Ertragsauswertung ab 2020 nach Hohenheim-Gülzower Serienauswertung

Mehrjährige Ergebnisdarstellung für das Anbaugebiet 2 „Sandstandorte Nord-West“

Für die 2020er Ertragsauswertung Öko-Wintergetreide hat nun auch die Landwirschaftskammer Schleswig-Holstein erstmals die Verfahren der „Hohenheim-Gülzower Serienauswertung“ (HGS) angewendet. Auch, oder gerade weil, im Öko-Versuchswesen insgesamt deulich weniger Versuchsergebnisse und Versuchsorte als bei vielen der übrigen Sortenversuche vorliegen, ergeben sich Vorteile durch die Einbeziehung möglichst vieler Versuchsjahre bei sinnvoller gewichteter Einbeziehung von Versuchen aus Nachbargebieten.

Schon länger wurden die Ergebnisse der Öko-Landessortenversuche Wintergetreide zusammengefasst für das Anbaugebiet Sandstandorte Nord-West (AG2) veröffentlicht. Hierbei handelte es sich aber nur um den arithmetischen Mittelwert über die drei im Anbaugebiet vorhandenen Öko-Landessortenversuche (LSV) der Landwirtschaftskammern Schleswig-Holstein und Niedersachsen. Gleiches gilt für die mehrjährigen, oft dreijährige Darstellungen. Aus heutiger biometrischer Sicht ist diese Vorgehensweise suboptimal. Die Definition der Anbaugebiete fand im Prozess der HGS-Verfahrensentwicklung statt. Deshalb sollten nach Möglichkeit diese Verfahren genutzt werden. 

Anbaugebiete sind fruchtartspezifisch definierte Anbau- oder Beratungsgebiete, zusammengesetzt aus mehreren Boden-Klima-Räumen (BKR). Die bundeseinheitlich definierten BKR sind die kleinsten nach pflanzenbaulichen Gesichtspunkten auf Basis von Boden-und Klimaparametern definierten Gebietseinheiten. Die BKR-Festlegung orientiert sich nicht an politischen Grenzen. Jeder Versuchsstandort ist eindeutig einem BKR zugeordnet und wird in den Auswertungsverfahren den jeweils beteiligten Anbaubgebieten zugeordnet und entsprechend gewichtet.

In den dargestellten Ergebnissen 2015-20 (Ökowinterroggen 2015-2019) bilden die schleswig-holsteinischen Orte Futterkamp und Lundsgaard sowie der niedersächsiche Standort Oldendorf und Osnabrück unser (Ziel-)Anbaugebiet 2. Weitere Versuche aus den Nachbargebieten Niedersachsens und Mecklenburg-Vorpommerns fließen mit optimal abgestufter Gewichtung in die Auswertung ein, ebenso wie alle in den Ziel- und Nachbaranbaugebieten verfügbaren Wertprüfungen. Auf Basis dieser vorliegenden höheren Standort- und Versuchsanzahl können besonders die erst zwei- und auch nur einjährig im regionalen schleswig-holsteinischen Sortiment geprüften Sorten unter der Einbeziehung vorjähriger Wertprüfungs-Ergebnisse und aus den Nachbarregionen mit höherer Sicherheit eingeschätzt werden.  


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  • Anbaugebiete des ökologischen Landbaus
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Dr. Hans-Paul Sierts
Landwirtschaftskammer Tel. +49 4627 89750, psierts@lksh.de