Schaderregerüberwachung im Winterraps: Gelbschalen nach der Aussaat aufstellen

Die Gelbschalen sollten direkt nach der Aussaat des Rapses auf jeder Rapsfläche aufgestellt werden, denn der Insektenzuflug ist schlagspezifisch, variiert je nach regionaler Rapsanbaudichte, Größe und Lage des Schlages und ist auch abhängig davon, wo vorjähriger Raps stand, sich Waldkanten und Knicks (Sommerquartiere) befinden.

Die Gelbschalen sollten leicht eingegraben werden, denn die Rapserdflöhe (REF) hüpfen eher zufällig rein, halb voll mit Spüliwasser befüllt und mit dem dazugehörigen Gitter abgedeckt werden. Die Gelbschalen müssen 1-3x/Woche kontrolliert (je wärmer, umso häufiger), die Anzahl der Käfer notiert und das Wasser gewechselt werden. Aber auch der Blattflächenfraß sollte beobachtet werden. Optimale Zuflugbedingungen liegen bei Temperaturen zwischen 16 und 20 °C und Sonnenschein. Die Bekämpfungsschwelle (BKS) der Rapserdflöhe beträgt 50 REF innerhalb von 3 Wochen pro Gelbschale oder >10 % Blattfraß des Rapses bis zum Entwicklungsstadium (ES) 16. Erst mit Erreichen der BKS ist eine Insektizidbehandlung mit zugelassenen Pyrethroiden (Blattfraßspritzungen) oder den Cyantraniliprole-haltigen Insektiziden wie Exirel und Minecto Gold (Anwendung zur Eiablage; Notfallzulassungen in 2022) notwendig, um die REF an der Eiablage (ab ca. Mitte/Ende September bis Mitte Oktober) zu hindern. Eine Behandlung sollte zum Ende einer Warmwetterphase, vorrangig abends, da die Käfer mit Beginn des Reifungsfraßes lichtempfindlich werden, also noch in aktiver Phase stattfinden. Bei milder Herbst-/Winterwitterung und Käferaktivität müssen die Gelbschalen auch weiterhin (November-März) kontrolliert werden. Bei mehrmaliger Behandlung ist auf die maximale Anwendungshäufigkeit und den zugelassenen Abstand in Tagen des jeweiligen Insektizids zu achten.

Weitere Informationen sowie die aktuellen Auflagentabellen  stehen hier online zur Verfügung.

Seitens des Pflanzenschutzdienstes der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein werden die Daten der Schaderregerüberwachung tagesaktuell im Rapsschädlingsmonitoring in ISIP (Informationssystem für die integrierte Pflanzenproduktion) dargestellt. Zum ISIP-Rapsschädlingsmonitoring in Schleswig-Holstein gelangen Sie hier

Direkt zur ISIP-Webseite gelangen Sie mit folgendem Link:  Entscheidungshilfen zur Befallserhebung zum Auftreten von Rapsschädlingen

Susanne Hagen
Landwirtschaftskammer


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