Düngeverordnung aktuell: Düngesperrfrist endete am 31. Januar

Mit Beginn des 1. Februar dürfen wieder sämtliche Ackerkulturen gedüngt werden.

Stichwort Ausbringungsverbot: Gemäß der Düngeverordnung ist das Aufbringen von stickstoff-
oder phosphathaltigen Düngemitteln, Bodenhilfsstoffen, Kultursubstraten und Pflanzenhilfsmitteln
verboten, sofern:

  • der Boden überschwemmt,
  • wassergesättigt,
  • gefroren oder schneebedeckt ist
    (als schneebedeckt gilt ein Boden, dessen Oberfläche durch Schneeauflage nicht mehr zu erkennen ist).

Auf diesen Flächen und Teilflächen eines Schlages darf kein Dünger ausgebracht werden.
Die Höhe der Schneedecke – nach alter Düngeverordnung noch entscheidend für ein Aufbringen –
ist nicht mehr maßgebend.

Stichwort „Gefrorener Boden“: Auf gefrorenem Boden darf nur gedüngt werden wenn:

  •  der Boden durch Auftauen am Tag des Aufbringens aufnahmefähig wird
    !Nachweis durch DWD-Prognose!
    Es wird dringend empfohlen, die Prognose
    für den Tag der Ausbringung auszudrucken und aufzubewahren.

    https://www.dwd.de/DE/leistungen/bodenfrost/bodenfrost.html
    Durch die Auswahl des Bundeslandes Schleswig Holstein wird tabellarisch die Prognose des aktuellen Tages
    und der nächsten vier Tage im Voraus für bewachsene und unbewachsene Böden angezeigt.
    Die Auswahl der Wetterstation sollte einen räumlichen Bezug zur Lage der betroffenen Fläche aufweisen, um eine Prognose für den individuellen Standort zu erhalten. Wenn in einer Bodenfrostsituation für den nächsten Tag ein Auftauen prognostiziert wird, darf eine Ausbringung von organischen oder mineralischen Düngern erfolgen. Um bei der Kontrolle auf der sicheren Seite zu sein, sollte die Auftauprognose des DWD unbedingt für den Tag der Ausbringung ausgedruckt und aufbewahrt werden. Es besteht ebenso die Verpflichtung, am Tag der Ausbringung ein tatsächliches Auftauen des Bodens vor Ort zu überprüfen.
    Das sollte spätestens zur Mittagszeit erfolgen. Sofern sich dann die aktuelle Auftauprognose des DWD verändert hat, bzw. der Boden nicht antaut, ist die Ausbringung unverzüglich zu stoppen.

Nicht gedüngt werden dürfen selbstbegrünte Flächen und abgefrorene Haupt- und Zwischenfruchtbestände!;
anderenfalls die Gefahr von Bodenverdichtungen und von Strukturschäden durch das Befahren der Flächen bestehen würde. Dabei ist zu beachten, dass maximal 60 kg Gesamtstickstoff über Gülle, Gärrückstände oder Mineraldünger je Hektar auf gefrorenen Boden aufgebracht werden dürfen. Sofern der Boden nicht gefroren ist dürfen auch größere N-Mengen appliziert werden.

Ausnahme Festmist/Kompost: Auf gefrorenem Boden darf Kompost und Festmist von Huf- und Klauentieren nur gedüngt werden, wenn der Boden bewachsen ist. Eine Düngegabe über 60 kg Gesamt-N/ha ist möglich. Auf unbewachsenem Boden darf nur unter frostfreien Bedingungen gestreut werden. Grundsätzlich sind wasserrechtliche Gefährdungen (z. B. Abschwemmungsgefahr am Gewässer) den oben genannten Bedingungen voran zu stellen.

In jedem der genannten Applikationsbedingungen muss eine schriftliche Düngebedarfsermittlung vorliegen.

Ansprechpartner

Henning Schuch

Grüner Kamp 15-17
24768 Rendsburg
Tel. 04331/9453-353
Fax 04331/9453-349
hschuch@lksh.de
Fachgebiete: Düngeverordnung (DÜV), Mikronährstoffdüngung, Biogassubstrat, Düngungsversuche


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