Markt aktuell

Höhere Preise: Lagerbestände an Schweinefleisch stark gesunken

Einlagern weniger interessant

Seit dem Sommer sind die eingelagerten Mengen an Schweinefleisch in Deutschland deutlich rückläufig. Grund sind auch die stark gestiegenen Energiekosten. In den vergangenen Monaten haben sich die Lagerbestände an Schweinefleisch in den Gefrier- und Kühlhäusern in Deutschland stark reduziert. Bereits seit Juli werden die Vorjahreswerte bei den Lagermengen unterschritten.
Zuletzt fielen die eingelagerten Mengen sogar unter die des Jahres 2020. Aufgrund der höheren Preise für Schweinefleisch wurde ein Einlagern weniger interessant und die Auslagerung lukrativer. Außerdem führen stark gestiegene Energiekosten zu einer Verteuerung der Lagerung in Gefrier- und Kühlhäusern. Die Intensität der Belegung der Lagerkapazitäten mit Schweinefleisch gibt Hinweise auf den Handel mit Schweinefleisch an. Dabei wirkt sich neben den preislichen Veränderungen das eher knappe Angebot aus.
Im Durchschnitt von Januar bis Oktober 2022 befanden sich 6 % weniger Schweinefleisch als im gleichen Zeitraum des Vorjahres in den Kühlhäusern. Dennoch ist Schweinefleisch als die Warengruppe zu nennen, die nach allgemeiner Tiefkühlkost mit einem Anteil von 14 % am zweithäufigsten eingelagert wird. 
Nachdem die Zahl der europaweit gehaltenen Schweine in den vergangenen Jahren zumeist nur leicht schwankte, kam es 2022 zu einem deutlichen Rückgang. Die Zählungen im Mai / Juni ergaben noch gut 124 Mio. Schweine, was einem Minus von 4,5 % entspricht.

Schweinehaltung in Europa sinkt deutlich
In fast allen Ländern wurden weniger Tiere gezählt, unter den großen Halternationen stemmt sich allenfalls Spanien noch gegen diesen Trend. Doch auch im Mittelmeerstaat hat das Wachstum der vergangenen Jahre vorerst ein Ende gefunden, die Zahl der gehaltenen Schweine stagniert. Die Gründe für diese Entwicklung sind vielfältig. So war die wirtschaftliche Lage in den vergangenen Jahren in den meisten Ländern angespannt, die Geldreserven häufig aufgebraucht. 2022 kamen nun deutlich steigende Kosten für Energie und Futtermittel hinzu. Gleichzeitig sind die weiteren Aussichten unklar, insbesondere in Südeuropa sorgt die große Abhängigkeit von Futtermittelimporten, nicht zuletzt aus Russland und der Ukraine, für Verunsicherung.
Neben den Schweinen insgesamt nahm auch die Zahl der gehaltenen Sauen europaweit um durchschnittlich 4,5 % ab. Selbst in Dänemark, einem der größten Ferkellieferanten der EU, wurden rund 6,6 % weniger Sauen gezählt. Diese Entwicklung deutet bereits darauf hin, dass auch im kommenden Jahr mit einem Minus bei den gehaltenen Tieren sowie der Produktion von Schweinefleisch zu rechnen ist. Deutliche Rückgänge werden auch für Deutschland und Dänemark erwartet, in Spanien werden wohl nur geringfügig weniger Tiere gehalten als im laufenden Jahr.  AMI