Aktiver Klimaschutz in der Milchviehhaltung: Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz lohnen sich

13. September 2018 | Von: Daniela Rixen, Landwirtschaftskammer

Am 13. September stellte die Landwirtschaftskammer gemeinsam mit der Landesanstalt für Entwicklung der Landwirtschaft und der ländlichen Räume (LEL) in Schafstedt den Medien vor, wie sich die Energieeffizienz z. B. in der Milchviehhaltung verbessern lässt. Auf dem Betrieb von Hans- Eggert Rohwer wurden Beispiele der praktischen Umsetzung präsentiert wie der korrekte Einbau von Kälteaggregaten und Energiesparpotenziale erläutert. Bundesweit werden die Ergebnisse am 18. Oktober im Zentrum für Umweltkommunikation der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) in Osnabrück präsentiert.

Der Betrieb von Hans-Eggert Rohwer ist als Leuchtturmbetrieb für Schleswig-Holstein ausgewählt worden. Bundesweit gibt es 19 solcher Leuchtturmbetriebe. Hans-Eggert Rohwer hatte sich bereit erklärt, seinen Betrieb mit dem 2012 neu gebauten Melkzentrum von der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein auf Einsparmöglichkeiten analysieren zu lassen und die Ergebnisse interessierten Landwirten vorzustellen. In einer Energieeffizienzberatung wurden dazu Einsparpotenziale beim Einsatz von Strom und Wärme für den Betrieb ermittelt.

Einsparung durch einfache Maßnahmen

DBU-Referatsleiterin Verena Exner: „Es freut uns, dass in Schleswig Holstein mit diesem Modell gezeigt werden kann, dass in einem einzigen Betrieb, trotz bereits hohem Standard noch immer maßgebliche Energieeinsparpotenziale gegeben sind. Vom dem noch jährlichen Energiebedarf in Höhe von 152.000 Kilowattstunden werden sogar weitere 27.000 Kilowattstunden bei Investitionskosten von 20.000 Euro nach aktuell erfolgender Umsetzung erreicht. Das bedeutet nach Umsetzung 24.000 Kilogramm weniger Kohlendioxid und entspricht einer Energieeinsparung in Höhe des Energiebedarfs von acht Einfamilienhäusern. Wir sehen der Ergebnispräsentation im Oktober interessiert entgegen. Denn wenn sich diese Ergebnisse bundesweit umsetzen lassen, wird hierdurch ein maßgeblicher Beitrag zu Energiewende in der Landwirtschaft geleistet.“

Der Geschäftsführer der Landwirtschaftskammer, Peter Levsen Johannsen, sagte: „Landwirtschaftliche Betriebe mit Tierhaltung haben einen erheblichen Energiebedarf zum Melken und Kühlen der Milch, u. a. auch für die Beleuchtung. Moderne Technik kann helfen, den Stromverbrauch deutlich zu senken und so auch CO2 Emmissionen zu reduzieren – damit wird zum einen der Geldbeutel des Landwirts geschont und gleichzeitig aktiv etwas fürs Klima getan. Gerade in wirtschaftlich angespannten Jahren zählt jede eingesparte Kilowattstunde doppelt: einmal als Einsparung für den eignen Geldbeutel und einmal für den Klimaschutz.“

Bundesweites Projekt zum Klimaschutz

Die Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein hat sich an dem bundesweiten von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) fachlich und finanziell geförderten Projekt zusammen mit dem Landesamt für Entwicklung der Landwirtschaft und der ländlichen Räume (LEL) Schwäbisch Gmünd engagiert mit dem Ziel, die Chancen und Möglichkeiten von Energieeffizienzmaßnahmen für die Landwirtschaft erfahrbar zu machen. Dazu werden diese Maßnahmen für mehr Klimaschutz in der Landwirtschaft vorgestellt. Hans-Eggert Rohwer setzt bereits effiziente Techniken ein und wird weitere Maßnahmen umsetzen. Die wesentlichen Ansatzpunkte zur Energieeinsparung im Betrieb Rohwer sind die Milchkühlung und Beleuchtung sowie die Umstellung einer kleinen Photovoltaikanlage auf Eigenstromnutzung. Nach Umsetzung der empfohlenen Maßnahmen ergäbe sich gegenüber der derzeitigen IST-Situation im Betrieb ein Einsparpotenzial von 18 % Energie bzw. 25 % der Energiekosten und 28 % des Klimagases CO2. „Wir hoffen, dass dem Beispiel von Hans-Eggert Rohwer weitere Betriebe folgen werden. Bezogen auf rund 400.000 Milchkühe im Land könnten rund 28,8 Mio. kWh und 25,9 Mio. kg CO2 eingespart werden“, betonte Kammergeschäftsführer Peter Levsen Johannsen.

Ergebnis des Projektes

Energieeffizienz ist angewandter Klimaschutz. Auch die Landwirtschaft kann durch Steigerung der Energieeffizienz einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Im Rahmen der Fachveranstaltung, die am Vormittag stattfand, haben rund 30 Landwirtinnen und Landwirte sowie landwirtschaftliche Berater zahlreiche Anregungen für Energiesparmaßnahmen für den eigenen Betrieb am Beispiel des Milchviehbetriebs von Hans-Eggert Rohwer kennengelernt. Im Betrieb Rohwer wurde durch die Energieeffizienzberatung eine Basis geschaffen, Energieeinsparung und Einsatz regenerativer Energien in weiteren betrieblichen Entscheidungen umzusetzen. Damit wurde in der Veranstaltung deutlich, dass mit der Energieeffizienzberatung auch in der modernen Landwirtschaft noch Einsparungen möglich sind.

Die Herangehensweise der Leuchtturmbetriebe, bewusst machen und in die Fläche bringen, das ist ein wesentliches Ziel des DBU-Umweltkommunikationsprojektes: „Bewusstsein für Energieeffizienzpotenziale in den Köpfen landwirtschaftlicher Betriebsleiterinnen und Betriebsleiter“ am praktischen Beispiel zu schaffen. Das Vor-Augen-Führen von oftmals verborgenen Potenzialen in den Leuchtturmbetrieben erleichtert es Landwirten zu erkennen, welchem Reserven auch in ihren eigenen Betrieben schlummern, heißt es in der Projektbeschreibung
von DBU, LEL und Landwirtschaftskammer.

Alle Landwirte können eine geförderte Energieberatung in Anspruch nehmen. Sie wird von der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) mit 80 % der Beratungskosten, max. 6.000 €, bezuschusst. Die Landwirtschaftskammer bietet eine umfassende betriebliche Energieberatung im Bereich Landwirtschaft und Gartenbau an, die auch den Einsatz erneuerbarer Energien beinhaltet. Ansprechpartner ist hier Dirk Wietzke von der Landwirtschaftskammer.

Allgemeine Klimaziele in der Landwirtschaft

Bis 2030 hat sich Deutschland zum Ziel gesetzt, 12 Mio. t CO2-Äquivalent in der Landwirtschaft einzusparen. Derzeit hat die Landwirtschaft an den anfallenden Treibhausgasen einen Anteil von 7 %. Der größte Anteil mit 84,5 % entfällt auf die Energiewirtschaft.

Fazit

Die aufgezeigten Energiesparmaßnahmen im Milchviehbereich sind ein wichtiger Baustein. Denn jede Einsparungsmaßnahme, sei es in den Unternehmen, sei es im Privatbereich, hilft auf dem Weg, die Klimaziele vielleicht doch noch zu erreichen.

Verantwortlich für den Pressetext: Daniela Rixen, Pressesprecherin der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein, Tel.: 0 43 31-94 53-110, E-Mail: drixen@lksh.de

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