Akuelles

Landesjagdverband Schleswig-Holstein: 30 Jahre Seehundabkommen ist eine Erfolgsgeschichte

Vor 30 Jahren wurde das Abkommen über die Erhaltung der Seehunde im Wattenmeer, das „Wadden Sea Seal Agreement“ (WSSA) von Dänemark, den Niederlanden und Deutschland unterzeichnet. Auslöser für das Abkommen war das Seehundsterben im Jahr 1988. So lebten bereits 1999 über 15.000 Seehunde im Wattenmeer. Im Jahr 2020 stieg die Populationsgröße auf über 28.000 Seehunde. Das Abkommen kann aus heutiger Sicht also als mehr als erfolgreich gewertet werden.

Die Schleswig-Holsteinischen Seehundjägerinnen und Seehundjäger führen regelmäßig Kontrollfahrten durch. Foto: Pixabay

Dabei waren es vor allem die negativen Umwelteinflüsse, welche den Seehundbestand reduzierte. Die Jagd auf den Seehund wurde ab 1974 eingestellt und die Hege des Seehundes wurde zum Hauptaugenmerk der Jägerinnen und Jäger. Bis heute engagieren sich zahlreiche Seehundjägerinnen und Seehundjäger ehrenamtlich für den Meeressäugerschutz an den Küsten Schleswig-Holsteins. Sie eilen zur Hilfe, wenn verlassene Heuler von Touristen umringt werden oder wenn schwerverletzte Tiere an den Stränden liegen und leiden. Störfaktoren wie Tourismus und die damit verbundenen Auswirkungen benötigen fachkundige Aufklärungsarbeit, die von den ehrenamtlich engagierten Bürgerinnen und Bürgern im Wattenmeer geleistet wird. Und dies mitunter seit Jahrzehnten, schon bevor das Trilaterale Abkommen geschlossen wurde.

So gründeten die Gemeinde Friedrichskoog und der Landesjagdverband die bis heute bestehende Seehundstation Friedrichskoog. Bereits in den 50er Jahren gab es in Friedrichskoog eine private Heuleraufzucht. Im Garten und auf dem Kutter von Familie Rohwedder konnten zahlreiche Jungtiere aufgezogen und ausgewildert werden. Die erste zentrale Aufzuchtstation entstand 1969 in Büsum. 1985 erfolgte die Gründung der Seehundstation Friedrichskoog durch den Landesjagdverband Schleswig-Holstein und die Gemeinde Friedrichskoog zur Unterstützung der Station in Büsum. Werner „Polli“ Rohwedder wurde der erste Stationsleiter. Bis 1996 leitete er die Seehundstation. Der Landesjagdverband ist bis heute Gesellschafter der „Seehundstation Friedrichskoog“.

Den Schleswig-Holsteinischen Seehundjägerinnen und Seehundjäger obliegt die Betreuung von Seehunden, Robben und anderen Meeressäugern (z.B. Kleinwale) sowie die Bergung von toten Meeressäugern, die Durchführung von Kontrollfahrten sowie Informations- und Aufklärungsarbeit. Sie leisten mit ihrem Beitrag eine wichtige Grundlage für die wissenschaftliche Arbeit, die in Zusammenarbeit mit dem Institut für terrestrische und aquatische Wildtierforschung der Tierärztlichen Hochschule Hannover durchgeführt wird. Zu den Aufgaben der Seehundjäger zählen die Beobachtung, die Bergung, der Fang sowie die Weitergabe kranker oder verletzter Seehunde und Robben an die einzige anerkannte Aufzuchtstation „Seehundstation Friedrichskoog“ in Schleswig-Holstein.