Schleswig-Holsteins Landwirte beginnen mit der Ernte: Ackergras regional außergewöhnlich früh reif

10. April 2019 | Von: Isa-Maria Kuhn, Landwirtschaftskammer

Im Kreis Pinneberg haben die ersten viehhaltenden Betriebe mit der Ernte von Ackergras begonnen (1. Schnitt). Die frühe Ernte hängt mit dem ungewöhnlichen heißen, trockenen Sommer 2018 über Monate zusammen: Der Mais konnte/musste im vergangenen Jahr regional mitunter schon im August gehäckselt werden und danach wurde oft sehr zeitig Ackergras eingesät. Der milde Winter ermöglichte einen zeitigen Start ins Wachstum im Frühling. Die ersten Ackergrasbestände kommen daher nun im südlichen Schleswig-Holstein, wo man witterungsbedingt mit der Ernte immer etwas früher dran ist, vom Halm.

„Die zeitige Ernte sorgt für Entspannung der teils noch andauernden knappen Futtersituation. Für die Betriebe ist das gut“, betont Henning Münster, Repräsentant der Landwirtschaftskammer und Milchviehhalter im Kreis Pinneberg. „Wenn sich das Wetter weiter milde zeigt, wird die Grasernte von Dauergrünland, Ende April, Anfang Mai beginnen.“

Ackergras – im Land steht es auf rund 40 200 ha – ernährt zusammen mit dem Grünland (Wiesen und Weiden zur Weidehaltung und Schnittnutzung) Kühe, Rinder, Pferde und Schafe. Die Grünlandfläche in Schleswig-Holstein umfasst insgesamt rund 312.800 ha laut Statistikamt Nord. Hier weiden Nutztiere und/oder die Flächen werden ab Ende April / Anfang Mai für den Schnitt genutzt. Bis zu 5 Schnitte werden bis zum Winter eingefahren. Gehäckselt, im Silo verdichtet und mit Folien abgedeckt, ist es die Futtergrundlage für das Milchvieh im Stall oder im Winter. Gemischt mit Mais spricht man dann vom Grundfutter. Für Milchkühe wird diese noch mit Mineralstoffen und Kraftfutter angereichert und ergibt so bestes Energiefutter.

Erster Schnitt und Heu-Ernte

Ab Mai, wenn das Wetter hoffentlich mitspielt, werden auch Heulage und Heuballen für Pferde und Schafe hergestellt, ob eckig, quadratisch oder rund und in verschiedener Größe lassen sich die Ballen bestens lagern. Pferde und Schafe mögen das Futter strukturreicher und energieärmer, was bei einem späteren Schnitt erreicht wird. Alle Tiere haben gemeinsam, dass sie hochwertiges und schimmelfreies Futter benötigen, deshalb ist es bei der Ernte auch sehr wichtig, dass das Wetter mitspielt, um beste Futterqualitäten zu erreichen. Jahrelange Erfahrung und die Beratung der Kammer zum richtigen Schnittzeitpunkt und hinsichtlich passender Grassorten helfen dabei.

Die Landwirtschaftskammer berichtet ab der kommenden Woche regelmäßig über den richtigen Schnittzeitpunkt des Grases auf Basis von Grasanalysen im Bauernblatt und auf der Internetseite (www.lksh.de Stichwort Reifeprüfung Grünland).

Rehkitze noch nicht geboren

Während der Ernte stehen die Landwirte im engen Austausch mit den Jägern. Gemeinsam wollen sie die Verluste von Rehkitzen gering halten. Das Tückische ist, dass sich die Jungtiere, die jetzt im Frühjahr geboren werden, ducken und nicht flüchten. Die Jäger kennen ihr Revier gut. Sie wissen, wo sich Ricken aufhalten und versuchen durch das Abgehen der Flächen mit Hunden, Flatterbändern und Radios, die Tiere zu beunruhigen, sodass die Ricke das Jungtier woanders hinführt. Seit einigen Jahren kommen auch vielfach Drohnen zum Aufspüren zum Einsatz. Derzeit sind die Kitze noch nicht geboren, es dauert aber nicht mehr allzu lange.

Verantwortlich für diesen Pressetext: Isa-Maria Kuhn, Landwirtschaftskammer, Tel.: 0 43 31-94 53 111, E-Mail: ikuhn@lksh.de und Daniela Rixen, Landwirtschaftskammer, Tel.: 0 43 31 94 53-110, E-Mail: drixen@lksh.de

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