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Landwirte stehen in den Startlöchern: Noch keine Entspannung in Sicht

In vielen Landesteilen steht nach überdurchschnittlichen Niederschlagsmengen Wasser auf den Flächen. Foto: Jan Onno Krems

02. Februar 2018 | Von: Dr. Lars Biernat
Die Sperrfrist für die Ausbringung von Gülle und Mineraldünger ist seit dem 31. Januar beendet. Auch nach dem Ende der regulären Sperrfrist kann jedoch ein Ausbringungsverbot gelten.

Viele Betriebe warten und hoffen aktuell darauf, dass die Bedingungen auf den Flächen so sein werden, dass Düngemittel bodenschonend und bedarfsgerecht ausgebracht werden können. Möglicherweise ergibt sich jetzt ein Zeitfenster.

Dabei müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein, damit ein Ausbringen nach Düngeverordnung erlaubt ist. So sehen die neuen Bestimmungen vor, dass der Boden nicht überschwemmt, wassergesättigt, gefroren oder schneebedeckt sein darf. Dabei gilt ein Boden als wassergesättigt, wenn der gesamte Porenraum wassergefüllt ist. Dies ist insbesondere daran erkennbar, dass auf ebener Fläche Wasserlachen sichtbar sind. Als schneebedeckt gilt ein Boden, dessen Oberfläche durch Schneeauflage nicht mehr zu erkennen ist. Auf diesen Flächen und Teilflächen eines Schlages darf kein Dünger ausgebracht werden. Die Höhe der Schneedecke – nach alter Düngeverordnung noch entscheidend für ein eventuelles Aufbringen – ist Geschichte.

Grundsätzlich ist das Ausbringen von stickstoff- und phosphathaltigen Düngemitteln wie Gülle, Gärrückständen oder Mineraldüngern auf gefrorenem Boden verboten. Allerdings ist unter Einhaltung nachfolgender Bedingungen eine Aufbringung möglich. Dies ist dann der Fall, wenn

● der Boden durch Auftauen am Tag des Aufbringens aufnahmefähig wird (Nachweis durch DWD-Prognose).

● ein Abschwemmen in oberirdische Gewässer oder auf benachbarte Flächen nicht zu besorgen ist.

● der Boden durch Einsaat einer Winterkultur oder von Zwischenfrüchten im Herbst eine Pflanzendecke trägt oder es sich um Grünland oder Dauergrünland handelt. (Nicht gedüngt werden dürfen selbstbegrünte Flächen und abgefrorene Haupt- und Zwischenfruchtbestände).

● anderenfalls die Gefahr von Bodenverdichtungen und von Strukturschäden durch das Befahren der Flächen bestehen würde.

Neu ist, dass maximal 60 kg Gesamtstickstoff über Düngemittel wie Gülle, Gärrückstände oder Mineraldüngern je Hektar auf gefrorenen Boden aufgebracht werden dürfen. Verstöße in diesem Zusammenhang sind Cross Compliance-relevant. Um die Frage, ob man düngen darf, mit Ja beantworten zu können, ist entscheidend, ob der Boden am Tag der Ausbringung aufnahmefähig wird. Für die Information, ob der Boden nach der Ausbringung antauen, das heißt aufnahmefähig wird, kann eine Prognose des Deutschen Wetterdienstes herangezogen werden.

Die Auswahl der Wetterstation sollte einen räumlichen Bezug zur Lage der betroffenen Fläche aufweisen, um eine Prognose für den individuellen Standort zu erhalten. Wenn in einer Bodenfrostsituation für den nächsten Tag ein Auftauen prognostiziert wird, darf eine Ausbringung von organischen oder mineralischen Düngern erfolgen. Um bei der Kontrolle auf der sicheren Seite zu sein, sollte die Auftauprognose des DWD unbedingt für den Tag der Ausbringung ausgedruckt und aufbewahrt werden.

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