Markt aktuell

Milchpreise im Dezember noch einmal höher.

Die Milchpreise stiegen erneut an. Die wirtschaftliche Lage der Erzeuger verbessert aber sich kaum.

Der Preis für Rohmilch verzeichnet weiterhin einen steigenden Trend. Im Dezember 2021 betrug der Auszahlungspreis für Landwirte in Schleswig-Holstein im Schnitt 42,71 ct/kg ECM. Somit wurde rund 1 Cent mehr als im November ausgezahlt. Die Preissteigerungen am Milchmarkt sind bedingt durch viele Faktoren. Die Milchviehbestände sind leicht rückläufig, nach den Zahlen des Statistischen Amtes Nord sank die Zahl der Tiere um 10 643 Stück beziehungsweise 2,9 % innerhalb eines Jahres. Infolgedessen reduzierte sich die Menge an abgelieferter Milch vor Ort sowie im gesamten Bundesgebiet. Die Situation der Verknappung spiegelt sich im Preis der Rohmilch sowie der Molkereiprodukte wider. Vollmilchpulver wurde im Dezember zu Kursen gehandelt, die um die Hälfte erhöht zum Vorjahresmonat liegen, ebenso Butter. Käse erreicht den höchsten Preis seit Jahren. Durch die anhaltend hohe Nachfrage am Weltmarkt erreichte auch der Preisindikator „Rohstoffwert Milch“ des Instituts für Ernährungswirtschaft in Kiel im Dezember einen Höchstwert von 52,4 ct/kg. Entgegen aller Erwartungen erhöhten sich die Verbraucherpreise für Milch im Lebensmitteleinzelhandel allerdings nur geringfügig, so z.B. um nur 3 ct/l Trinkmilch beim größten deutschen Discounter. Für die Landwirte ist der gestiegene Auszahlungspreis unabdinglich, um die erhöhten Produktionskosten wie Diesel, Energie, Futter- und Düngemittelkosten, zu kompensieren. Zwar verbesserte sich die wirtschaftliche Situation der Milcherzeuger rechnerisch, der Deckungsbeitrag je Kuh und Jahr dürfte für 2021 über dem der vergangenen beiden Jahre liegen. Dem Milch Marker Index zufolge deckte der Milchauszahlungspreis im Oktober letzten Jahres aber lediglich 81% der Erzeugungskosten.