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Frische, die man schmeckt

Erdbeersaison 2026 im Norden offiziell eröffnet

Tilman Keller, Bastian Soltau und Ute Volquardsen (v. li.) haben am 7. Mai die Erdbeersaison 2026 im Norden offiziell eröffnet. Foto: Dr. Laura Maxi Stange

Die Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein hat am heutigen 7. Mai gemeinsam mit dem Betrieb Hof Soltau und zahlreichen Medienvertreterinnen und -vertretern die Erdbeersaison 2026 offiziell eröffnet. Kammerpräsidentin Ute Volquardsen sagte zum Saisonstart: „Erdbeeren werden bei uns vollreif geerntet, genau das macht ihren Geschmack aus. Wer regional kauft, bekommt Frische, die man wirklich schmeckt und unterstützt die heimischen Erzeugerstrukturen.“

Saisonstart im langjährigen Durchschnitt

Nach einem langen und kalten Winter sorgte ein lichtreiches Frühjahr im März für gute Wachstumsbedingungen. Besonders unter Glas und Folie brachte die Sonneneinstrahlung die nötige Wärme für eine zügige Entwicklung der Pflanzen. Damit beginnt die Erdbeerernte im Norden wie im langjährigen Durchschnitt Anfang Mai. Auf dem Hof Soltau wachsen aktuell verschiedene frühe und etwas spätere Sorten in geschützten Systemen. Der Saisonstart liegt damit insgesamt im langjährigen Mittel, auch wenn sich die Vegetation im Frühjahr zunächst uneinheitlich entwickelt hat. 

Für die Pflanzen war der Winter mit ausreichend Kältestunden wichtig, da sie eine stabile Ruhephase ermöglichten und den Blütenaustrieb im Frühjahr förderten. Die derzeit gute Blütenentwicklung lässt auf eine hohe Fruchtqualität in der laufenden Saison schließen. 

Marktsituation und Preisgestaltung

Zum Beginn der Saison ist das Angebot traditionell noch begrenzt, da die Erdbeeren überwiegend aus geschütztem Anbau stammen. Entsprechend liegt der Preis für die 500-Gramm-Schale derzeit bei etwa 6,00 bis 6,60 Euro. Viele Betriebe setzen auf die Direktvermarktung über Hofläden und Verkaufsstände an verbrauchernahen Standorten und bieten die Früchte pflückfrisch an. Heimische Erdbeeren überzeugen dabei durch ihren Geschmack, ihre Frische und kurze Transportwege, die zugleich die Umwelt schonen. Der Vorteil der schleswig-holsteinischen Erzeuger liegt dabei in der Marktnähe und der hohen Qualität der regionalen Ware. Mit steigenden Erntemengen und dem Übergang in die Freilandsaison ist – je nach Witterungsverlauf – mit sinkenden Preisen zu rechnen.

Strukturwandel und betriebswirtschaftliche Rahmenbedingungen

Die Entwicklung der vergangenen Jahre zeigt einen deutlichen Strukturwandel im Erdbeeranbau. Die Erntemengen schwanken stärker, während Qualität und gezielte Vermarktung zunehmend an Bedeutung gewinnen. Im Jahr 2025 lag die Freilandernte in Deutschland bei rund 75.500 Tonnen. Gleichzeitig ist die Anbaufläche weiter zurückgegangen, während der geschützte Anbau auf rund 2.000 Hektar ausgeweitet wurde. 

Wirtschaftlich bleibt die Situation für die Betriebe angespannt. Steigende Kosten für Energie, Arbeitskräfte und Betriebsmittel wirken sich deutlich auf die Produktion aus. Insbesondere der Mindestlohn sowie höhere Logistik- und Vermarktungskosten führen dazu, dass Betriebe ihre Produktionssysteme anpassen und verstärkt auf effiziente Anbauverfahren sowie kurze Vermarktungswege setzen.

Qualität durch Handarbeit und Reife

Erdbeeren zählen zu den empfindlichsten Früchten. Sie werden täglich in den frühen Morgenstunden mit großer Sorgfalt von Hand geerntet, wenn sie ihren optimalen Reifegrad erreicht haben.

Das ist entscheidend für den Geschmack: 

Erdbeeren entfalten ihr volles Aroma ausschließlich an der Pflanze. Mit zunehmender Reife steigt jedoch auch ihre Empfindlichkeit, daher sind kurze Transportwege und eine schnelle Vermarktung besonders wichtig. Ein Großteil der Früchte wird direkt über Hofläden, Verkaufsstände oder Selbstpflückangebote vermarktet. Rund 50 Selbstpflückfelder in Schleswig-Holstein ermöglichen Verbraucherinnen und Verbrauchern einen direkten Zugang zur Ernte.

Beliebtes Obst mit vielen Facetten

Erdbeeren gehören weiterhin zu den beliebtesten Obstarten in Deutschland. Der Pro-Kopf-Verbrauch liegt bei rund drei Kilogramm jährlich, der Selbstversorgungsgrad bei etwa 50 Prozent.

Weltweit gibt es über 1.000 Erdbeersorten. Botanisch sind Erdbeeren keine Beeren, sondern sogenannte Sammelnussfrüchte, die kleinen gelben Körnchen auf der Oberfläche sind die eigentlichen Früchte. Die heute bekannten großfrüchtigen Sorten entstanden erst im 18. Jahrhundert aus amerikanischen Arten. Auch ernährungsphysiologisch überzeugen Erdbeeren: Mit rund 65 mg Vitamin C pro 100 Gramm enthalten sie mehr Vitamin C als viele Zitrusfrüchte und sind zugleich kalorienarm.

Der Betrieb Hof Soltau auf einen Blick

Der Hof Soltau bewirtschaftet insgesamt rund 310 Hektar Fläche. Der Erdbeeranbau hat hier seit dem Jahr 2000 Tradition. Neben 9 Hektar Erdbeeren werden unter anderem 18 Hektar Spargel, 3 Hektar Blaubeeren und 1 Hektar Himbeeren angebaut.

Der Erdbeeranbau auf dem Betrieb ist heute differenziert aufgestellt:

•             2 Hektar im verfrühten Anbau im Folientunnel 

•             1 Hektar im geschützten Anbau unter Regendach 

•             6 Hektar im Freiland 

Ausblick auf die Saison

Die Erdbeersaison 2026 startet unter insgesamt guten Voraussetzungen, bleibt jedoch abhängig vom weiteren Witterungsverlauf in den kommenden Wochen. „Erdbeeren stehen wie kaum ein anderes Produkt für Regionalität, Frische und Sommergenuss“, so Präsidentin Ute Volquardsen. „Wer jetzt heimische Erdbeeren kauft, entscheidet sich bewusst für Qualität und unterstützt die Landwirtschaft vor Ort.“

Wer Erdbeeren direkt beim Erzeuger kaufen möchte, findet eine Übersicht regionaler Anbieter auf der Internetseite der Landwirtschaftskammer: www.lksh.de/landleben/einkaufen-beim-erzeuger/obst-aus-der-region/

Weitere Informationen rund um das Thema regional einkaufen bietet zudem „Gutes vom Hof“: www.gutes-vom-hof.sh

Die Pressemitteilung im PDF-Format 

Verantwortlich für diesen Pressetext: Dr. Laura Maxi Stange, Pressesprecherin Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein, Tel.: 0 43 31-94 53 109, lmstange@lksh.de