Neue Rote Liste: Rund 71 Prozent der heimischen Nutztierrassen gefährdet

Viele Nutztierrassen sind gefährdet. Screenshot: wem

08. Februar 2018 | Von: pm
Die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) veröffentlicht zum fünften Mal die Rote Liste der gefährdeten Nutztierrassen. Aktuell sind 55 der 77 einheimischen Nutztierrassen der Arten Pferd, Rind, Schwein, Schaf und Ziege als gefährdet eingestuft; die gefährdetste Geflügelrasse ist das Dominikaner Huhn.

Durch wirksame Fördermaßnahmen stabilisierten sich seit der letzten Erhebung 2013 die Bestände des Pinzgauer Rindes und des Merinolangwollschafes. Die Skudde, das kleinste einheimische Schaf, ist hingegen im Bestand gesunken.

Trotz sinkender Milchpreise im Jahr 2015 konnte sich der Bestand des Pinzgauer Rindes auch dank der Haltungsprämien gut entwickeln. Es wurde deshalb in eine niedrigere Gefährdungskategorie der Roten Liste eingestuft. Das Deutsche Schwarzbunte Niederungsrind erfährt vor allem in den Grünland-Regionen Niedersachsens einen Auftrieb. Zwar ist dessen Milchleistung im Vergleich zu Hochleistungskühen geringer, dafür setzt die Rasse mehr Fleisch an. Insbesondere bei niedrigen oder stark schwankenden Milchpreisen können die höheren Einnahmen für Rindfleisch sowie die Haltungsprämien das Betriebseinkommen stabilisieren.

Unterschiedliche Entwicklungen bei Schaf- und Schweinerassen

Eine Erfolgsgeschichte stellt die Entwicklung der derzeit hauptsächlich in Thüringen verbreiteten Merinolangwollschaf-Populationen dar. 2015 gab es von dieser Schafrasse wieder 86 Zuchtböcke. Deshalb wurde das Merinolangwollschaf in eine geringere Gefährdungskategorie eingestuft. Demgegenüber steht eine bundesweit rückläufige Bestandsentwicklung der Skudde. Diese Schafrasse musste nun als gefährdet eingestuft werden.

Bei den Schweinerassen war die Anzahl im Herdbuch eingetragener Zuchttiere insgesamt rückläufig. Eine zunehmend erfolgreiche Regionalvermarktung führte beim Bunten Bentheimer Schwein und den Sattelschweinen allerdings zu einem leichten Bestandsanstieg.

Nutztierrassen-Vielfalt: Wichtig für die Landwirtschaft der Zukunft

Über die Entwicklung der einheimischen Nutztierrassen informiert die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) in mehrjährigen Abständen mit der Veröffentlichung der Roten Liste einheimischer Nutztierrassen. Grundlage hierfür sind die von der BLE erhobenen Bestandszahlen aller in Deutschland gezüchteten Nutztierrassen. Basierend auf diesen Zahlen erfolgt die Einstufung der einzelnen Nutztierrassen in eine von vier Gefährdungskategorien.

Die Tierhalter müssen sich auf ändernde Rahmenbedingungen auf dem Weltmarkt, aber auch in ihrer Region einstellen können. Hierzu brauchen sie ein breites Spektrum verschiedener Nutztierrassen, aus dem sie die geeigneten Tiere auswählen können. Die Erhaltung und nachhaltige Nutzung der Nutztierrassenvielfalt ist zudem ein wesentlicher Beitrag für das Nachhaltigkeitsziel 2.5 der Vereinten Nationen.

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