Abstandsauflagen und Lagerkapazitäten

Abstandsauflagen

Beim Aufbringen von stickstoff- oder phosphathaltigen Düngemitteln, Bodenhilfsstoffen, Kultursubstraten und Pflanzenhilfsmitteln ist:

  • ein direkter Eintrag und ein Abschwemmen von Nährstoffen  in oberirdische Gewässer zu vermeiden und
  • dafür zu sorgen, dass kein direkter Eintrag und kein Abschwemmen von Nährstoffen auf benachbarte Flächen, insbesondere in schützenswerte natürliche Lebensräume, erfolgt.

Folgende Gewässerabstände sind einzuhalten:

  • 5 m ohne Düngung zwischen Ausbringungsfläche und Böschungsoberkante des Gewässers (ohne Exakttechnik).
  • 1 m ohne Düngung zwischen Ausbringungsfläche und Böschungsoberkante des Gewässers wenn Streubreite der Arbeitsbreite entspricht oder Grenzstreueinrichtung vorhanden ist (mit Exakttechnik).
  • 3 m ohne Düngung zwischen Ausbringungsfläche und Böschungsoberkante des Gewässers bei Flächen ab 5 % Hangneigung (gemessen innerhalb von 20 m zur Böschungsoberkante).
  • Zusätzlich sofortige Einarbeitungspflicht für Düngemittel bei Flächen ab 5 % Hangneigung auf unbestelltem Ackerland (gilt für den Abschnitt von 3 m bis 20 m zur Böschungsoberkante); auf bestellten Ackerflächen ist die Düngung bei Reihenkultur ≥ 45 cm Reihenabstand nur mit Untersaat oder sofortiger Einarbeitung, ohne Reihenkultur nur bei hinreichendem Pflanzenbestand bzw. Mulch-/ Direktsaat zulässig.
  • 10 m ohne Düngung zwischen Ausbringungsfläche und Böschungsoberkante des Gewässers bei Flächen ab 10 % Hangneigung (gemessen innerhalb von 30 m zur Böschungsoberkante).
  • Aufteilung der Düngegabe ab einer Hangneigung von 10 % (gilt für den Abschnitt von 10 m bis 30 m zur Böschungsoberkante), wenn der Düngebedarf mehr als 80 kg N/ha beträgt.
  • Zusätzlich sofortige Einarbeitungspflicht für Düngemittel auf dem ganzen Schlag bei Flächen ab 10 % Hangneigung (innerhalb von 30 m zur Böschungsoberkante) auf unbestelltem Ackerland.
  • Eine aktuelle zusammenfassende Grafik zu den Abstandsregelungen gemäß DüV (2020) zum Download finden Sie hier!

Lagerkapazitäten

Nach §12 DüV sind folgende Lagerkapazitäten vorzuweisen:

  • Flüssige Wirtschaftsdünger oder Gärrückstände: mindestens 6 Monate
  • Betriebe >3 GV/ha + Betriebe, die flüssige Wirtschaftsdünger oder Gärrückstände erzeugen und über keine eigenen Ausbringungsflächen verfügen: mindestens 9 Monate
  • Festmist von Huf- und Klauentieren oder Kompost: mindestens 2 Monate

Die Berechnung der Lagerkapazität für Wirtschaftsdünger kann über folgende Excel-Anwendung erfolgen.

LAWA-Merkblatt

Anforderungen an die befristete Feldrandlagerung von Festmist und die Bereitstellung separierter Güllen/Gärsubstrate_

Bodennahe Aufbringung auf bestelltem Acker

  • Flüssige organische oder flüssige organisch-mineralische Düngemittel mit wesentlichem Gehalt an Stickstoff müssen auf bestelltem Acker ab dem 1.02.2020 streifenförmig auf den Boden abgelegt oder direkt in den Boden injiziert werden.
     
  • Im Falle von Grünland, Dauergrünland oder mehrschnittigem Feldfutterbau gilt diese Vorschrift erst am dem 1.02.2025.
     

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