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Spargelsaison 2026:

Schleswig-Holsteins Spargelanbauer ziehen zufriedenstellende Bilanz

Eine überwiegend positive Saisonbilanz 2026 ziehen die Spargelanbauer aus Schleswig-Holstein. Nach der Saison ist vor der Saison: Für die Erntemengen 2027 sind jetzt gute Wachs-tumsbedingungen entscheidend, damit die Pflanzen ausreichend Nährstoffe für das kommende Jahr einlagern können. Foto: Thomas Hanf, LKSH

Eine überwiegend positive Bilanz ziehen die meist direkt vermarktenden Spargelanbauer in Schleswig-Holstein zum Abschluss der Spargelsaison am 24. Juni. Im Vergleich zum Vorjahr fehlte bei vielen Betrieben jedoch der erfolgreiche Saisonauftakt zu Ostern. Grund dafür waren die aufgrund des frühen Ostertermins noch geringen Erntemengen sowie eine verhaltene Nachfrage. Dafür war vor allem der Mai durch stabile Absatzmengen geprägt. Das Wetter zu Pfingsten sorgte anschließend für gute Spargelverkäufe, und auch der Juni ohne besondere Feiertagshöhepunkte entwickelte sich insgesamt zufriedenstellend.

Nun beginnt im Spargelanbau die wichtigste Zeit für die Erträge der Ernte 2027. Deshalb werden die Bestände auch spätestens am 24. Juni aus der Ernte genommen, damit sie eine genügend lange Zeit Nährstoffe für das Wachstum der Triebe im nächsten Jahr einlagern.

Flächenvorbereitung

Mit sehr guten Witterungsbedingungen begann das Spargeljahr bereits im März. Die Spargelbauern im Land konnten ihre Flächen optimal für die Saison vorbereiten. Dazu wurden die Spargeldämme aufgezogen und die Folien aufgelegt. Durch die günstigen Bedingungen waren die Dämme feinkrümelig und konnten sich schnell erwärmen. Dies ist entscheidend, denn Spargel wächst erst ab Bodentemperaturen von etwa zehn bis zwölf Grad Celsius im Bereich der Triebkrone besonders gut.

Saisonstart nach Ostern

Leider gelang den meisten Betrieben kein Saisonstart vor Ostern. Aufgrund des frühen Ostertermins konnte die Spargelernte 2026 trotz der guten Voraussetzungen erst nach den Feiertagen beginnen. Dadurch fehlten wichtige Absatzimpulse zum Saisonauftakt, wie sie im Vorjahr noch vorhanden waren. Das Gros der Spargelanbauer in Schleswig-Holstein startete Mitte April in die neue Saison.

Offizieller Spargelanstich am „Südbalkon“

Auf dem Betrieb der Familie Kaiser in Salem wurde die Spargelsaison 2026 für Schleswig-Holstein am 8. April offiziell eröffnet. Der „Südbalkon“ des Landes zeigte sich dabei von seiner besten Seite. Die Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein und der Arbeitskreis Spargel freuten sich gemeinsam mit den Gastgebern über eine rege Pressebeteiligung und einen gelungenen Verlauf der Veranstaltung. Zu diesem Zeitpunkt verfügten viele Betriebe dank ihrer Foliensysteme bereits über erste nennenswerte Spargelmengen. Der Termin bot somit eine gute Gelegenheit, Verbraucherinnen und Verbraucher erneut auf die Vorteile saisonaler und regionaler Produkte aufmerksam zu machen.

Gute Erntemengen und solider Absatz im April und Mai

Das sonnige Wetter sowie die Feiertage zum 1. Mai, Muttertag, Christi Himmelfahrt und insbesondere Pfingsten sorgten in den Wochen nach Ostern für die nötigen Kaufanreize. Die Betriebe zeigten sich mit dem Absatz insgesamt zufrieden. Gleichzeitig gewährleisteten die sonnigen Tage ausreichende Erntemengen. Die Nachfrage passte im Verlauf der Saison meist gut zu den produzierten Mengen. In Schleswig-Holstein werden rund 90 Prozent des erzeugten Spargels direkt vermarktet.

Nach der Saison ist vor der Saison

Bereits Anfang Juni wurden die früheren Spargelanlagen aus der Produktion genommen. Bis zum 24. Juni folgen nach und nach auch die späteren Spargelflächen. Hintergrund ist, dass die Anzahl der erntbaren Triebe je Spargelpflanze begrenzt ist. Nach der Ernte müssen ausreichend kräftige Triebe wachsen können, damit die Pflanzen über die Photosynthese die notwendigen Nährstoffe für die Bildung neuer Triebe einlagern können. Damit beginnt die entscheidende Phase für die Spargelernte 2027 unmittelbar nach Abschluss der Ernte 2026.

Die wichtigste Aufgabe besteht nun darin, die Bestände möglichst bis in den Oktober gesund zu erhalten. Ein wüchsiges Wetter mit warmen Temperaturen und ausreichender Bodenfeuchte ist dafür besonders zu Beginn dieser Phase von großer Bedeutung.

Auch die Schlussbilanz fällt zufriedenstellend aus

Insgesamt wird die diesjährige Spargelsaison von den meisten Spargelanbauern im Land als solide eingeschätzt. Die sonnigen Wochen im Mai sorgten für gute Verkaufsmengen, während Feiertage und Wochenenden immer wieder für Absatzhöhepunkte sorgten. Der Trend hin zu absatzstarken Verkaufstagen setzt sich weiter fort. Die Qualität der geernteten Ware wurde über die gesamte Saison hinweg als sehr gut beurteilt. Die überwiegend stabilen Preise in der Direktvermarktung sorgten ebenfalls für zufriedenstellende Umsätze, da die Erntemengen nach derzeitiger Einschätzung auf dem Niveau des Vorjahres lagen. Laut Statistikamt wurden in Schleswig-Holstein im vergangenen Jahr rund 2.100 Tonnen Spargel geerntet. Für das aktuelle Jahr liegen noch keine offiziellen Zahlen vor. 

Die Verbraucherinnen und Verbraucher schätzen weiterhin die Vorteile regional erzeugten Spargels. Die im April zunächst zurückhaltende Nachfrage stabilisierte sich im Verlauf der Saison wieder. Auch im feiertagsarmen Juni passten Angebot und Nachfrage insgesamt gut zusammen.

Eine abschließende wirtschaftliche Bewertung des Jahres ist derzeit noch nicht möglich, da die Saison zunächst betriebswirtschaftlich ausgewertet werden muss.

„Mit dem Ende der Spargelsaison beginnt für die Betriebe bereits die Vorbereitung auf die Ernte 2027. Umso wichtiger ist es, dass Verbraucherinnen und Verbraucher weiterhin bewusst regionale und saisonale Lebensmittel nachfragen. Sie leisten damit einen wichtigen Beitrag zum Erhalt einer vielfältigen und leistungsfähigen Landwirtschaft in Schleswig-Holstein“, sagt Präsidentin Ute Volquardsen.

Die Pressemitteilung im PDF-Format 

Verantwortlich für den Pressetext: 

Dr. Laura Maxi Stange, Pressesprecherin der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein, Telefon: 0 43 31-94 53-109, lmstange@lksh.de