Im Zuge der Digitalisierung sind in der Landwirtschaft zunehmend Online-Entscheidungshilfen und Prognosetools zum Einsatz gekommen. Diese unterstützten die Optimierung des Pflanzenbaus und trugen dazu bei, die Umweltbelastung zu verringern. Eine besondere Herausforderung in Schleswig-Holstein stellte jedoch die geringe Dichte an öffentlichen Wetterstationen dar, die zudem oft nicht in der Lage waren, die genauen Bedingungen auf den Feldern abzubilden. Zusätzlich erschwerten fehlerhafte Messungen privater Stationen die Datenqualität und führten zu teils verzerrten Handlungsempfehlungen.
Um diese Hürden zu überwinden, gründete die Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein gemeinsam mit 13 landwirtschaftlichen Betrieben und Wissenschaftlern die Operationelle Gruppe (OG) "OnFarm Wetter". Ziel des Projekts war die Entwicklung und Erprobung eines zuverlässigen Systems zur Erfassung lokaler Wetterdaten. Dafür nutzte die Gruppe einen Prototypen des Unternehmens WetterLand, dessen redundante Sensorik für eine frühzeitige Erkennung von Störungen sorgte und die Messgenauigkeit erhöhte.
Während der Projektphase wurden auf ausgewählten Praxisbetrieben Fragen zur optimalen Standortwahl, zur geeigneten Messtechnik und zur Wartung der Stationen geklärt. Nach der Implementierung wurden die erfassten Wetterdaten erfolgreich an öffentliche Plattformen wie isip.de und ips-weizen.de angebunden, um landwirtschaftliche Prognosemodelle und Online-Entscheidungshilfen zu unterstützen.
In der zweiten Phase lag der Fokus auf der Nutzung dieser Daten durch die beteiligten Betriebe. Die Erfahrungen und Ergebnisse des Projekts schufen schließlich die Grundlagen für ein regionales Demonstrationsmessnetz. Interessierte konnten die aktuellen Wetterdaten des Projekts auf der interaktiven OnFarm Wetter Karte einsehen.
Mehr Informationen zu dem Projekt sind auf der Internetseite des Innovationsbüros einzusehen: EIP-Agrar | OnFarm Wetter ✔ (eip-agrar-sh.de)
Das Projekt „Weidemanager Schleswig-Holstein“ verfolgte das Ziel, die Effektivität auf schleswig-holsteinischen Weidebetrieben durch innovative Weidemanagement-Methoden zu steigern. Hierfür übertrug die Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein gemeinsam mit Praxisbetrieben und mit Unterstützung irischer Experten zwei etablierte Management-Tools aus Irland auf die regionalen Bedingungen in Norddeutschland: das Rising-Plate-Meter und das Decision-Support-System „PastureBaseIreland“.
Im Rahmen des Projekts wurde eine Basisversion des Systems an spezifische regionale Anforderungen angepasst, etwa an den Narben-Dichtefaktor und das deutsche Bewertungssystem für Futterqualität. Das Tool diente den teilnehmenden Praxisbetrieben mit unterschiedlichen Weidesystemen als präzises Ertragsmess- und Managementwerkzeug. Durch die Erstellung, Eichung und Validierung wurde ein in Deutschland bislang einzigartiges Entscheidungsunterstützungssystem entwickelt, das eine effizientere Bewirtschaftung der Weiden ermöglichte.
Neben dem Hauptsystem entstand im Rahmen des Projekts auch eine Weide-App, die es Landwirten ermöglichte, ihre Ergebnisse auszutauschen und miteinander zu vergleichen. So leistete das Projekt einen Beitrag zur Vernetzung und Zusammenarbeit innerhalb der landwirtschaftlichen Gemeinschaft.
Die gesammelten Daten und Erfahrungen aus der Projektdurchführung boten die Grundlage, um das Managementtool optimal an die Bedingungen in Schleswig-Holstein anzupassen und langfristig verfügbar zu machen.
Mehr Informationen zu dem Projekt sind auf der Internetseite des Innovationsbüros einzusehen: EIP-Agrar | Weidemanager SH (eip-agrar-sh.de)
Im abgeschlossenen Projekt „Innovative Technik im Ackerbau“ untersuchte die Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein, wie moderne Aussaat-, Bodenbearbeitungs- und Düngungstechniken die Stickstoffnutzung in norddeutschen Ackerbausystemen verbessern können. Die Nachfrage nach solchen Verfahren war besonders bei Marktfruchtbaubetrieben groß, die Wirtschaftsdünger aus Überschussregionen einsetzen möchten. Obwohl ähnliche Methoden bereits in anderen Regionen Europas erprobt wurden, fehlten praktische Erkenntnisse für die regionalen Bedingungen in Schleswig-Holstein.
Das Projektteam führte dazu auf einem repräsentativen Standort im östlichen Hügelland Demonstrationsversuche durch, in denen Techniken wie Normalsaat, Einzelkornsaat (EKS), Streifenbearbeitung (Strip-Till) und Unterfußdüngung auf ihre Eignung getestet wurden. Ziel der Untersuchungen war es, unter Praxisbedingungen herauszufinden, welche Verfahren die Erträge stabilisieren, die Stickstoffeffizienz steigern und den Nährstoffausnutzungsgrad bei Wirtschaftsdüngern verbessern können.
Durch mehrere Versuchsdurchläufe verglich das Projektteam die Einflüsse der verschiedenen Verfahren auf das Ertragsniveau, die Erntequalität und die Stickstoffverwertung. In einer zweiten Phase verifizierte das Projekt die vielversprechendsten Ergebnisse auf verschiedenen Praxisbetrieben, um eine fundierte Empfehlung für den breiteren Einsatz in Schleswig-Holstein zu geben.
Neben der Effizienzsteigerung der Nährstoffnutzung verfolgte das Projekt weitere Ziele wie den Grundwasserschutz durch reduzierte Stickstoffauswaschungen, den Schutz vor Erosion durch Wind und Wasser sowie die Optimierung der Treibhausgasbilanz im Ackerbau. Die gewonnenen Erkenntnisse trugen somit dazu bei, das Ressourcenmanagement im Ackerbau nachhaltig zu verbessern und die Kosten durch gezielte Maßnahmen zu optimieren.
Mehr Informationen zu dem Projekt sind auf der Internetseite des Innovationsbüros einzusehen: EIP-Agrar | Innovative Technik im Ackerbau ✔ (eip-agrar-sh.de)
Das Projekt „N-Effizienz im Ackerbau“ zielte darauf ab, Maßnahmen zur Reduktion von Nährstoffausträgen aus dem Ackerbau zu identifizieren und zu demonstrieren. Ein besonderer Fokus lag dabei auf der Anpassung der Fruchtfolgegestaltung und der Entwicklung optimierter N-Düngestrategien, um den Stickstofftransfer zwischen Kulturen gezielt zu steuern. Das Projekt entstand aus dem Bedarf der landwirtschaftlichen Praxis heraus, innovative Fruchtfolgen und Düngekonzepte für den konventionellen Ackerbau unter veränderten Bedingungen in Schleswig-Holstein zu entwickeln.
Das Projekt verfolgte das Ziel, naturraumspezifische Empfehlungen für die Region zu erarbeiten, die zeigen, wie N-Verluste verringert, Körnerleguminosen sinnvoll in Fruchtfolgen integriert und die Stickstoffdüngung weiter optimiert werden können. Ein wesentlicher Bestandteil war der Vergleich verschiedener Fruchtfolgesysteme sowie die Erprobung modellgestützter Düngeempfehlungen für die Anwendung auf norddeutschen Praxisbetrieben.
Zur Umsetzung nutzte die operationelle Gruppe "Ackerbau" eine Kombination aus On-Farm-Research (OFR) und Parzellenversuchen:
On-Farm-Research (OFR)-Versuche: Praxisnahe Streifenversuche auf Betrieben testeten die herkömmliche Düngepraxis gegen ein modellbasiertes Düngekonzept. Mehrere Wiederholungen dieser Versuche auf schleswig-holsteinischen Praxisflächen lieferten wertvolle Erkenntnisse zur Anpassung der Düngeempfehlungen.
Fruchtfolgesystemversuche: Statische Parzellenversuche wurden an drei repräsentativen Standorten in Schleswig-Holstein durchgeführt: im Östlichen Hügelland (Versuchsgut Hohenschulen der CAU), in der Marsch und auf der Geest. Diese Versuche umfassten insgesamt 13 Kulturen in zehn verschiedenen Fruchtfolgen, die das breite Spektrum des Ackerbaus in Schleswig-Holstein abdeckten.
Durch die Kombination dieser Versuchsmethoden konnten wertvolle Daten und praktische Erfahrungen gesammelt werden, die in die Entwicklung von Handlungsempfehlungen und Beratungsmaßnahmen zur Verbesserung der Stickstoffeffizienz einflossen. Das Projekt schuf somit eine Grundlage für eine nachhaltigere und ressourcenschonendere Landwirtschaft, die die Nährstoffausnutzung steigert und die Umweltbelastungen senkt.
Mehr Informationen zu dem Projekt sind auf der Internetseite des Innovationsbüros einzusehen: EIP-Agrar | N-Effizienzsteigerung im Ackerbau ✔ (eip-agrar-sh.de)
Das Innovationsprojekt „Nährstoffmanagement im Grünland“ verfolgte das Ziel, innovative Maßnahmen zur Reduktion betrieblicher und flächenbezogener Nährstoffüberschüsse in schleswig-holsteinischen Grünlandbetrieben zu entwickeln und diese in Form eines Praxistools als Entscheidungshilfe bereitzustellen. Damit sollte die Ertragssicherheit und -qualität von Grünlandflächen in Schleswig-Holstein gesteigert werden. Gleichzeitig zielte das Projekt auf eine erhöhte Nutzung heimischer Eiweißquellen durch optimierte Düngestrategien ab und förderte die Integration von Futterleguminosen in Grünlandsysteme. Ebenso standen eine verbesserte Effizienz von Wirtschaftsdüngern sowie die nachhaltige Bewirtschaftung von Niederungs- und Moorgrünlandstandorten im Fokus.
Im Projektverlauf arbeiteten landwirtschaftliche Pilotbetriebe aus den typischen Grünlandregionen wie der Geest, der Eider-Treene-Sorge-Niederung und der Wilstermarsch aktiv mit. Zunächst wurden umfassende Betriebsdaten erhoben, darunter Nährstoffbilanzen, Bewirtschaftungsmaßnahmen und Ertragsdaten der jeweiligen Grünlandstandorte. Diese Daten bildeten die Grundlage für eine Schwachstellenanalyse, in der alle Bewirtschaftungsmaßnahmen hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf das Nährstoffmanagement untersucht wurden.
In Zusammenarbeit zwischen den Pilotbetrieben und der Operationellen Gruppe wurden daraufhin innovative Bewirtschaftungsstrategien abgeleitet und auf den Praxisbetrieben erprobt. Begleitend dazu fanden Exaktversuche auf den Versuchsstandorten der Landwirtschaftskammer statt. Aus den gewonnenen Erkenntnissen wurde bis zum Ende des Projektzeitraums eine praxisorientierte Entscheidungshilfe entwickelt, die es den Grünlandbetrieben ermöglicht, ihre Nährstoffeffizienz nachhaltig zu optimieren und an Standortbedingungen anzupassen.
Zusätzlich wurde im Rahmen des Projekts eine webbasierte Anwendung zur Frühjahrsdüngung auf Grünland entwickelt. Diese App liefert praxisnahe Informationen, beispielsweise zur Wachstumsdynamik des Grases im Frühjahr, und unterstützt die Landwirte bei der Planung ihrer Düngemaßnahmen.
Mehr Informationen zu dem Projekt sind auf der Internetseite des Innovationsbüros einzusehen.
Im abgeschlossenen Projekt „Nachhaltiger Zwischenfruchtanbau im Ökologischen Marktfruchtbau“ wurde das Potenzial verschiedener Zwischenfrüchte und Zwischenfruchtanbaustrategien bewertet, um die Bodenfruchtbarkeit langfristig zu erhalten und zu verbessern. Gleichzeitig sollten die Ertragsleistungen der Folgefrüchte stabilisiert und nachhaltig gesteigert werden. Die Untersuchungen erfolgten sowohl auf Praxisbetrieben als auch in gezielten Exaktversuchen, wobei ein besonderer Fokus auf standortspezifische Unterschiede und deren Einfluss auf Bodenfruchtbarkeit und Erträge lag.
Die Arbeit konzentrierte sich auf mehrere Schlüsselstrategien:
Das Projekt untersuchte unter praktischen und exakten Versuchsbedingungen vier innovative Anbaustrategien:
Diese Strategien führten zu wichtigen Erkenntnissen über die Anpassungsfähigkeit und Wirkung der getesteten Zwischenfruchtanbausysteme. Das Projekt trug zur Entwicklung nachhaltiger Methoden für eine optimierte Bodenfruchtbarkeit im Öko-Marktfruchtbau bei und bot gleichzeitig wertvolle Einblicke in die Ertragssteigerung und ökologische Stabilität von Anbauflächen.
Mehr Informationen zu dem Projekt sind auf der Internetseite des Innovationsbüros einzusehen.
Die Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein hat als Lead-Partner das Projekt „Heimische Eiweißpflanzen“ durchgeführt, das darauf abzielte, den Anbau von Körnerleguminosen im konventionellen und ökologischen Landbau zu fördern und die heimische Eiweißpflanzenproduktion in Schleswig-Holstein nachhaltig auszubauen.
Im Zentrum des Projekts stand die Förderung des Anbaus und der innerbetrieblichen Verwertung von Körnerleguminosen, insbesondere der Ackerbohne. Diese Pflanzenarten sind nicht nur eine wichtige Eiweißquelle für die Tierernährung, sondern tragen auch zur Diversifizierung der Anbauflächen und zur Stärkung der regionalen Landwirtschaft bei. Ziel des Projekts war es, die Verwertung der Ackerbohne durch die Weiterentwicklung innovativer Verfahrensmethoden zu optimieren und den Einsatz dieser heimischen Eiweißpflanzen in der Tierernährung zu verbessern.
Ein wesentlicher Fokus lag dabei auf der Steigerung des Futterwertes der Ackerbohne, insbesondere durch die Wärmebehandlung mittels einer mobilen Expanderanlage. Diese Technik sollte helfen, die Futterqualität zu erhöhen und die Ackerbohne als wertvolle Futterquelle für Rinder, Schweine und Legehennen attraktiver zu machen.
Das Projekt zeigte, dass der Anbau und die Nutzung von Körnerleguminosen in Schleswig-Holstein durch gezielte Maßnahmen im Bereich der Nacherntebehandlung und Futterwertsteigerung signifikant gefördert werden kann. Die Wärmebehandlung und das Schälen der Ackerbohnen erwiesen sich als vielversprechende Methoden zur Verbesserung der Futterqualität und der innerbetrieblichen Verwertung.
Die gewonnenen Erkenntnisse aus den Fütterungsversuchen und Marktanalysen bieten wichtige Impulse für die Weiterentwicklung der heimischen Eiweißpflanzenproduktion.
Mehr Informationen zu dem Projekt sind auf der Internetseite des Innovationsbüros einzusehen.