Markt aktuell

Europaweit leicht rückläufiger Schweinebestand

Spaniens Bestände wachsen

Analysten erwarten aufgrund der schlechten Erzeugerpreise und gleichzeitig hohen Futterkosten einen Abbau der Schweinebestände in Europa. In Spanien wurden die Herden hingegen aufgestockt.
Die Schweinehalter in der Europäischen Union haben aufgrund der zuletzt deutlich gesunkenen Erzeugerpreise bei gleichzeitig hohen Futterkosten starke Einkommenseinbußen hinnehmen müssen. Analysten erwarten, dass dies über den Abbau von Tierbeständen zu einem Produktionsrückgang in vielen Mitgliedstaaten führen wird. Davon war in diesem Frühjahr - mit vergleichsweise noch guten Preisen - allerdings noch nicht viel zu spüren.
Wie aus Daten des Statistischen Amtes der Europäischen Union (Eurostat) hervorgeht, wurden in den zwölf Mitgliedstaaten 0,6 % weniger Schweine gezählt als bei der vergleichbaren Vorjahreserhebung. Die Erzeuger schränkten im Vergleich zur Vorjahreserhebung die Sauenhaltung um 1,3 % ein.
Marktbeobachter gehen davon aus, dass die Folgen der Preis- und Absatzkrise am EU-Schweinemarkt erst bei der nächsten Viehbestandserhebung im Dezember mit abnehmenden Tierzahlen deutlicher zu Tage treten wird. Sollten sich der Export von Schweinefleisch nach China und die coronabedingt immer noch schwache Nachfrage am EU-Binnenmarkt auf absehbare Zeit nicht bessern, dürfte sich der Bestandsabbau auch 2022 weiter fortsetzen.

Unterschiedliche Entwicklungen
Hinter dem allgemeinen Trend eines abnehmenden Schweinebestandes in der EU verbergen sich in den einzelnen Mitgliedstaaten durchaus sehr unterschiedliche Entwicklungen. So haben die spanischen Schweinehalter ihre Herden weiter aufgestockt. Die Probleme mit dem fehlenden Export von Schweinefleisch nach China und dem daraus resultierenden Preiseinbruch waren im Mai 2021 für die Erzeuger noch nicht so deutlich zu erkennen. Der Gesamtbestand in Spanien legte gegenüber dem Frühjahr 2020 um 3,3 % auf die neue Rekordmarke von 32,41 Millionen Tiere zu. Deutlich gestiegen ist vor allem die spanische Sauenherde.

Rückgang der Schweine in Deutschland
Binnen Jahresfrist haben die deutschen Schweinhalter ihre Tierzahl um fast 780.000 Schweine oder 3,1 % zurückgefahren; in den vergangenen vier Jahren gab es einen Rückgang um 2,5 Millionen Tiere oder gut 9 %. Der Bestand an Sauen ist hierzulande gegenüber dem Frühjahr 2020 um 7,8 % gesunken.
Durch die erneute Zuspitzung der Krise im Schweineabsatz, geben auch aktuell immer Betriebe die Schweinehaltung auf. 

Noch 200 Ferkelerzeuger in Schleswig-Holstein
Nach den Zahlen der Mai-Viehzählung des Statistikamtes Nord ist in Schleswig-Holstein die Zahl der schweinehaltenden Betriebe im letzten Jahr um 7,4% auf 700 zurückgegangen.
Am Stichtag wurden 1.270.000 Schweine in Schleswig-Holstein gehalten. Dies ist ein Rückgang von 8,8%.
Nur noch 200 Betriebe produzieren Ferkel. Dies sind 11,7 % weniger. Die Anzahl der Zuchtsauen hat sich um 4,9% auf 78.300 verringert.