Die Bestände von Wintergetreide und Winterraps sind geprägt durch die zurückliegenden Wochen eines sehr trockenen, aber auch kühlen Frühjahres. Insbesondere eine lange Phase von sonnigen, warmen Tagen gleichzeitig aber kalten bis regional oftmals frostigen Nächsten hat für eine verhaltene Entwicklung und Wachstum gesorgt.
Neben teilweisen Frostschäden in Knospen und Blüten beim Raps sind bei den Getreidekulturen häufig Stresssymptome in Verbindung mit Pflanzenschutzmaßnahmen aufgetreten, gerade viele Winterweizenbestände sind relativ heterogen und müssen neben starken Haupttrieben viele schwächere Nebentriebe für die Ertragsbildung mit ausbilden. Jedoch ist der Druck durch Pilzkrankheiten auf einem insgesamt niedrigen Niveau. Auch die Nährstoffaufnahme blieb längere Zeit gering, bis nun mit den jüngsten Niederschlägen und gestiegenen Temperaturen der letzten beiden Wochen die Situation sich entspannt hat und die applizierten Nährstoffgaben nun besser in den Getreidebeständen, insbesondere für den Weizen, aufgenommen werden können.
Für den weiteren Vegetationsverlauf wird allerdings noch weiterer Niederschlag benötigt, da nun die Phase eines höheren Wasserbedarfs zur Kornfüllung der Kulturen Raps und Gerste, bald auch für den Winterweizen anbricht. Die Bestellung von Sommergetreide, Leguminosen und Rüben wurde durch kurze Niederschlagsphasen im März und April in die Länge gezogen, ist aber abgeschlossen und die Feldaufgänge sind in Summe zufriedenstellend.
Achim Seidel
Landwirtschaftskammer SH
