Warum Wirtschaftsdünger ansäuern?

Beim Ausbringen flüssiger Wirtschaftsdünger entstehen unweigerlich gasförmige Stickstoffverluste in Form von Ammoniak (NH3). Vor allem im Hinblick auf den Umwelt- und Gewässerschutz gilt es, diese Austräge unbedingt zu minimieren. Aber auch aus betriebswirtschaftlichen Gründen ist das Ansäuern von Wirtschaftsdüngern bedeutungsvoll, da die Nährstoffausnutzung erheblich gesteigert werden kann.

Ansäuern – Wie funktioniert das?

Das Ansäuern von Gülle und flüssigen Gärrückständen kann mit Hilfe von Schwefelsäure erfolgen. Natürlicherweise besteht in Gülle ein chemisches Gleichgewicht zwischen Ammoniak und Ammonium (NH4+). Wenn Säure zugefügt wird, sinkt der pH-Wert und das Verhältnis von Ammoniak zu Ammonium verschiebt sich, sodass der Ammonium-Anteil steigt.
Die Ansäuerung kann sowohl im Stall oder Lager, als auch während der Wirtschaftsdüngerausbringung erfolgen. Im Fokus des MuD steht das Ansäuern während der Wirtschaftsdüngerausbringung in wachsende Bestände:

  • Säuretank in der Fronthydraulik des Schleppers
  • Weiterleiten der Säure bis zum Gülleverteiler am Gestänge (tropfsicheres System)
  • Kontinuierliche Messung des pH-Wertes im Güllestrom, dadurch kann erforderliche Säuremenge genau dosiert werden (Ziel-pH-Wert: 6,0 – 6,5)
  • Befüllen des Säuretanks durch externe Dienstleister

Vorteile des Ansäuerns

  • In Wirtschaftsdüngern enthaltener Stickstoff kann von den Pflanzen besser genutzt werden
  • Auch Phosphor, Kalzium, Magnesium und Mangan werden besser pflanzenverfügbar
  • Die Gefahr von Ammoniakverlusten sinkt erheblich
  • Nährstoffeffizienz wird gesteigert
  • Nährstoffüberschüsse werden vermieden
  • In Dänemark bereits seit mehreren Jahren etablierte Technik