Versuchswesen Pflanzenschutz im Ackerbau

Der Versuchsbericht 2025 erscheint im Januar 2026

Jedes Jahr hat seine besonderen Herausforderungen …

Das Anbaujahr 2024/25 wird vielen von Ihnen als das Jahr mit der längsten und intensivsten Frühjahrstrockenheit, aber auch als das Jahr mit den seit langer Zeit höchsten Proteinwerten im Winterweizen in Erinnerung bleiben.

Die im Auftreten und auch in der Höhe variierenden Niederschläge erforderten nicht nur in der Praxis, sondern auch im Versuchswesen ein glückliches Händchen. Dabei erwies sich vor allem die Intensität des Wachstumsregler- und Fungizideinsatzes im Winter- und im Sommergetreide als besonders herausfordernd. An den Versuchsstationen der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein und auf zahlreichen Praxisflächen, wurden weitere Versuchsfragen rund um den integrierten Pflanzenschutz bearbeitet. 

Die 37. Auflage des Versuchsberichts des Pflanzenschutzdienstes Schleswig-Holstein kann für 10 € zuzüglich Versand per Mail an psd-ellerhoop@lksh.de erworben werden, wenn nicht bereits ein Abo dafür vorliegt. Eine Bestellung kann ebenfalls bequem über unser digitales Bestellformular erfolgen. Die Versendung erfolgt dann im Januar 2026. 

 

Startschuss für die aktuelle Versuchssaison endlich gefallen

Nach einem verregneten Jahresstart nehmen die Teams an den Versuchsstationen die Feldarbeit auf

Vergangene Woche konnten die Teams an den Versuchsstationen der Landwirtschaftskammer endlich intensiver mit den Arbeiten im Feld beginnen. Zuvor wurden von den Versuchsmannschaften bereits die ersten Bonituren zur Bewertung der Bestände nach Winter und die Bodenprobennahme für den Nitratmessdienst durchgeführt. Während die Ackerflächen auf der Geest und im östlichen Hügelland teilweise schon gut befahrbar und ackerbaulich bearbeitbar sind, wird es in der Marsch noch etwas dauern, bis die Bedingungen die Aussaatvorbereitungen zulassen.

Neben den ersten Düngungsmaßnahmen in den Versuchen an nahezu allen Versuchsstandorten wurde an wenigen Standorten bereits mit der Aussaat, u.a. der Landessortenversuche der Sommerungen Hafer, Sommerweizen und Ackerbohnen im ökologischen sowie konventionellen Bereich, begonnen. Eine erfolgreiche Aussaat beginnt mit den Vorbereitungen. Das Saatgut wird für jede einzelne Parzelle von den Versuchstechniker*innen grammgenau abgewogen und im Anschluss bei der Aussaat für jede Parzelle einzeln in die Parzellensämaschine gekippt. Sortenvermischungen werden so vermieden.

Am Standort Futterkamp konnte neben der Aussaat auch die erste mechanische Maßnahme zur Unkraut- und Ungrasbekämpfung mit dem Striegel in den Öko-Versuchen durchgeführt werden. Hier gilt es den optimalen Zeitpunkt der äußeren Bedingungen abzupassen, um die Kulturart nicht zu schädigen. Mit der Aussaat und den ersten Düngungsmaßnahmen ist endgültig der Startschuss in eine arbeitsreiche Versuchssaison gefallen.

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Versuchsstandorte Pflanzenbau, Pflanzenschutz, Umwelt

Die Landwirtschaftskammer unterhält fünf Versuchsstandorte im Bereich Pflanzenbau, Pflanzenschutz, Umwelt:
 

  • Versuchsstation Barlt
  • Versuchstation Futterkamp
  • Versuchstation Kastorf
  • Versuchsstation Schuby
  • Versuchsstation Sönke-Nissen-Koog in Reußenköge

Hier finden Sie eine Kartenansicht und weitere Informationen!

Das Versuchswesen wird in drei Bereiche unterteilt.

Die amtliche Mittelprüfung wird bei noch nicht zugelassenen Pflanzenschutzmitteln auf Antrag der jeweiligen Pflanzenschutzmittelfirma durchgeführt. Diese Versuche müssen nach einem verbindlichen Qualitätsstandard, der guten experimentellen Praxis (GEP) erfolgen  und dürfen nur von amtlichen oder amtlich anerkannten Versuchseinrichtungen durchgeführt werden.

Auftragsversuche werden im Auftrag der Pflanzenschutzmittelindustrie durchgeführt. Die Nachfrage in diesem Bereich hat deutlich zugenommen, allerdings sind die Versuchskapazitäten in diesem Bereich begrenzt.

Orientierende Versuche liefern die Grundlage für die unabhängige Beratung des Pflanzenschutzdienstes. Hier werden zugelassene oder kurz vor der Zulassung stehende Pflanzenschutzmittel geprüft. Im Schwerpunkt geht es in diesen Versuchen darum, die Wirkungsprofile der Pflanzenschutzmittel zu ermitteln, den Anwendungstermin zu optimieren, die Krankheitsanfälligkeit unter hiesigen Bedingungen zu prüfen und die Resistenzentwicklung zu minimieren. Darüber hinaus finden im Gewächshaus Versuche zur Überprüfung der Ackerfuchsschwanzresistenz gegenüber verfügbaren Herbiziden statt.

Die Ergebnisse der orientierenden Versuche werden im jährlich erstellten Versuchsbericht „Pflanzenschutz im Ackerbau“ veröffentlicht.

Die Beratung, Aufklärung und Schulung auf dem Gebiet des Pflanzenschutzes, insbesondere der guten fachlichen Praxis, gehören ebenfalls zu den Aufgaben des Pflanzenschutzdienstes.  Dazu zählt auch die Durchführung des Pflanzenschutzwarndienstes.

Die Pflanzenschutzberatung verfolgt das Ziel, Kulturpflanzen vor Schadorganismen zu schützen und Gefahren, die durch die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln entstehen können, abzuwenden oder ihnen vorzubeugen.

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