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Innovationen und neue Technologien für die Baumschule

Mitte August fand im Gartenbauzentrum der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein (LKSH) in Ellerhoop der 13. Holsteiner Versuchsnachmittag statt ...

Eine Menschengruppe im Gartenbauzentrum Ellerhoop

Dr. Frank Schoppa begrüßte die Anwesenden im Namen des BdB LV Schleswig-Holstein und bedankte sich mit Pflanzengeschenken bei der Kammergeschäftsführerin Stephanie Wetekam die gute und erfolgreiche Zusammenarbeit. Foto: Mario Wienert

Mitte August fand im Gartenbauzentrum der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein (LKSH) in Ellerhoop der 13. Holsteiner Versuchsnachmittag statt. Die Veranstaltung startete um 13.30 Uhr mit einer Begrüßung durch Dr. Andreas Wrede und Geschäftsführerin Stephanie Wetekam im Namen der LKSH.

Anschließend folgte traditionell der Vortragsteil mit drei sehr unterschiedlichen und spannenden Vorträgen. Elisabeth Götte (LWK NRW) beschäftigte sich mit dem zunehmenden Wegfall von Wirkstoffen und den dadurch immer weniger werdenden Möglichkeiten, Pflanzen zu schützen. Besonders in der Baumschule und im Zierpflanzenbau ist es schwierig, neue Wirkstoffe zur Verfügung zu bekommen. Auch biologische Alternativen können diese Lücken bisher nicht vollständig schließen. Als mögliche Lösungen nannte sie unter anderem moderne Applikationstechnik, neue Wirkstoffe und alternative Pflanzenschutzmaßnahmen. Dr. Andreas Wrede berichtete über die Entstehung von Ringwurzeln bei Baumschulkulturen. Dabei stellte er die gängige Annahme infrage, dass Ringwurzeln hauptsächlich durch die Kultur im Container entstehen. Nach neuesten Erkenntnissen der LKSH spielen insbesondere der Schnitt der Jungware sowie die Standzeiten in den jeweiligen Gefäßen eine entscheidende Rolle bei der Entstehung von Ringwurzeln. Durch eine angepasste Kulturführung lässt sich deren Bildung möglicherweise vermeiden oder reduzieren. Dr. Benjamin Schulze (Viridion GmbH) stellte eine von ihm und seinem Team entwickelte Lösung für Baumschulen vor, die mithilfe von künstlicher Intelligenz die Bestandsverwaltung erleichtern soll. Bei der Durchfahrt durch die Quartiere werden Bilder der Pflanzen aufgenommen und anschließend KI-gestützt ausgewertet. Dadurch sollen beispielsweise Größen und Qualitäten einzelbaumgenau erfasst und ein möglichst exakter digitaler Bestand erstellt werden können.

Nach den Vorträgen wurde die Zuhörerschaft auf die hinter dem Hauptgebäude liegenden Versuchsflächen geführt. Dort fanden die diesjährigen Maschinenvorführungen statt. Der Fokus lag auf neuen und innovativen Technologien, die in der Baumschulpraxis bislang noch nicht oder nur in geringem Umfang eingesetzt werden. Dabei wurde deutlich, dass verschiedene dieser Technologien großes Potenzial besitzen, um Arbeitsabläufe in der Baumschule zukünftig effizienter zu gestalten. Den Auftakt der Vorführungen machte Dr. Benjamin Schulze, der das zuvor im Vortrag vorgestellte System zur digitalen Baumerkennung live vorführte. Anschließend stellte die Firma Escarda Technologies ihren Laserweeder vor. Das System nutzt Kameras und künstliche Intelligenz, um Kulturpflanzen von Unkräutern zu unterscheiden. Ein Laser trifft anschließend gezielt das Wachstumszentrum des Unkrauts und verhindert dadurch dessen Weiterentwicklung oder führt zum Absterben der Pflanze. Auch die Firma naiture präsentierte einen Laserweeder. Bei der Vorführung konnten die Besucherinnen und Besucher eindrucksvoll beobachten, wie Unkräuter in einem mit Abies nordmanniana bepflanzten Sämlingsbeet gezielt bekämpft wurden. Die Firma Agravis/Newtec stellte ihren autonom fahrenden Hackroboter Farming GT vor. Auch dieser nutzt Kameras und künstliche Intelligenz, um Kulturpflanzen zu erkennen. Mithilfe mechanischer Hackscharen werden die Unkräuter zwischen den Kulturpflanzen beseitigt. Der Roboter kann sich selbstständig durch die Quartiere bewegen und damit Hackarbeiten übernehmen, für die bislang ein Schlepper und Fahrer erforderlich sind. Den Abschluss der Maschinenvorführungen bildete die Firma Christoph Peveling mit ihrem autonom fahrenden Mähroboter. Dieser fuhr durch ein mit Abies nordmanniana bepflanztes Quartier und mulchte dort die vorhandene Kleeuntersaat.

Nach Abschluss der Vorträge und Maschinenvorführungen endete der fachliche Teil des Holsteiner Versuchsnachmittags. Im Anschluss eröffnete Herr Dr. Frank Schoppa die Florum-Firmenmesse und stellte die einzelnen Aussteller vor. Diese gaben den Besucherinnen und Besuchern anschließend einen kurzen Einblick in die von ihnen mitgebrachten Produkte und Innovationen.
Alles in allem bot auch der 13. Holsteiner Versuchsnachmittag eine gelungene Kombination aus aktuellen Versuchsergebnissen, Fachvorträgen und der praktischen Vorführung innovativer Technologien. Besonders die vorgestellten digitalen, autonomen und laserbasierten Verfahren zeigten, welche Möglichkeiten sich für eine effizientere und zukunftsfähige Baumschulpraxis ergeben können.