Spargel regional und frisch vom Erzeuger: Saisonstart zwei Wochen später – doch das Warten hat sich gelohnt

17. April 2018 | Von: Daniela Rixen, Landwirtschaftskammer

Heute wurde in Hornbek im Herzogtum Lauenburg die Spargelsaison in Schleswig-Holstein offiziell eröffnet. Die niedrigen Temperaturen mit Nachtfrösten in den vergangenen Wochen und die relativ nassen Böden stellten Liebhaber des regionalen Spargels aus Schleswig-Holstein auf eine regelrechte Geduldsprobe. Kammerpräsident Claus Heller betonte beim offiziellen Anstich, dass der kalte Start der Qualität des könglichen Gemüses in keiner Weise Abbruch getan hätte. Das Gros der Betriebe wird aber aufgrund der kühlen Witterung erst in der nächsten Woche Spargel zum Verkauf anbieten können.

Die niedrigen Temperaturen mit Nachtfrösten in den vergangenen Wochen und die relativ nassen Böden stellten Liebhaber des regionalen Spargels aus Schleswig-Holstein auf eine regelrechte Geduldsprobe. Zwei bis drei Wochen später als im Vorjahr, und damit auch im Schnitt der vergangenen Jahre eher spät, ist er jetzt endlich da. Optimal waren die Temperaturen auch in den vergangenen Tagen noch nicht, aber die Sonnenstunden haben ausgereicht, um den Spargel unter den Folienabdeckungen jetzt wachsen zu lassen.

Heute wurde in Hornbek im Herzogtum Lauenburg die Spargelsaison in Schleswig-Holstein offiziell eröffnet. Der Präsident der Landwirtschaftskammer, Claus Heller, betonte beim offiziellen Anstich, dass der kalte Start der Qualität des königlichen Gemüses in keiner Weise Abbruch getan hätte. Im Gegenteil: „Das Warten hat sich gelohnt! Die Globalisierung der Märkte macht es zwar möglich, dass frisches Obst und Gemüse aus den Anbaugebieten der Welt jederzeit verfügbar sind – Erdbeeren im Januar und Spargel zu Weihnachten – aber es gibt gute Gründe, ganz bewusst auf das heimischen Angebot zu setzen.“
  • Saisonale Ware wird reif geerntet und hat dadurch den höchsten Gehalt an Vitaminen und wichtigen Inhaltsstoffen.
  • Kurze Transportwege und Lagerzeiten erhalten Frische und Qualität und diese spielen beim Spargel die entscheidende Rolle. Denn er besteht zu 90 % aus Wasser. Außerdem ist er kalorienarm und – was den Vitamin C- und Kaliumgehalt angeht, die Folsäure nicht zu vergessen – ein wahrer Fitmacher. Außerdem erhalten die kurzen Wege nicht nur die Nährstoffe, sondern sie schonen auch die Umwelt.

Die Landwirtschaftskammer empfiehlt deshalb, den Spargel direkt ab Hof oder auf dem Wochenmarkt zu kaufen und auf Ware aus der Region direkt vom Erzeuger zu achten. Viele Verbraucher befolgen diesen Rat schon.


Verbraucher setzen auf heimische Ware

Hierzulande wird am liebsten weißer Spargel und der vorzugsweise von Betrieben aus der Region gegessen. Der Pro-Kopf-Verbrauch liegt im Durchschnitt bei 1,5 kg und Jahr. Aber auch grüner Spargel erfreut sich zunehmender Beliebtheit. Die Vermarktung erfolgt bei den Schleswig-Holsteiner Betrieben zu 90 % direkt, das heißt, der frisch gestochene Spargel kann direkt ab Hof, in Hofläden, an Straßenständen oder auf dem Wochenmarkt gekauft werden.

Die besten Einkaufsmöglichkeiten

Über die besten Einkaufsmöglichkeiten informiert die Broschüre „Spargelstraße Schleswig-Holstein“ der Landwirtschaftskammer und des Arbeitskreises Spargel unter http://www.lksh.de/verbraucher/einkaufen-auf-dem-bauernhof/spargelstrasse/ Hier finden Sie einen praktischen Wegweiser zum Spargelbetrieb in Ihrer Nähe.

Zahlen und Statistik

In Schleswig-Holstein bauen etwa 50 Betriebe auf einer Fläche von mittlerweile über 500 ha Spargel an, darunter 90 ha Junganlagen, die erst nach und nach vollen Ertrag bringen. Damit hat sich die Spargelanbaufläche insgesamt in Schleswig-Holstein mit 5 % leicht erhöht. Im Vergleich zu Süddeutschland liegen die Erträge im Norden meistens witterungsbedingt je nach Jahr 20 bis 30 % niedriger. Umso wichtiger ist es, für die Spargelanbauern hier in Schleswig-Holstein regionale Absatzwege zu finden, die den witterungsbedingten Standortnachteil auch honorieren. Die rund 2.000 t Spargel aus Schleswig-Holstein werden deshalb zum größten Teil direkt vermarktet und in Schleswig-Holstein verzehrt.


Spargel braucht Wärme

Die Spargelbauern hoffen jetzt auf den Frühling, insbesondere einen sonnigen Mai, und auf viele Spargelkunden an den Feiertagswochenenden. Wie der verspätete Saisonbeginn zeigt, braucht Spargel Wärme. Denn Spargel wächst erst bei Temperaturen um die 12 °C an der „Triebkrone“. In den vergangenen Tagen lagen die Temperaturen, gemessen im Damm, aber gerade mal bei 9 °C (dank Folie, Außentemperatur 5 °C).

Dämme und Folien

Verzögerungen sind außerdem im Februar und März aufgrund von Kälte und Nässe aufgetreten. Eigentlich hätten dann bereits wichtige Arbeiten zur Vorbereitung auf die Saison wie Aufdämmen der Spargeldämme, das Verlegen der Folien und das Aufstellen der Minitunnel für die Verfrühungsflächen in den Betrieben erledigt werden müssen. Diese konnten aber in diesem Jahr erst Ende März erfolgen. Die Bodenstruktur in den Dämmen muss möglichst feinkrümelig sein, um ein schnelles Erwärmen zu gewährleisten. Die Folientechnik sorgt dafür, dass die Spargelpflanzen früher zu ernten sind. Sie bewirken eine schnellere Erwärmung der Dämme und halten die Wärme auch besser im Damm. Diese Folientechnik sorgt für einen früheren Erntestart und damit für eine kürzere Wartezeit auf das beliebte Saisongemüse. Kann man wie in diesem Jahr die Folie nicht rechtzeitig auflegen, verzögert sich der Erntestart zusätzlich.

Logistische Meisterleistung

Die ganze Saison über sorgen die Spargelbauern gemeinsam mit vielen Saisonarbeitskräften – oft aus Osteuropa – dafür, dass das beliebte Gemüse frisch auf den Teller kommt. Dafür ist eine ausgeklügelte Logistik vom Feld zum Hof und zur Weiterverarbeitung vonnöten. Denn für die Qualität des Spargels spielt das „Handling“ des Edelgemüses vom Feld bis auf die Ladentheke eine entscheidende Rolle. Beschädigungen der Spargelstangen bei Ernte, Transport und Aufbereitung sind möglichst zu vermeiden, ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Kühlung. Sobald der Spargel aus dem Boden geholt wird, muss dafür gesorgt werden, dass die Stangen schnell zum Hof kommen und auf 4 °C gekühlt werden. Die Belieferung der Stände und Hofläden erfolgt bei den Betrieben der Spargelstraße kontinuierlich, sodass die Verbraucher sicher sein können, frischen Spargel zu erhalten, der vor Kurzem erst geerntet, aufbereitet und optimal gelagert wurde.


Woran erkennt man frischen Spargel?

Verbraucher sollten auf regionalen Spargel direkt vom Erzeuger aus Hofläden oder vom Wochenmarkt achten, denn dort ist er am frischesten. Frischen Spargel erkennt man an den geschlossenen Spitzen. Er knirscht (quietscht) beim Aneinanderreiben. Die Schnittstellen sind feucht und nicht eingetrocknet. Nach dem Kauf sollte der Spargel möglichst schnell mit einem feuchten Küchenhandtuch umwickelt im Kühlschrank eingelagert werden, bis er auf dem Teller landet. Weitere Anfragen an: Daniela Rixen, Pressesprecherin der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein, Telefon: 043 31-94 53-110, E-Mail: drixen@lksh.de

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