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Mehr Geld für Schulklassen auf dem Bauernhof

(Kiel/Rendsburg/Osterrönfeld) Bildungsministerin Karin Prien und die Präsidentin der Landwirtschaftskammer, Ute Volquardsen, haben im Vorjahr eine gemeinsame Vereinbarung unterzeichnet, dem Projekt Schulklassen auf dem Bauernhof neuen Schub zu verleihen.

Staatssekretär Dr. Oliver Grundei (li.) und Kammerpräsidentin Ute Volquardsen präsentierten das Projekt Schulklassen auf dem Bauernhof in Osterrönfeld. Foto: Ingken Wehrmeyer

Heute (9. März) konnte Staatsekretär Dr. Oliver Grundei in Vertretung von Ministerin Prien auf dem Hof Jacobsen die gute Nachricht verkünden, dass das Projektbudget für 2020 auf 100.000 Euro aufgestockt wurde. Die Mittel wurden verdoppelt.  Dr. Oliver Grundei, Wissenschaftsstaatssekretärim Bildungsministerium lobte das Projekt: „Die Kinder erleben hier nicht nur hautnah, wie Landwirtschaft funktioniert und wo unsere Lebensmittel herkommen. Sie erfahren auch ganz direkt, welche Bedeutung Biologie, Physik und Chemie für unser aller Leben haben. Wenn im Schulunterricht später Photosynthese oder die Unterschiede der Tierwelt besprochen werden, haben sie schon ein konkretes Bild aus eigener Erfahrung im Kopf. Einblicke in die Landwirtschaft können auch helfen, frühzeitig Begeisterung für Naturwissenschaft und Technik zu wecken, deshalb freuen wir uns sehr über die Ausweitung des Projekts.“
 
Ute Volquardsen, Präsidentin der Landwirtschaftskammer freute sich sehr über die Aufstockung: „Die Aufstockung verleiht diesem tollen Projekt weiteren Schub. Es zeigt die Wertschätzung, die das Land dem Projekt Schulklassen auf dem Bauernhof durch die zusätzlichen Mittel entgegenbringt. In Schleswig-Holstein hat dieses Projekt eine lange Tradition. Erstmals bekommen landwirtschaftliche Betriebe jetzt eine finanzielle Anerkennung für ihre Bildungsarbeit. Kinder, die zu uns auf die Höfe kommen wie hier auf den Betrieb Jacobsen bekommen einen bleibenden Eindruck von der Herkunft unserer Lebensmittel. Dadurch dass sie auf dem Hof aktiv werden, fahren sie mit einem viel größeren Erfahrungsschatz und mehr Wissen wieder nach Hause. Das praktische Erfahren prägt viel mehr als das theoretische Vermitteln von Wissen. Daneben geht es natürlich auch um Spaß und Abenteuer, was es auf dem Bauernhof zu erleben gibt. So haben wir nun pro Jahr 100.000 Euro zur Verfügung, um Schülerinnen und Schülern den Ursprung unserer Lebensmittel und die Prozesse in der Natur und Umwelt erleben zu lassen. Wir hoffen, dass es gelingen wird, diesen Betrag dauerhaft für das Vorhaben zu sichern“.  
 
Ute Volquardsen bedankte sich beim Bildungsministerium und dem einzigartigen Netzwerk, das in den letzten 15 Jahren rund um die Bauernhofpädagogik entstanden ist. Teil dieses sind auch die Verbände – sei es der Bauernverband, der Landfrauenverband, der Verein landwirtschaftlicher Fachbildung (vlf) oder die Landjugend.
 
www.lernendurcherleben.de ist online
Innerhalb kürzester Zeit wurden die Netzwerke reaktiviert und auch die Internetseite für Lehrkräfte und Schüler und Landwirt*innen www.lernendurcherleben.de neu gestaltet und online gestellt. Lehrkräfte und Eltern können mit Hilfe der Website die Bildungsarbeit am außerschulischen Lernort leicht organisieren. Damit rückt der Bauernhof als Lernort wieder in den Fokus.  
Seit Ende Oktober haben sich bereits mehr als 40 Betriebe mit bauernhofpädagogischer Qualifikation im Projekt registriert. Und es haben mehr als 40 Schulklassen Bauernhöfe besucht. In jedem Landkreis Schleswig-Holsteins gibt es landwirtschaftliche Betriebe, die ihre Türen für Schulklassenbesuche öffnen. Nach nur 8 Wochen Vorbereitungszeit ist die neue Website www.lernendurcherleben.de jetzt online.  Sie löst drei zentrale Aufgaben:  

  • Sie bringt Schulklassen und Bauernhöfe direkt zusammen über die Bauernhofsuche.
  • Sie beantwortet viele Fragen rund um den Hofbesuch einer Schulklasse und
  • Sie ermöglicht die unbürokratische Registrierung im Projekt und Beantragung der Zuschüsse für landwirtschaftliche Betriebe.  

Förderung, Ziel, Qualität
Die neue Projektphase umfasst ein Budget von insgesamt 100.000 Euro für das laufende Projektjahr. Davon sind bis zu 70.000 Euro für die teilnehmenden Betriebe vorgesehen. Teilnahmevoraussetzung für die landwirtschaftlichen Betriebe ist, dass sie Kenntnisse im Bereich Bauernhofpädagogik nachweisen können. Erklärtes Ziel des Projektes Schulklassen auf dem Bauernhof ist es, jährlich 700 Schulklassen die Möglichkeit zu eröffnen, einen landwirtschaftlichen Betrieb zu besuchen. Zielgruppen sind Schüler/-innen aller Altersstufen und Schulformen. Dabei sollen vor allem auch Schulen in städtischem Kontext und weiterführende Schulen angesprochen werden. Je Hofbesuch wird den landwirtschaftlichen Betrieben ein Zuschuss von 100 Euro gewährt. Für Personal- und Sachmittel stehen der Landwirtschaftskammer 24.000 Euro zur Umsetzung des Projektes zur Verfügung. Den Zuschlag zur Umsetzung erhielt die Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein wegen ihrer weitreichenden Erfahrung im Bereich Bauernhofpädagogik seit über 20 Jahren.  
 
Es geht um Bildung
Denn Ziel ist, dass ein Hofbesuch weit mehr ist als ein Stallrundgang. Es geht vielmehr darum, Kindern und Jugendlichen mit Kopf, Herz und Hand Lerninhalte wie z. B. über die Nahrungsmittelerzeugung erleben zu lassen. Dabei geht es auch um die Herkunft, den Umgang mit Lebensmitteln und die Abläufe in Natur und Umwelt vom Feld bis zum Teller. Kinder und Jugendliche lernen zudem viel über gesunde Ernährung und werden sensibilisiert für den Wert von Lebensmitteln. Ganz nebenbei stärken sie ihre Sinneswahrnehmung und ihre sozialen Kompetenzen zum Beispiel durch das Arbeiten im Team und auch den Kontakt zu den Tieren.
 
Der Betrieb Jacobsen ist seit Langem engagiert in Sachen „Lernen mit Kopf, Herz und Hand“. Gemeinsam mit Kindern der 1. und 4. Klasse der Aukampschule in Osterrönfeld fand in Osterrönfeld eine Lerneinheit zum Thema rund um die Kuh statt. Die Kinder mischten eine Futterration für die Tiere und erfuhren so, was und wieviel eine Kuh frisst und trinkt.  

Projekt-Evaluierung nach einem Jahr
Das neue Projekt ist gestartet und auf längere Sicht angelegt. Ende 2020 soll es evaluiert werden, um gegebenenfalls Anpassung in Ausgestaltung und im Budget vorzunehmen.  Präsidentin Ute Volquardsen machte deutlich, dass sich der Agrarsektor eine Verlängerung und Aufstockung der Mittel wünsche. Im Vergleich zur vorherigen Projektperiode seien die finanziellen Mittel deutlich begrenzter. Daher falle auch die Betreuung durch die Landwirtschaftskammer geringer aus. Schon seit Ende 2012 gibt es keine Koordinationsstelle für „Schulklassen auf dem Bauernhof“ mehr bei der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein. Trotzdem wurde die wertvolle Bildungsarbeit auf vielen Bauernhöfen mit viel Leidenschaft weitergeführt –  oft nicht kostendeckend, um auch Kindern aus einkommensschwachen Elternhäusern das Lernerlebnis zu ermöglichen. Dank der Förderung gibt es jetzt wieder eine Ansprechpartnerin für das Projekt Schulklassen auf dem Bauernhof bei der Landwirtschaftskammer:  
 
Dr. Wiebke Meyer koordiniert das Projekt. Derzeit reaktiviert sie die bestehenden Netzwerke und knüpft Verbindungen zu den Betrieben. Die Internetseite www.lernendurcherleben.de stellt weiterführende Informationen zu Hofbesuchen zur Verfügung. Darüber hinaus arbeiten Wiebke Meyer und Heiderose Schiller eng zusammen, letztere ist bei der Landwirtschaftskammer für die Qualifizierung im Bereich der Bauernhofpädagogik zuständig. Die Weiterbildung im Bereich Bauernhofpädagogik wird seit vielen Jahren vom Land Schleswig-Holstein (MELUR/MELUND) und von der EU (ELER) gefördert. 
 
Weitere Anfragen an: Daniela Rixen, Pressesprecherin der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein,
Telefon: 0 43 31-94 53-110, E-Mail: drixen@lksh.de;
David Ermes, Sprecher des Ministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur des Landes Schleswig-Holstein,
Telefon: 04 31-988 58 05, E-Mail; david.ermes@bimi.landsh.de