Getreide und Raps

Erzeugerpreise Getreide, Raps frei Lager, ab 2 t

Preisermittlung der Landwirtschaftskammer für Schleswig-Holstein
(wöchentliche Berichterstattung im VLK/Kammer-Programm und Marktinformationssystem)
 

2. Woche vom 11.01. bis 17.01.2021

Tagespreise (keine Terminware) in Euro/Tonne ohne MwSt.

Mehrwertsteuersatz ab 1. Januar 2021 für pauschalierende Landwirte: 10,7 % beim Verkauf landwirtschaftlicher Erzeugnisse;

7 % beim Einkauf von Betriebsmitteln landwirtschaftlicher Herkunft, sonst 19 %.

Getreide und Raps

  Spanne Schwerpunktpreis Preis in der Vorjahreswoche
Eliteweizen 204,50 - 220,00 211,80 189,70
Qualitätsweizen 203,00 - 220,00 211,10 186,30
Brotweizen 202,00 - 220,00 210,60 183,10
Mahl- und Brotroggen 153,00 - 166,00 159,60 150,20
Roggen and. Verwendung 148,00 - 165,00 157,30 148,30
Braugerste 0,00 - 0,00 0,00 171,30
Futtergerste 63- 64. kg/hl 170,00 - 186,00 178,80 159,00
Futterweizen 192,00 - 213,00 201,80 176,90
Qualitätshafer 154,00 - 179,00 169,40 168,80
Futterhafer 133,00 - 155,00 145,40 146,80
Triticale 165,00 - 190,00 177,10 164,60
Raps 405,00 - 425,00 418,80 403,90
Futtererbsen 212,00 - 237,00 223,80 192,80
Ackerbohnen 211,00 - 238,00 224,50 227,80

Getreide- und Rapsmarkt:

Steile Preiskurven nach oben

Die Preise steigen weiter. Die Börsennotierungen in Chicago und Paris hatten sich sowieso schon zum Ende der vergangenen Woche weiter aufwärts entwickelt, was mit Wochenbeginn anhielt und nun zur Wochenmitte gab es nochmals ordentliche Kurssprünge. Der neue WASDE-Report des amerikanischen Landwirtschaftsministeriums wurde Dienstagabend veröffentlicht. Die weltweite Versorgung mit Agrarrohstoffen wurde im Vergleich zum letzten Bericht gesenkt. Dementsprechend könnte die Angst vor Engpässen wachsen. Verschiedene Regierungen versuchen im Zuge der Coronapandemie Lebensmittel zu bevorraten. So brachte der USDA-Bericht die Notierungen nochmals ordentlich in Schwung, was sowohl für Weizen als auch Sojabohne zw. Raps gilt. China importiert weiterhin stark. Zudem gibt es das Gerücht, dass Russland mit Gültigkeit ab 15.02. den geplanten Exportzoll verdoppelt, von 25 auf 50 €/t. Dazu kommt, dass in der Ukraine mehrere Häfen aufgrund von schlechten Wetterbedingungen Getreideverladungen eingeschränkt hat. Immerhin war die Ukraine im vergangenen Wirtschaftsjahr rund 16 % an den weltweiten Getreideexporten beteiligt.

Für Weizen an der Matif in Paris liegt der Frontmonat auf einem 7,5-Jahreshoch. Davon geprägt steigen die Erzeugerpreise für Getreide hierzulande ebenso weiter an. Die Verkaufsbereitschaft der alten Ernte und die Bereitschaft für den Abschluss ex Ernte 2021 haben zugenommen. B-Weizen ex Ernte 2021 kann Mitte der Woche zwischen 176-183 €/t vorverkauft werden. Futterweizen rangiert etwa bei 163-167 €/t. Gerste kann für 156-163 €/t im Vorkontrakt abgeschlossen werden. Der Kurs für Brotroggen ex Ernte liegt bei rund 140-152 €/t, Triticale bei rund 153-160 €/t  und Hafer bei rund 160-167 €/t. Für die Ackerbohne ist ein Vorkontraktpreis zwischen 205-220 €/t möglich.

Die Sojabohnennotierung hat aufgrund einer schwächer eingeschätzenVersorgungslage den höchsten Stand seit Juni 2014. Auch der Rapsmarkt folgt geprägt vom Sojasektor einem deutlichen Aufwärtstrend. Im Vorkontrakt liegt der Erzeugerpreis ex Ernte bei 379-384 €/t. Dieses Preisniveau konnte direkt nach der Ernte 2020 nicht erzielt werden. Ein Vorverkauf könnte dementsprechend zumindest für Teilmengen sinnvoll sein.