglichkeit, sich näher mit dem Thema „Maschinenarbeit“ auseinanderzusetzen und die eigenen englischen Verständigungsmöglichkeiten besser einzuschätzen. Beides half dabei, sich zu entscheiden, ob man sich für den mehrwöchigen Schulaustausch mit Schweden 2023 bewerben möchte.

Wiedersehen im Frühling

Für fünf Auszubildende soll es dann im Frühjahr 2023 wieder sieben Wochen zur Ausbildung nach Schweden gehen. Und im März 2023 werden auch die schwedischen Kollegen voraussichtlich wieder an die LAF zurückkehren, dann mit einigen Schülern der eigenen Schule, die ihrerseits einige Wochen in Deutschland verbringen werden. Bis dahin haben die deutschen Auszubildenden spezielle Übungsaufgaben am Forwardersimulator erhalten, um den Einstieg aus diesem November fortsetzen zu können. Am Abschiedstag waren sich alle – Schüler wie Lehrer – einig, dass der Aufenthalt nicht nur spannend und interessant, sondern auch produktiv im Sinne des Austauschens neuer Lehrmethoden war. Es zeigte sich wieder einmal, wie wertvoll das Lernen und Lehren über nationale Grenzen hinaus sein kann, und dass viele kleine Schritte einen bemerkenswerten Weg ergeben können.

Dr. Borris Welcker, Landwirtschaftskammer SH

 

 

 

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