
Wir sind für Sie / für Euch da!
v.li. nach re.: Liesel Grün, Janina Januschewski, Susanne Ohl,
hintere Reihe: Dr. Maria Hagemann, Julia Forderung und Christian Pahl.
Foto: Daniela Rixen, Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein
Als Richtmaß für den Vegetationsbeginn dient die korrigierte Grünlandtemperatursumme nach ERNST und LOEPER (1976) (kT-Summe). Die kT-Summe setzt sich aus den positiven Tagesmitteltemperaturen ab dem 1. Januar zusammen. Die Temperaturen werden je nach Monat mit einem individuellen Faktor multipliziert und zusammengezählt.
Grundsätzlich gilt das Erreichen einer kT-Summe von 200 °C als gutes Maß für das Einsetzen des anhaltenden oberirdischen Gräserwachstums. Dieser Wert wurde seinerzeit auf einem niedersächsischen Versuchsfeld ermittelt. Untersuchungen der Landwirtschaftskammer haben allerdings gezeigt, dass es in Schleswig-Holstein je nach Standortgegebenheiten Abweichungen von den bekannten 200 °C gibt und die Werte im Durchschnitt zwischen gut 200 und etwa 290 °C schwanken können. Die Tabelle zeigt die Durchschnittswerte aus den Untersuchungsjahren und gibt somit Anhaltspunkte für regionale Anpassungen der kT-Summe.
Ab dem Zeitpunkt des Vegetationsbeginns können Nährstoffe effizient und fortlaufend von der Pflanze genutzt werden. So kann der Zeitpunkt der organischen und mineralischen Düngung am jeweiligen Standort optimiert und damit die Nährstoff-Nutzungseffizienz erhöht werden. Gerade Betriebe, die ihr Grünland auf leichten Standorten bewirtschaften, können die kT-Summe für eine effizientere Düngung im Frühjahr nutzen. Darüber hinaus sind die Sperrfristen für die Düngung, die Befahrbarkeit der Flächen sowie eine bedarfsangepasste Düngemenge zu beachten.
| Standort | Durchschnittliche kT-Summe beim Vegetationsbeginn [°C] |
| Östliches Hügelland, Parabraunerde | 211 |
Schleswigsche Vorgeest, Gley-Podsol | 262 |
| Bredstedt-Husumer Geest, Podsol-Gley | 292 |
| Bredstedt-Husumer Geest, Anmoorgley | 257 |
| Eider-Treene-Sorge-Niederung, Hoch- und Niedermoor | 291 |
| Wilstermarsch, Klei- und Dwogmarsch | 283 |
Tabelle: Von 2016-2020 ermittelte durchschnittliche korrigierte Grünlandtemperatursummen (kT-Summen) zum Vegetationsbeginn, die als Orientierung für den eigenen Standort dienen können.
Die tagesaktuelle kT-Summe wird unter folgendem Link für verschiedene Wetterstationen angegeben:
Grünlandtemperatursumme
Die Weideplattform Schleswig-Holstein ist ein Kommunikationsformat zwischen landwirtschaftlicher Praxis, Beratung, angewandter Forschung und laufenden Projekten mit Bezug zur Weidewirtschaft. Ziel ist der Erfahrungsaustausch zur optimierten und effizienten Weidewirtschaft über Vortragsveranstaltungen und Feldbegehungen auf der Weide. Partner sind an der Weidehaltung interessierte Landwirte/innen und Berater/innen, die Abteilung Grünland und Futterbau/Ökologischer Landbau der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel und das
Innovationsbüro EIP Agrar Schleswig-Holstein.
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Bewirtschaftungsmaßnahmen, bei denen die Grünlandnarbe mechanisch zerstört wird, sind in bestimmten Gebieten verboten oder erfordern oft Anträge, die in der Regel beim Landesamt für Landwirtschaft und nachhaltige Landentwicklung (LLnL) zu stellen sind. Aufgrund verschiedener Gebietskulissen und Schutzgebiete sowie erforderlicher Stellungnahmen von fachkundigen Beratungsstellen kann diese Antragsstellung umfangreich und speziell sein. Der Entscheidungsbaum hilft dabei, sich einen Überblick über die Bestimmungen zu verschaffen, die auf den jeweiligen Dauergrünlandflächen gelten. Sind Eingriffe, die die Grünlandnarbe zerstören, möglich und sinnvoll, unterstützt der Entscheidungsbaum dabei, sich bei der Antragstellung für Genehmigungen oder Befreiungen zurechtzufinden. Darüber hinaus sind darin Informationen zum Glyphosateinsatz auf Dauergrünland enthalten.
Grundsätzlich sollte über ein angepasstes Management und eine regelmäßige Grünlandpflege vorbeugend gehandelt und nachhaltige Wege vorgezogen werden. Sind Reparaturen der Narbe nötig oder soll die Narbenzusammensetzung geändert werden, kann dies auch mit schonenden Maßnahmen erfolgen. Nur in Ausnahmefällen sollten Teilflächen der Dauergrünlandnarbe mechanisch zerstört werden, um Schäden zu reparieren.
Dann kann die Entscheidungshilfe zum Einsatz kommen. Sie wurde komplett überarbeitet und aktualisiert und ist auf der Homepage der Landwirtschaftskammer zu finden unter:
Antragsformular erhältlich im Inet WebClient im Ordner „DGL/GL Verfahren“ oder direkt beim LLnL.
Landwirtschaftliche Betriebe können sich einzelbetrieblich kostenfrei zur Bewirtschaftung ihres Grünlandes beraten lassen. Im Mittelpunkt steht dabei die standortgerechte und nachhaltige Grünlandwirtschaft.
Vor Ort werden nach individuellem Bedarf des Betriebes Themen wie standortgerechtes Nährstoffmanagement, Weidewirtschaft, Narbenzusammensetzung oder Futterkonservierung besprochen. Die Beratung umfasst die Begutachtung von Beständen, das ausgewählte Thema und ein spezifisches, schriftliches Konzept. Abschließend wird noch eine Erfolgsanalyse durchgeführt.
Alle angebotenen Themen des Grundmoduls und des Spezialmoduls sowie die Ansprechpartner und Kooperationspartner finden Sie hier:
Auf Grünlandflächen sollte die Höhe der Nährstoffzufuhr über die Düngung immer in Abhängigkeit des Produktionsziels bemessen werden.
Der grundlegende Stickstoffbedarf richtet sich nach dem Ertragsdurchschnitt der vergangenen fünf Jahre. Im besten Fall werden auch im Grünland die Erträge gemessen. Andernfalls werden Richtwerte für den Stickstoffbedarf in Abhängigkeit der Nutzungsart und -intensität zu Hilfe genommen. Von diesem ermittelten Bedarfswert werden gewisse Zu- oder Abschläge vorgenommen. Diese bemessen sich an der N-Nachlieferung der organischen Vorjahresdüngung, der Nachlieferung aus dem Bodenvorrat und dem Leguminosenanteil. Sofern der Rohproteingehalt des Ernteguts im Durchschnitt der letzten fünf Jahre bekannt ist, durch Analysen belegt werden kann und von den Standardwerten abweicht, können auch hier Zu- und Abschläge vorgenommen werden.
Die Versorgung der Grünlandbestände mit den Grundnährstoffen (Phosphor, Kalium, Magnesium) richtet sich nach der Bodenanalyse. So auch der pH-Wert und damit der Kalkungsbedarf. Oftmals ist der pH-Wert im Grünland zu niedrig. Doch auch die Versorgung mit weiteren Nährstoffen wie Schwefel oder mit Mikronährstoffen sollte bedacht werden. Weitergehende Informationen zum Düngemanagement auf Grünland und zu den gesetzlichen Rahmenbedingungen finden sich hier:
Pflanzenschutzmaßnahmen auf dem Dauergrünland richten sich im Schwerpunkt gegen bestimmte mehrjährige Unkräuter wie Ampfer, Brennnessel und Distel. Auch Löwenzahn ist bei einem Deckungsgrad ab ca. 20 % bekämpfungswürdig. Auf nasseren Standorten können Binsen und Hahnenfußarten von Bedeutung sein. Eine sorgfältige Pflege der Grünlandnarbe beugt einer stärkeren Verunkrautung vor. Auf extensiv genutzten Grünlandflächen nimmt in den vergangenen Jahren die Ausbreitung des giftigen Jakobskreuzkrautes (Senecio jacobea) eine zunehmende Rolle ein.
Die Larven der Wiesenschnake Tipula paludosa kommt als Schädling im Grünland häufig vor. Die Schadschwelle liegt im Herbst bei 300 Larven/m² und im Frühjahr bei 100 Larven/m². Es gibt derzeit keine zugelassenen Insektizide. Das Insektizid Steward bekam in den letzten Jahren gelegentlich eine Notfallzulassung gegen die Tipula-Larven.
Auch Feldmäuse können auf dem Grünland Schäden verursachen. Diese können nur noch mit Zinkphosphid-haltigen Ködern, die verdeckt mittels Legeflinte in die Gänge eingebracht werden müssen, bekämpft werden.
Folgende Pflanzenschutzmittel können eingesetzt werden. Die Tabellen ersetzen jedoch nicht die genaue Beachtung der jeweiligen Gebrauchsanleitung: