Aktuelles

Umweltminister Robert Habeck informiert sich über Waldbewirtschaftung und Zertifizierung in den Schleswig-Holsteinischen Landesforsten

Dr. Habeck

Minister Robert Habeck informierte sich bei der Försterei Ahrensbök über die Waldbewirtschaftung und die Auswirkungen der FSC-Zertifizierung. Foto: MELUND

27. Juli 2018 | Von: pm
Seit 1999 sind die Schleswig-Holsteinischen Landesforsten (SHLF) nach den Standards des Forest Stewardship Council (FSC) zertifiziert – ein Siegel für ökologisch und sozial nachhaltige Waldbewirtschaftung. Der schleswig-holsteinische Wald war damals deutschlandweit einer der ersten Landeswälder, der sich erfolgreich gemäß FSC zertifizieren ließ.

Gemeinsam mit SHLF-Direktor Tim Scherer und Nina Grießhammer, amtierende Vorsitzende des Forest Stewardship Council (FSC) Deutschland, hat sich Umweltminister Robert Habeck heute (25. Juli) im Revier der Försterei Ahrensbök über die Waldbewirtschaftung und die Auswirkungen der Zertifizierung informiert. „Die Erteilung des FSC-Zertifikates war und ist wichtig für die naturnahe und sozial verantwortliche Bewirtschaftung des schleswig-holsteinischen Landeswaldes und eine Auszeichnung für die Arbeit der Forstleute. Damit erreichen wir, dass auch künftige Generationen einen verantwortungsvoll bewirtschafteten Wald mit funktionierendem Ökosystem vorfinden. Gleichzeitig ist damit die langfristige wirtschaftliche Nutzung von Holz als bedeutendem nachwachsendem Rohstoff möglich, und soziale Belange werden besonders berücksichtigt“, sagte Habeck.

Schonende, umweltfreundliche Waldbewirtschaftung

Die FSC-Zertifizierung sieht die Einhaltung besonderer Maßnahmen im Bereich des Waldumbaus, der Erst- und Wiederaufforstungen, des Bodenschutzes und der Waldbewirtschaftung vor. „Mit der FSC-Zertifizierung wird unser hoher Standard in der Waldbewirtschaftung deutlich“, so Habeck. Im Zuge der FSC-Zertifizierung verzichten die Landesforsten Schleswig-Holstein beispielsweise bei der Waldbewirtschaftung auf den Einsatz von Pestiziden und auf Kahlhiebe. Die Vitalität der Waldböden wird durch eine schonende Befahrung und eine standortangepasste Nutzung erhalten. Unabhängige Auditoren überprüfen mindesten jährlich vor Ort die Einhaltung der FSC-Anforderungen. Dies gilt sowohl für die Arbeitssicherheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – bei der immer noch gefährlichen Waldarbeit – als auch für Fragen der Waldökologie, des Artenschutzes, der Bürgerbeteiligung sowie der fachgerechten Holzernte.

Gesunde, verjüngte Wälder

Im Zuge der FSC-Zertifizierung verzichten die Landesforsten Schleswig-Holstein beispielsweise bei der Waldbewirtschaftung auf den Einsatz von Pestiziden und auf Kahlhiebe. Ziel der Landesforsten ist es, auf Basis der FSC-Kriterien stabile, ökologisch wertvolle und leistungsfähige Wälder zu entwickeln. Ein besonderes Augenmerk liegt hierbei auf der Verjüngung des Waldes. Die natürliche Verjüngung von Wäldern hat dabei Vorrang vor Saat und Pflanzung. „Ein Problem in unseren Wäldern sind mitunter die hohen Wildbestände. Sie müssen so angepasst werden, dass die Verjüngung insbesondere der Buche ohne Zaun möglich wird“, sagte Tim Scherer, Direktor der Landesforsten. Verbiss- und Schälschäden werden regelmäßig erfasst. Leider seien die Ergebnisse in vielen Regionen des Landes ernüchternd, die Schäden durch Wild sind noch deutlich zu hoch, so Scherer. Die Landesforsten bemühen sich, mit hohem Einsatz und modernen Konzepten bei der Wildbewirtschaftung mit gutem Beispiel voranzugehen. Minister Robert Habeck wies hinsichtlich der Waldbewirtschaftung durch die Landesforsten auf die Vorbildfunktion und besondere Gemeinwohlverpflichtung hin, die diese zu erfüllen haben. Besonders erfreut zeigte er sich, dass die Ausweisung von 10 Prozent der landeseigenen Waldfläche als Naturwald bereits 2016 abgeschlossen werden konnte.

FSC: Weltweit einheitliche Regeln für sorgfältige Waldwirtschaft

Die FSC-Zertifizierung erfolgt weltweit auf Grundlage einheitlicher Prinzipien und Kriterien für verantwortungsvolle Waldbewirtschaftung. Auf nationaler Ebene gelten dann nationale Waldstandards. Die amtierende FSC Deutschland Vorsitzende Nina Grießhammer unterstreicht dabei: „Die Regeln, die hier durch den Forstbetrieb im Wald umgesetzt werden, sind das Ergebnis eines gesamtgesellschaftlichen Dialogs und unterschieden sich im positiven Sinne von konventioneller Forstwirtschaft in Deutschland. Es gibt keinen vergleichbaren Prozess bei dem Waldeigentümer, Umweltorganisationen, Gewerkschaften und Industrie so ernsthaft und auf Augenhöhe miteinander für ein anspruchsvolles Regelwerk – den nationalen FSC-Waldstandard - ringen. Das Ergebnis ist ein Standard der hierzulande Maßstab für moderne, sozial gerechte und ökologisch anspruchsvolle Waldwirtschaft ist. Seit 20 Jahren zeigt die erfolgreiche FSC-Zertifizierung in Schleswig-Holstein welch herausragende Rolle gute Waldwirtschaft hier im Land spielt.

< Zurück


Presse

Ansprechpartner

Daniela Rixen

Pressesprecherin
Grüner Kamp 15-17
24768 Rendsburg
Tel. 04331/9453-110
Fax 04331/9453-119
drixen@lksh.de
Fachgebiete: Leitung der Pressestelle, Fachredaktion Bauernblatt, Öffentlichkeitsarbeit, Internet, Pressesprecherin

Isa-Maria Kuhn

Pressesprecherin
Grüner Kamp 15-17
24768 Rendsburg
Tel. 04331-9453-111
Fax 04331-9453-119
ikuhn@lksh.de
Fachgebiete: Bauernblattfachredaktion in den Bereichen Tierhaltung, Tierzucht, Wald & Jagd, Öffentlichkeitsarbeit, Norla, Pressesprecherin


Navigation

Presse- & Öffentlichkeitsarbeit