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Stickstoffdünger für Landwirte billiger?

EU streicht Importzoll

Die EU setzt den Einfuhrzoll für stickstoffhaltige Düngemittel einschließlich Harnstoff und Ammoniak für ein Jahr aus. Doch es gilt eine wichtige Ausnahme.
Die EU-Importzölle auf stickstoffhaltige Düngemittel einschließlich Harnstoff und Ammoniak werden für ein Jahr ausgesetzt. Mit dieser Maßnahme will die EU die europäischen Landwirte kurzfristig beim Kauf von Mineraldünger entlasten. Die EU-Kommission rechnet mit einem Entlastungseffekt von 60 Mio. Euro. Es gilt jedoch weiterhin eine wichtige Ausnahme vom zollfreien Import: Lieferungen aus Russland und aus Belarus werden wegen des russischen Angriffskriegs in der Ukraine nicht zollbefreit.Die befristete Zollbefreiung tritt in Kraft, sobald sie im EU-Amtsblatt veröffentlicht ist. Die EU-Kommission hatte den Schritt Ende Februar vorgeschlagen. Ziel ist es, die Kosten für die Landwirtschaft und die Düngemittelindustrie vor dem Hintergrund des Irankrieges zu senken. Gleichzeitig soll die Abhängigkeit der EU von Düngemittelprodukten aus Russland und Belarus gemindert werden, indem mehr und neue Lieferländer einen erleichterten Zugang zum Binnenmarkt erhalten. Weitere Maßnahmen zur Stärkung der europäischen Düngemittelversorgung und zur Senkung der Düngerpreise hat die EU-Kommission in einem Aktionsplan angekündigt, den die Brüsseler Behörde vergangene Woche vorgelegt hat.Im Einzelnen gilt die Aussetzung der Einfuhrzölle nur für Produkte, die nicht bereits zollfrei aus Drittstaaten in die EU eingeführt werden und die im Rahmen der Meistbegünstigung einen bevorzugten Marktzugang erhalten. Um die Interessen der EU-Hersteller zu schützen, ist die Maßnahme laut der zypriotischen Ratspräsidentschaft auf eine Warenquote begrenzt, die dem Volumen der Meistbegünstigungseinfuhren des Jahres 2024 zuzüglich 20 % des im selben Jahr aus Russland und Belarus eingeführten Volumens entspricht.Im Jahr 2024 importierte die EU 2 Mio. Tonnen Ammoniak und 5,9 Mio. Tonnen Harnstoff, insbesondere zur Herstellung von Stickstoffdüngern. Darüber hinaus führte die Gemeinschaft 6,7 Mio. Tonnen stickstoffhaltige Düngemittel sowie stickstoffhaltige Gemische ein. Ein erheblicher Teil der stickstoffhaltigen Düngemittelimporte in die EU sind bereits zollfrei aus Ländern, die von einem präferenziellen Zugang zum europäischen Markt profitieren. Gleichwohl werden weiterhin große Mengen aus Ländern bezogen, die dem Gemeinsamen Zolltarif unterliegen. Die Zollsätze belaufen sich auf 5,5 % bis 6,5 %. (agrarheute)