Ackerbohnen

Bestandsführung und Anbautechnik

Ackerbohnen kommen aufgrund ihrer Standortansprüche für die Marschen und das Östliche Hügelland infrage. Sie haben dort eine gute Wirtschaftlichkeit, und sie haben einen sehr guten Vorfruchtwert für nachfolgenden Winterweizen, der sogar noch etwas über dem des Winterrapses liegt. Ackerbohnen lassen sich günstig produzieren.

Sie benötigen keine mineralische Stickstoffdüngung, weil sie sich über die Knöllchenbakterien selber mit Stickstoff versorgen. Die Abreife folgt auf den Winterweizen und liegt in der Regel Ende August, in einigen Jahren noch bis Anfang September. Mit der Abreife nach dem Winterweizen wird knappe Mähdrescherkapazität aus der Getreideernte heraus nach hinten verlagert. Die Ackerbohne trägt durch ihre frühe Aussaat und durch ihre Ernte nach der Getreideernte zur Entzerrung von Arbeitsspitzen bei.

Ackerbohnen kommen auch für die Doppelnutzung von Korn und Stroh infrage. Das Stroh wird beim Mähdrusch nicht gehäckselt, sondern wird auf Schwad abgelegt, anschließend mit dem Feldhäcksler aufgenommen und für die Nutzung in Biogasanlagen siliert.

Ackerbohnen können und sollten früh gesät werden. Unter den Anbaubedingungen in Schleswig-Holstein hat sich der Einsatz von Fungiziden bei Blüte bewährt und war in den meisten Fällen hoch wirtschaftlich.

Anbautechnik und Anbautelegramm

Informationen zum Anbau 2018

Ackerbohnen-Anbautelegramm 2018

Mischanbau Ackerbohnen und Futtererbsen-Anbautelegramm

Ackerbohnen Anbaugebiete Deutschland


Sortenempfehlungen

Die Landessortenversuche (LSV) der Landwirtschaftskammer werden entsprechend dem Konzept der länderübergreifen Anbaugebiete durchgeführt. Die LSV Ackerbohnen werden in Schleswig-Holstein in Zusammenarbeit mit dem Fachbereich Agrarwirtschaft der Fachhochschule Kiel mit Sitz in Osterrönfeld und der Norddeutschen Pflanzenzucht in Hohenlieth durchgeführt. Die Ergebnisse der LSV sind mehrjährig in den Sortenempfehlungen zusammengefasst.

Für die Sortenwahl der Ackerbohnen sind neben der Ertragsleistung die Standfestigkeit und die Abreife wichtige Eigenschaften. Bei der innerbetrieblichen Verwertung sind der Tannin Gehalt und der Proteingehalt zu beachten. Tannin haltige Sorten sind besser für die Fütterung bei Wiederkäuern geeignet, Tannin freie Sorten sind besser für die Fütterung bei Schweinen geeignet.

Ergebnisse 2017 - Landessortenversuche

Archiv Ergebnisse der Landessortenversuche 2015 und 2016

Ansprechpartner

Dr. Christoph Algermissen

Grüner Kamp 15-17
24768 Rendsburg
Tel. 04331/9453-334
Fax 04331/9453-339
calgermissen@lksh.de
Fachgebiete: Raps, Ölsaaten, Körnerleguminosen

Düngung

Ackerbohnen benötigen keine mineralische Stickstoffdüngung, weil sie sich über die Knöllchenbakterien selber mit Stickstoff versorgen. Eine Impfung des Saatgutes ist in Schleswig-Holstein – auch nach sehr langjährigen Anbaupausen – nach den bisherigen Erfahrungen nicht nötig.

Die Versorgung mit den anderen Nährstoffen sollte über die Entzugswerte erfolgen. Ausführliche Informationen gibt es dazu in der Broschüre „Richtwerte für die Düngung“.

Pflanzenschutz

In Ackerbohnen spielen verschiedene Schaderreger eine wichtige Rolle. Das Saatgut kann gegen Auflaufkrankheiten gebeizt werden.
Zur chemischen Unkrautbekämpfung stehen in Ackerbohnen nur wenige Mittel zur Verfügung, die überwiegend im Vorauflauf eingesetzt werden müssen. Im Nachauflauf hat neben den gegen Ungräser zugelassenen Mitteln nur Basagran eine Zulassung. Eine mechanische Unkrautbekämpfung ist unter trockenen Bedingungen auf leichten bis mittleren Böden möglich.
Pilzliche Schaderreger im Blattbereich sind die Schokoladenfleckenkrankheit und der Ackerbohnenrost sowie die Brennfleckenkrankheit. Auch hier stehen nur wenige zugelassene Mittel zur Verfügung.
Ein wichtiger Schädling in Ackerbohnen ist die Bohnenblattlaus, die auch als Virusüberträger fungieren kann. Blattrandkäfer schädigen kurz nach dem Auflaufen.
Zur Steuerung des Erntetermins und Vermeidung von Verlusten bei ungleichmäßig abreifenden oder stark verunkrauteten Beständen kann eine Sikkation sinnvoll sein.

Folgende Pflanzenschutzmittel können eingesetzt werden. Die Tabellen ersetzen jedoch nicht die genaue Beachtung der jeweiligen Gebrauchsanleitung:

Fungizide/Insektizide

Glyphosat

Herbizide

Molluskizide

Fachartikel

27. Januar 2018 | Von: Dr. Christoph Algermissen, Landwirtschaftskammer
Wie steht es mit dem Anbau von Sommerungen? – Teil 7: Ackerbohnen im Aufwind

Gestiegene Anbauzahlen, kombiniert mit hohen Erträgen – das sind die Kennzeichen des abgelaufenen Anbaujahrs 2017 für die Ackerbohne in Schleswig-Holstein.

12. November 2016 | Von: Dr. Christoph Algermissen, Landwirtschaftkammer
Landessortenversuche Ackerbohnen 2016; Überdurchschnittliche Erträge trotz erhöhter Virusbefunde

Die Ackerbohnen sind in Schleswig-Holstein weiter auf dem Vormarsch.

05. März 2016 | Von: Dr. Wolfgang Sauermann, Landwirtschaftskammer
Aussaat und Anbautechnik von Ackerbohnen: Hohe Sorgfalt – hohe Erträge

Der Anbau von Ackerbohnen hat in den vergangenen Jahren zugenommen. Unter anderem die Möglichkeit, auf den Greeningflächen auch Körnerleguminosen anbauen zu können, führt zu einem nachhaltigen Interesse.

03. Oktober 2015 | Von: Dr. Wlfgang Sauermann, Landwirtschaftskammer
Erste Ergebnisse der Landessortenversuche Ackerbohnen: Schwieriges Anbaujahr - mittlere bis hohe Kornerträge

Die Anbauflächen von Ackerbohnen haben sich 2015 gegenüber dem Vorjahr verdoppelt. In absoluten Zahlen sind das rund 2.500 ha in Schleswig-Holstein.

14. März 2015 | Von: Dr. Wolfgang Sauermann, Landwirtschaftskammer
Ackerbohnen als Alternative für Umbruchflächen: Modernes Anbauverfahren - gute Ergebnisse aus der Praxis

In diesem Frühjahr haben Betriebe die Entscheidung zu treffen, ihren Winterraps wegen des starken Befalls mit Kleiner Kohlfliege und Rapserdfloh umzubrechen.


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