Markt aktuell

Rübenernte bricht ein

Ertrag in Süddeutschland bei 41 t/ha

In Rheinland-Pfalz bringen Zuckerrüben nur 41 t je ha, so wenig wie seit 1991 nicht. 
Zikade, Fäulnis und Dürre haben die Zuckerrübenernte einbrechen lassen. Nach Angaben der Verbände werde derzeit rund 41 t Rüben je ha geerntet mit kaum mehr als 7,5 t Zucker. Das sei der niedrigste Wert seit Beginn der Aufzeichnungen 1991. 
Zikade überträgt mehrere Erreger
Hauptursache ist laut Verband die Schilf-Glasflügelzikade. Das Insekt überträgt mehrere Krankheitserreger zugleich, den sogenannten SBR-Komplex. Befallene Rüben bilden wenig Zucker, werden gummiartig und faulen. In diesem Jahr sei die Zikade so früh und so stark geflogen wie noch nie. Dazu kamen die Rübenmotte, deren Larven sich in die Rübe fressen, und eine extreme Trockenheit. In Südhessen retteten Landwirte mit teurer Beregnung mehr Masse. Doch auch dort seien die Rüben oft so krank, dass sie kaum zu lagern und schwer zu verarbeiten seien. Selbst die Rübenschnitzel taugten wegen der Pilzbelastung kaum noch als Rinderfutter.
„Trockenheit allein erklärt dieses Jahr nicht“, sagt Verbandsgeschäftsführer Christian Lang. „Das sind versäumte Anpassung, abgebaute Forschung und fehlender Pflanzenschutz.“ Seit 2019 habe die EU keinen neuen chemisch-synthetischen Pflanzenschutzwirkstoff mehr genehmigt, im selben Zeitraum seien über 80 weggefallen. Auf den Feldern gebe es aber deutlich mehr Schädlinge.
Bundesregierung einigt sich auf Zuckersteuer
Das Kabinett hat grünes Licht für die geplante Zuckersteuer gegeben. Vor allem größere Getränkehersteller wird die Steuer treffen. Die Bundesregierung will zuckerhaltige Getränke künftig stärker besteuern. Das Ziel: Hersteller sollen einen Anreiz bekommen, ihre Rezepturen hin zu einem geringeren Zuckergehalt anzupassen. Zudem soll die Abgabe zusätzlich Einnahmen für den Bundeshaushalt bringen und besonders zur Stabilisierung der gesetzlichen Krankenkasse beitragen.
In den letzten Wochen sorgen mehrere Vorschläge von Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) für Kritik. Die Bundesregierung hat sich auf eine eingekürzte Version der Zuckersteuer geeinigt. Sie sieht einen Start ab dem 1. Juli 2027 mit zwei Steuerstufen vor. Die Zuckersteuer soll vor allem größere Getränkehersteller treffen. Diese weitergehende Ausnahme muss nun von der EU‑Kommission genehmigt werden. Wie viele Unternehmen dadurch von der Steuer verschont bleiben, lässt sich bislang nicht beziffern. (az, top agrar)