Die Wintergerstenernte ist in Schleswig-Holstein bis auf Restflächen abgeschlossen. Inzwischen hat auch die Ernte von Raps, Erbsen und Winterweizen begonnen. Die bisher vorliegenden Ergebnisse der Landessortenversuche weisen eine große Spannweite auf. Je nach Region, Standort und Niederschlagsverteilung fallen Erträge und Qualitäten sehr unterschiedlich aus. Im Grünland ist die Situation insgesamt günstig.
Spannweite bei der Getreideernte
Bei der Wintergerste wurden insbesondere im Norden Schleswig-Holsteins gute Er-träge erzielt. Die Landessortenversuche weisen zudem gute bis sehr gute Qualitäten aus. Die Varianz ist jedoch groß: Vor allem auf südöstlichen Standorten fielen die Erträge abhängig von Niederschlagsmenge und -verteilung geringer aus. Auch die Qualitäten wurden dort teilweise durch Trockenheit und Hitze beeinträchtigt.
Die Strohernte verlief unter überwiegend trockenen Bedingungen gut, teilweise war das Stroh zum Erntezeitpunkt jedoch noch etwas grün. Sofern Witterung und Reife-zustand es zulassen, werden aktuell Erbsen, Raps und Winterweizen geerntet. Paral-lel beginnen die Vorbereitungen für die Rapsaussaat im August und die Bestellung der ersten Winterzwischenfrüchte. Sorge bereiteten regional die starken Gewitter Mit-te Juli, die insbesondere im Süden Schleswig-Holsteins teils erhebliche Schäden in allen Kulturen verursachten.
Rapsernte beginnt auf leichten Standorten
Auf leichten Standorten hat die Ernte früher und gleichmäßig abreifender Rapssorten begonnen. Erste Meldungen deuten auf zufriedenstellende Erträge hin. Die Witte-rungsbedingungen waren für die Entwicklung des Rapses im ersten Halbjahr 2026 insgesamt günstig, zudem blieb der Krankheitsdruck überwiegend niedrig. Regional trat allerdings ein erhöhter Befall durch die Kohlschotenmücke auf. Hinzu kommen örtlich starke Schäden infolge der Unwetter der vergangenen Wochen.
Gute Erträge im Grünland
Auch im Grünland verlief die bisherige Saison positiv. Für den ersten Schnitt boten sich im Mai zwei günstige Erntefenster, in denen landesweit überwiegend gute Erträ-ge und Qualitäten eingefahren wurden. Entsprechend zog sich auch der zweite Schnitt über einen längeren Zeitraum hin, ist inzwischen aber landesweit abgeschlos-sen.
Für die Heuernte bestanden gute Bedingungen. Auch die weiteren Wachstumsbedingungen und Erträge werden positiv eingeschätzt, sodass nach aktuellem Stand nicht mit einer Futter-knappheit zu rechnen ist.
Preise zum Erntestart
Die Preise für Getreide und Raps sind in den vergangenen Wochen gestiegen. Die Erzeuger-preise für Gerste liegen derzeit bei rund 175 € je Tonne, für Weizen bei etwa 210 € je Tonne. Damit notiert insbesondere Weizen zum Erntestart deutlich über dem Vorjahresniveau. Auch die Rapspreise haben angezogen: In Schleswig-Holstein werden derzeit Erzeugerpreise von mehr als 520 € je Tonne erzielt. Die weitere Entwicklung hängt unter anderem von den interna-tionalen Ernteaussichten und der Lage in der Schwarzmeerregion ab.
Verantwortlich für diesen Pressetext:
Dr. Laura Maxi Stange, Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein
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