Fototermin Weihnachtsbäume; Diesjährige Ernte ist gut bis sehr gut

09. November 2018 |

Am Vormittag gaben der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft der Weih-nachtsbaumproduzenten , Axel Graf von Bülow, der Geschäftsführer der Landwirtschaftskammer, Peter Levsen Johannsen, und der Leiter der Forstabteilung, Dr. Christian Schadendorf, den Start für die Weihnachts-baumsaison in Schleswig-Holstein frei. Dabei gingen sie auf Gut Kühren bei Preetz im Kreis Plön auf Preise, Qualitäten und die extreme Witterung dieses Jahres ein.

Witterung 2018 mit längerfristigen Folgen:
Die trocken-heiße Witterung hat Auswirkungen auf Weihnachtsbaum-kulturen, positiv wie negativ:

 

  • Die Trockenheit hat die sonst manchmal auftretende
    Nadelbräune verhindert 
  • geringeres Höhenwachstum in diesem Jahr, daher dichte,
    buschige Bäume
  • hier und da Nadelverluste im Inneren der Bäume

 

Das heißt, die Qualität der diesjährigen Ernte ist insgesamt gut bis sehr gut. Es gab jedoch Ausfälle bei diesjährig neu angepflanzten Kulturen. In acht bis zehn Jahren wird eine Angebotsverknappung erwartet. Verglichen mit anderen Regionen, steht Schleswig-Holstein aufgrund seiner Bodenausstattung aber noch gut da.

 

Diesjährige Preise sind für die Endverbraucher in Schleswig-Holstein mit dem Vorjahr vergleichbar. Sie liegen bei 18 bis 24 € für den laufenden Meter Nordmanntanne, Qualitätsware. Hier und da verteuern sich die Bäume um 50 Cent pro laufenden Meter wegen höherer Transport- oder Lohnkosten.

 

Hintergrund Weihnachtsbaumkulturen:Weihnachtsbäume werden heute nur noch zu einem geringen Teil aus dem Forst entnommen. Vor etwa 50 Jahren begann der Anbau von Nadelgehölzen auf separaten Flächen und ist für viele landwirtschaftliche Betriebe zu einer wichtigen Sonderkultur geworden. In Schleswig-Holstein wachsen auf rund 2000 ha in über 200 Betrieben etwa 17 Mio. Weihnachtsbäume, davon über 90 % Nordmanntannen (Abies nordmanniana).

  • Die restlichen 10 % bilden Blaufichten (Picea pungens „Glauca“), Rotfichten (Picea abies), Nobilistannen (Abies procera) und einige andere Tannenarten. Die Nobilistanne wird
  • hauptsächlich zur Schnittgrüngewinnung angebaut. Das verwendete Jungpflanzenmaterial, drei- und vierjährige Sämlinge, stammt überwiegend aus Holsteiner Baumschulen.
  • Um gute Qualitäten zu erzielen, müssen geeignete Produktionsflächen ausgewählt werden, keine Grenzertragsstandorte

Geschlagen werden diese Saison hierzulande zirka 650.000 bis 700.000 Bäume. Anbauflächen findet man über ganz Schleswig-Holstein, wobei ein Anbauschwerpunkt aufgrund klimatischer Vorteile im Bereich der Ostseeküste liegt. Bis zu zehn Jahre dauert es, bis ein Baum verkaufsfertig ist.

Pflegetipps für Verbraucher:

Weihnachtsbäume sind ein Naturprodukt, das wie Schnittblumen sorgsam behandelt werden möchte, um möglichst lange Freude zu gewähren:

  • Nehmen Sie den Baum rechtzeitig aus dem Netz, damit sich die Zweige senken können.
  •  Stellen Sie ihn in einen Eimer mit Wasser und an einen kühlen Ort.
  • Bevor der Baum in den Ständer gestellt wird, sollte das Stammende frisch anschnitten werden.
  • Ideal ist ein Weihnachtsbaumständer mit Wasserbehälter, wobei ein etwa 2 m hoher Baum bis zu 2 l Wasser am Tag benötigt.
  • Bäume mit Ballen sollten nicht länger als acht bis zehn Tage in beheizten Räumen stehen.

Geschichte des Weihnachtsbaumes:
Ein festlich geschmückter Tannenbaum ist für die meisten Deutschen unverzichtbarer Bestandteil des Weihnachtsfestes. Dass der Ursprung des Weihnachtsbaumes in heidnischen Bräuchen liegt, ist vielen nicht mehr bewusst.
Bereits die Germanen stellten zur Zeit der Wintersonnenwende immergrüne Nadelgehölze und Tannenzweige vor ihren Siedlungen auf. Diese symbolisierten Fruchtbarkeit, Lebenskraft und Vitalität.
Im Norden Europas wurden im Winter Tannen- und Fichtenzweige ins Haus gehängt, um böse Geister am Eindringen zu hindern und der Hoffnung auf das kommende Frühjahr Ausdruck zu verleihen.
Ab dem 17. Jahrhundert verzierten Christbäume im Elsass (in südlichen Gefilden wurden Tannenbäume immer schon als Christbäume bezeichnet, und statt des Weihnachtsmannes gibt es das Christkind) die Wohnstuben der Menschen. Den wahrscheinlich ersten Weihnachtsbaum mit Kerzen schmückte Herzogin Dorothea Sibylle von Schlesien im Jahr 1611.
Ab dem 18. Jahrhundert verbreitete sich der Brauch zunächst bei wohlhabenden Bürgern in den Städten, da Tannenbäume zu dieser Zeit in Europa rar und daher kostspielig waren.
Im 19. Jahrhundert wurden vermehrt Tannen- und Fichtenwälder angelegt, um die stetig wachsende Nachfrage zu decken. Der prächtig geschmückte Weihnachtsbaum wurde binnen weniger Jahre zum festlichen Inventar in (bürgerlichen) Wohnzimmern in der Stadt und später auch auf dem Lande.

Moderne Technik: Treepacker

Seit Ende 2010 werden von einem Betrieb im Kreis Plön Maschinen zum Fällen, Netzen und Palettieren von Weihnachtsbäumen gefertigt. Die Erfahrung während vorangegangener Ernten fließen in die Produktion der Maschinen ein. Sie werden nach Herstellerangaben kontinuierlich weiterentwickelt und den Wünschen und Anforderungen der Weihnachtsbaumproduzenten angepasst. Mittlerweile sind ein Weihnachtsbaumkneifer und ein „Kombigerät“ auf dem Markt.
Der hydraulisch angetriebene Kneifer schont nach Herstellerangaben den Rücken des Anwenders und vermindert auch das Unfallrisiko. Der höhenverstellbare Lenker lässt sich über den Motor schwenken, wodurch das Verladen im Kombi/SUV möglich ist. Die Palettier-maschine mit Baumheber oder in Kombination mit dem Netzgerät
verfügt über ein kräftiges, hydraulisch betriebenes Schneidwerkzeug.

Es schneidet Bäume mit einem Durchmesser von bis zu 15 cm. Aufgrund der keilförmig gefertigten Schneide fällt der Baum immer zur rechten Seite. Ausgerüstet mit einem Motor und einer ergonomischen Lenkerhöhenverstellung ist nur ein geringer Kraftaufwand durch hydraulischen Fahrantrieb (stufenlos vor- und rückwärts) nötig.

Verantwortlich für diesen Pressetext: Isa-Maria Kuhn, Pressesprecherin der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein, Tel.: 0 43 31 94 53-111, E-Mail: ikuhn@lksh.de

 

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