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Waldspaziergang mit der Finanzministerin: Monika Heinold informiert sich über forstliche Arbeit der LK

Die schleswig-holsteinische Finanzministerin Monika Heinold hat sich bei einem Besuch im Wald von Gut Rosenkrantz im Kreis Rendsburg-Eckernförde über die Herausforderung der Waldbewirtschaftung angesichts des Klimawandels informiert. Gemeinsam mit der Präsidentin der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein, Ute Volquardsen, dem Privatwaldbesitzer Ernst Friedemann Freiherr von Münchhausen und Förstern der Landwirtschaftskammer hat sie sich am Vormittag bei einem Waldspaziergang verschiedene Waldbilder angesehen. Zu sehen waren die Wiederaufforstung kalamitätsgeschädigter Nadelholzwälder mit heimischen Laubgehölzen sowie Maßnahmen in Beständen mit absterbenden Eschen und Buchen.

 

 

Wald hierzulande größer, älter, vielfältiger als je zuvor

Die Landwirtschaftskammer und die Waldbesitzer können mit Stolz und Zufriedenheit feststellen, dass der Wald in Schleswig-Holstein heute größer, älter, vielfältiger, naturnäher, vorratsreicher und wertvoller ist, als er es in den letzten 200 Jahren jemals war. Dennoch ist das Land immer noch das Bundesland mit dem niedrigsten Waldanteil, 11 % (rund 170.000 ha). Hoch hingegen ist der Anteil an Laubwald (65 %). Und auch, wenn die klimatischen Bedingungen im Land zwischen den Meeren günstiger sind als andernorts, ist der Wald auch hier dem Klimastress ausgesetzt.

Wald in Zeiten der Klimakrise

Derzeit ist der Wald oft als Mittel im Kampf gegen die Erderwärmung in der Diskussion. Er ist nicht nur artenreicher Erholungsraum für die Gesellschaft, sondern auch Wasserspeicher und CO2-Senke. Der Wald ist aber selber von Trockenheit und Hitze betroffen, er hat Klimastress und das äußert sich in Borkenkäferbefall und dem Absterben alter Laubbaumbestände, vor allem der Buche. Was das bedeutet, sah sich Ministerin Monikas Heinold vor Ort im Wald an. „Biologischer Klimaschutz ist eine zentrale Zukunftsaufgabe der kommenden Jahre. Die Landwirtschaftskammer hat mich eingeladen, um mir vor Ort die Herausforderungen des Waldumbaus zu zeigen. Um aktiven Klimaschutz zu erleben bin ich heute gerne hierhergekommen“, sagte Finanzministerin Monika Heinold bei dieser Gelegenheit.

Darauf entgegnete die Präsidentin der Kammer Ute Volquardsen am Vormittag: „Unsere Mitarbeiter der Forstabteilung nehmen diese große Herausforderung an und stehen unseren Partnern schlagkräftig und gut vorbereitet zur Seite. Wenn es um die sachgerechte Lösung ihrer Probleme vor Ort im Wald geht, sind wir für die großen wie kleinen Waldbesitzer da.“

Der Forstbetrieb Gut Rosenkrantz

Das Gut Rosenkrantz liegt direkt am nördlichen Ufer des Nord-Ostseekanals in der Nähe der Ortschaft Schinkel. Die Wälder in dieser Region entstammen der letzten Eiszeit, es herrschen sehr schwere Böden mit hohem Tonanteil vor. Das Gut Rosenkrantz bewirtschaftet etwa 35 ha Wald, der auf zwei separate Flächen („Linden“ und „Park“) aufgeteilt ist. Natürlicherweise herrschen hier Buchenwälder vor, die je nach Wasserstand mit Eschen, Eichen und Roterlen gemischt sind. Der heutige Waldspaziergang führte durch den Bereich „Linden“. Dieser Wald ist geprägt von alten Buchen. Teilweise wurden nach dem Zweiten Weltkrieg entstandene Blößen zur Linderung der damaligen Holznot mit schnellwachsenden Fichten aufgeforstet. Die Bewirtschaftung dieses Waldes hat mit folgenden Herausforderungen zu kämpfen:

  1. Seit mehr als 15 Jahren leidet die Esche unter einer Pilzkrankheit, die zum fast flächigen Absterben dieser Baumart geführt hat. Dieses betrifft auch die Verjüngung der Esche.
  2. Die sehr trockenen Jahre 2018 bis 2020 haben dazu geführt, dass die alten Buchenbestände unter starken Vitalitätsverlusten leiden.
  3. Die noch nicht genutzten Fichten haben ebenfalls unter der Trockenheit der vergangenen Jahre gelitten und wurden durch Borkenkäfer zum Absterben gebracht.

Die forstliche Bewirtschaftung konzentriert sich daher auf folgende Schwerpunkte:

  1. Nutzung der absterbenden und abgestorbenen Eschen
  2. Entfernung der abgestorbenen Fichtenbestände
  3. Wiederaufforstung dieser Blößen mit Eichenmischbeständen
  4. Vorsichtige Nutzung der alten Buchen, Wiederaufforstung größerer Lücken ebenfalls mit Eiche und Ahorn sowie Mischbaumarten; wo möglich, wird die natürliche Verjüngung der vorhandenen Baumarten übernommen.
  5. Erhalt eines ausreichenden Anteils an Habitat- und Totholz

Ziel der Maßnahmen ist es, diesen Wald mittelfristig in einen Eichen-geprägten Mischwald zu entwickeln. Die Eiche kommt mit den schweren Standorten gut zurecht und kann auch größere Dürreereignisse überstehen. Die Buche wird als Mischbaumart erhalten und ergänzt durch andere Laubbaumarten wir Ahorn, Kirsche und Roterle in den Senken. Die geplanten Kulturen werden durch das unten genannte Förderprogramm finanziell unterstützt. Dennoch hat der Eigentümer einen gewichtigen Teil dieser Investition selbst zu tragen. Auf diese Weise wird das Waldgebiet „Linden“ als artenreicher, in seiner Baumartenzusammensetzung an der natürlichen Waldvegetation orientierter Mischwald entwickelt, mit einem hohen Niveau an Naturnähe, Bestandesstabilität, Klimaresilienz und Biodiversität.

Zahlen und Fakten zur Forstabteilung

Nur in Niedersachsen und Schleswig-Holstein ist die Privatwaldbetreuung unabhängig von staatlichen Institutionen bei den Landwirtschaftskammern verankert. Alle anderen, viel waldreicheren Bundesländer, wählten dagegen die direkte staatliche Betreuung, meist mit sogenannten Einheits-Forstämtern. Die Forstabteilung der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein berät und betreut zirka 10.000 private Waldbesitzer sowie Gemeinden mit Waldbesitz. Hierzu stehen zwölf Bezirksförster über das ganze Land verteilt vor Ort für Rat und Tat zur Verfügung. Darüber hinaus unterstützt die Forstabteilung in Bad Segeberg die Arbeit vor Ort.

Die Forstabteilung hat 40 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, davon 20 Forstleute. Zentrale Aufgaben der Förster sind die kostenlosen Beratung der Waldbesitzenden, die Betreuung (tätige Mithilfe in der Bewirtschaftung der Wälder, gegen Gebühren) sowie die Umsetzung der Förderung nach der „Gemeinschaftsaufgabe zur Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes“. Jährlich werden Fördermittel des Bundes, des Landes sowie in Teilen auch der EU für Maßnahmen mit einem Gesamtumfang von jährlich bis zu 3 Mio. € umgesetzt (Kulturmaßnahmen, Jungbestandspflege, Neuwaldbildung, Maßnahmen zur Bewältigung der Schäden durch Extremwetter, Wegebau, Vertragsnaturschutz in FFH-Gebieten). Neben diesen klassischen Aufgaben sind inzwischen vielfältige neue Angebote zur wirtschaftlichen Stärkung des Waldbesitzes hinzugekommen.

Diese sind:

  • Ökokonten und Kompensationsmaßnahmen
  • Gutachten und betriebswirtschaftliche Analysen
  • Baumkontrollen zur Verkehrssicherung
  • Naturerlebnis Grabau (Waldpädagogik für Kinder im Kreis Stormarn)
  • Waldbestattungen
  • Lehranstalt für Forstwirtschaft (Ausbildung zum/r Forstwirt*in sowie diverse Fortbildungen)

Aber grundsätzlich geht es vorrangig um die fachgerechte Beratung, Betreuung und Förderung der privaten und kommunalen Waldbesitzer, die immerhin zusammen zwei Drittel der Waldfläche in Schleswig-Holstein ausmachen. Die Ziele sind auch heute Schutz und Weiterentwicklung der heimischen Wälder.

Verantwortlich für diesen Pressetext: Isa-Maria Kuhn, Pressesprecherin der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein, Telefon: 0 43 31 -94 53-111, E-Mail: ikuhn@lksh.de