Markt aktuell

Weizenpreise: Extremwetter, Ernteausfälle und große Versorgungsängste

Hitze in Nordamerika, Sintflut in China, Probleme in Russland

Aus fast allen großen Weizenländern werden witterungsbedingte Produktionsausfälle gemeldet – zuletzt aus China und Russland. Das heißt auch: Das Potenzial für einen erneuten kräftigen Preisanstieg ist groß.
Nach einem 6 Tage dauernden Anstieg – sind die Weizenpreise am Donnerstag gefallen. Schaut man auf die Ernte- und Wettermeldungen, dürfte diese Korrektur jedoch von kurzer Dauer sein. Aus fast allen großen Weizenländer werden witterungsbedingte Produktionsausfälle gemeldet – zuletzt aus China und Russland. In den USA hatten etwas bessere Wettermeldungen am Donnerstag zu einer kräftigen Preiskorrektur geführt. Zuvor waren die Weizenpreise in Chicago in nur einer Woche um 13 Prozent gestiegen.
Die Hitzewelle in Nordamerika, sowie Starkregen und Überflutungen in Westeuropa und China, sorgten bis zu Mitte der Woche zunächst für einen sehr kräftigen Preisanstieg beim Weizen. Die Regenfälle betrafen in der vorigen Woche die östliche Hälfte Frankreichs und weite Teile Deutschlands. Für die nächsten Tage sind neue schwere Regenfälle angekündigt. Das verzögert nicht nur die die laufende Ernte sondern verursacht auch große Schäden an den Beständen und drückt zudem die Qualität. In Deutschland und Frankreich soll es Ende der Woche erneut regnen.
Bei der französischen Weizenernte rechnet man mit einem einem Zuwachs von fast 8 In Millionen Tonnen gegenüber der katastrophalen Ernte aus dem Jahr 2020 und 4 Millionen Tonnen mehr als im Fünfjahresdurchschnitt. Der Deutsche Raiffeisenverband (DRV) hat seine Schätzung der Weizenernte Mitte Juli auf 22,8 Millionen Tonnen gesenkt. Im Vorjahr wurden 22,1 Millionen Tonnen Weizen geerntet.
Völlig anders ist das Wetter im Norden der USA und in Kanada. Extreme Trockenheit und ein erneuter Anstieg der Temperaturen auf regional über 40 °Celsius setzt den Getreidebeständen massiv zu. Auch in den kanadischen Prärieprovinzen sind die Wachstumsbedingungen ebenfalls sehr besorgniserregend. Die wichtigsten Weizenanbaugebiete China werden derzeit nach sintflutartigen Regenfällen von Rekordüberschwemmungen heimgesucht. Das könnte die globale Getreidenachfrage erheblich beeinflussen. Besonders von den Überflutungen betroffen ist die Provinz Henan, die größte Weizenanbauregion des Landes, die für 30 % der Produktion verantwortlich ist. Diese Provinz Chinas ist auch der zweitgrößte Schweineproduzent.
Aus Russland, berichtet das französische Analystenhaus Agritel hingegen von enttäuschen die Erträgen in den zentralen Regionen des Landes, vor allem in dem im Frühjahr von starken Frostschäden geprägten Gebiet. „Diese schlechter als erwartete Situation beim russischen Winterweizen, verbunden mit starker Hitze bei Sommerweizen, dürfte russische und internationale Analysten noch dazu bringen, ihre Prognose für die russische Weizenernte weiter zu senken“, erwartet Agritel.

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