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Start in die Spargelsaison 2026: Regionaler Genuss, hohe Qualität und optimistischer Blick nach vorn

Mit dem offiziellen Spargelanstich am 8. April 2026 auf dem Hof Kaiser in Salem hat die Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein gemeinsam mit den Spargelbetrieben im Land die diesjährige Spargelsaison eröffnet.

Vorstandsmitglied Jochen Flessner und Spargelherzogin Hanna I. stechen den ersten Spargel. Foto: Dr. Laura Maxi Stange, LKSH

Der erste Spargel ist da! Foto: Dr. Laura Maxi Stange, Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein

Damit fällt der Startschuss für eines der wichtigsten saisonalen regionalen Produkte im Land. Zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter aus Landwirtschaft, Politik und Medien begleiteten den traditionellen Saisonauftakt.

Bei optimalen Bedingungen konnten die Spargelflächen Anfang bis Mitte März von den Spargelbauern im Land vorbereitet werden. Nach diesem Winter, mit vielen frostigen Perioden aber nicht überdurchschnittlichen Niederschlägen trockneten die oft „leichten“ Spargelflächen schnell ab. Dadurch konnten Dämme mit feinkrümeliger Struktur geformt werden, die ein schnelles Erwärmen und optimale Wachstumsbedingungen für den Spargel ermöglichen. Der Spargel wächst erst richtig gut bei Temperaturen um zwölf Grad Celsius an der „Triebkrone“, also etwa 40 cm unter der Dammoberfläche.

Dank der Foliensysteme auf und über den Dämmen stehen den meisten Betrieben inzwischen nennenswerte Spargelmengen zur Verfügung. Somit hat sich ein Saisonstart Anfang April etabliert, der noch vor einigen Jahren eher die Ausnahme war. Vor Ostern konnten auf einigen Betrieben bereits geringe Mengen geerntet werden, inzwischen startet bei den meisten Betrieben im Land Ernte und Vermarktung. Der Termin zum Vermarktungsstart soll die Verbraucher darauf aufmerksam machen, bewusst auf saisonale und regionale Ware zu setzen, da ein höherer Anteil regional produzierter Ware mit kürzeren Transportwegen und geringeren Umweltauswirkungen verbunden ist.

Regional erzeugter Spargel steht für kurze Transportwege, besondere Frische und nachvollziehbare Produktionsstandards. Beim Kauf von Spargel aus der Region können Verbraucherinnen und Verbraucher qualitativ hochwertige Produkte erwarten. Zudem weisen hier produzierte Gemüseprodukte aufgrund der kurzen Wege einen vergleichsweise geringen CO₂-Fußabdruck auf.

Die Bedeutung regionaler Erzeugung ist in den vergangenen Jahren weiter in den Fokus gerückt – auch vor dem Hintergrund anfälliger globaler Lieferketten. Beim Spargel zeigt sich dies besonders deutlich: Rund 85 Prozent der Nachfrage werden durch heimische Betriebe gedeckt (AMI, 2024).
Der Pro-Kopf-Verbrauch lag zuletzt bei 1,16 Kilogramm. Private Haushalte kauften im Jahr 2024 durchschnittlich rund 1,8 Kilogramm Spargel – weiß und grün, einschließlich Importware (AMI/YouGov CP Germany). Der größte Anteil fällt in Deutschland auf frischen Spargel in der Saison.

Spargelbetriebe blicken zuversichtlich auf die Saison
Die Spargelbetriebe in Schleswig-Holstein blicken insgesamt optimistisch auf die bevorstehende Saison und hoffen auf eine rege Nachfrage. Die Landwirtschaftskammer geht davon aus, dass sich die Preise zu Beginn auf einem ähnlichen Niveau wie im Vorjahr bewegen werden. Die Betriebe bieten unterschiedliche Sortierungen und Preissegmente an, sodass für verschiedene Ansprüche ein passendes Angebot vorhanden ist.

Die Arbeitskräfte für die Saison kommen weiterhin überwiegend aus Polen, Rumänien und Bulgarien. In einigen Regionen gestaltet sich die Gewinnung von Saison- und Verkaufspersonal zunehmend schwieriger.  Darum reagieren die Betriebe flexibel, etwa mit angepassten Öffnungszeiten oder einer reduzierten Zahl an Verkaufsständen.

Fakten zum Spargel
Spargel gilt als klassischer Frühlingsbote und markiert jedes Jahr den Beginn der heimischen Gemüsesaison. Er ist ein klassisches Saisonprodukt und nur bis zum 24. Juni (Johanni) erhältlich. Mit steigenden Temperaturen werden die Erntemengen in den kommenden Wochen zunehmen. Die Haupterntemengen werden in Schleswig-Holstein zwischen Ende April und Mitte Mai erwartet.
Knapp 480 Hektar Spargel werden in Schleswig-Holstein von 39 Betrieben bewirtschaftet, davon sind 78 Hektar Junganlagen (Statistikamt Nord, 2025). Im Vergleich zu bundesweiten Entwicklungen ist die Anbaufläche im Land zuletzt stabil geblieben beziehungsweise leicht gestiegen.
Zu den Herausforderungen der Branche zählen steigende Produktionskosten – insbesondere durch höhere Löhne für Saisonarbeitskräfte – sowie die Verfügbarkeit von Personal in Ernte, Verarbeitung und Verkauf. Auch zunehmende bürokratische Anforderungen stellen die Betriebe vor zusätzliche Aufgaben.
In Schleswig-Holstein spielt die Direktvermarktung eine zentrale Rolle: Rund 90 % des Spargels werden direkt über Hofläden, Verkaufsstände, Wochenmärkte oder den regionalen Handel vermarktet. In der vergangenen Saison wurden etwa 2.100 Tonnen Spargel geerntet.

Frische als Qualitätsmerkmal
Frischer Spargel zeichnet sich durch geschlossene Spitzen und saftige Schnittstellen aus. Aufgrund kurzer Transportwege gelangt regional erzeugter Spargel besonders schnell zum Verbraucher und kann so seine Qualität und Inhaltsstoffe besser bewahren.
Spargel ist zudem kalorienarm und enthält unter anderem Kalium, Magnesium sowie Folsäure.

Fazit
Die Spargelproduzenten in Schleswig-Holstein können in diesem Jahr bereits früh in die Saison starten. Die Landwirtschaftskammer empfiehlt, beim Einkauf auf regionale und saisonale Ware zu achten. Kurze Transportwege sichern Frische und Qualität und tragen zugleich zur Umweltentlastung bei.
Mit dem Spargelanstich ist die Saison nun auch offiziell eröffnet. In den kommenden Wochen erreicht das Angebot seinen Höhepunkt – beste Voraussetzungen für frischen Spargel aus der Region.
Einen Überblick über Direktvermarkter bietet die Broschüre „Spargelstraße Schleswig-Holstein“ der Landwirtschaftskammer und des Arbeitskreises Spargel (https://www.lksh.de/fileadmin/PDF_Downloadcenter/Flyer_Broschueren/Verbraucher/Spargelstrasse_Schleswig-Holstein.pdf).


Verantwortlich für die Pressetext: Dr. Laura Maxi Stange, Pressesprecherin der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein, Telefon: 0 43 31-94 53-109, E-Mail: lmstange@lksh.de