Abstandsauflagen, Lagerkapazitäten

Beim Aufbringen von stickstoff- oder phosphathaltigen Düngemitteln, Bodenhilfsstoffen, Kultursubstraten und Pflanzenhilfsmitteln ist:

  • ein direkter Eintrag und ein Abschwemmen von Nährstoffen  in oberirdische Gewässer zu vermeiden und
  • dafür zu sorgen, dass kein direkter Eintrag und kein Abschwemmen von Nährstoffen auf benachbarte Flächen, insbesondere in schützenswerte natürliche Lebensräume, erfolgt.

Folgende Gewässerabstände ohne Düngung sind einzuhalten:

  • 4 m zwischen Ausbringungsfläche und Böschungsoberkante des Gewässers (ohne Exakttechnik)
  • 1 m wenn Streubreite der Arbeitsbreite entspricht oder Grenzstreueinrichtung vorhanden ist (mit Exakttechnik)
  • 3 m bei Flächen ab 5 % Hangneigung (innerhalb von 20 m zur Böschungsoberkante)
  • Zusätzlich sofortige Einarbeitungspflicht für Düngemittel bei Flächen ab 5 % Hangneigung (innerhalb von 20 m zur Böschungsoberkante) auf unbestelltem Ackerland; auf bestellten Ackerflächen ist die Düngung bei Reihenkultur ≥ 45 cm Reihenabstand nur mit Untersaat oder sofortiger Einarbeitung, ohne Reihenkultur nur bei hinreichendem Pflanzenbestand bzw. Mulch-/ Direktsaat zulässig.
  • 5 m bei Flächen ab 10 % Hangneigung (innerhalb von 20 m zur Böschungsoberkante)
  • Aufteilung der Düngegabe ab einer Hangneigung von 10 % (innerhalb von 20 m zur Böschungsoberkante), wenn der Düngebedarf mehr als 80 kg N/ha beträgt.
  • 10 m in hängigem Gelände ab 15 % Hangneigung (innerhalb von 30 m zur Böschungsoberkante)
  • Zusätzlich sofortige Einarbeitungspflicht für Düngemittel auf dem ganzen Schlag bei Flächen ab 15 % Hangneigung (innerhalb von 30 m zur Böschungsoberkante) auf unbestelltem Ackerland;

Lagerkapazitäten

  • 6 Monate für Gülle, Jauche, Gärreste
  • 2 Monate für Festmist von  Huf- oder Klauentieren, Kompost ab 1. Januar 2020
  • 9 Monate für Betriebe, die mehr als drei Großvieheinheiten je Hektar landwirtschaftlich genutzter Fläche halten. Für Betriebe ohne eigene Fläche gilt dies ab 1. Januar 2020

Die Einhaltung bzw. Nichteinhaltung hat Einfluss auf die Cross-Compliance, durch die die Landwirte seit 2005 angehalten werden, bestimmte durch die EU erlassene Umwelt- und Tierschutz-Richtlinien einzuhalten. Bei Nichteinhaltung der gesetzlichen Vorgaben kann die Betriebsprämie gekürzt werden, oder es drohen Bußgelder.

 

Anforderungen an die befristete Feldrandlagerung von Festmist und die Bereitstellung separierter Güllen/Gärsubstrate

Bodennahe Aufbringung auf bestelltem Acker

  • Flüssige organische oder flüssige organisch-mineralische Düngemittel mit wesentlichem Gehalt an Stickstoff müssen auf bestelltem Acker ab dem 1.02.2020 streifenförmig auf den Boden abgelegt oder direkt in den Boden injiziert werden.
     
  • Im Falle von Grünland, Dauergrünland oder mehrschnittigem Feldfutterbau gilt diese Vorschrift erst am dem 1.03.2025.
     

Ansprechpartner

  • Henning Schuch

    Grüner Kamp 15-17
    24768 Rendsburg

    Tel. +49 4331 9453-353
    Mobil +49 151 40088907
    Fax +49 4331 9453-349
    hschuch@lksh.de

    Düngeverordnung (DÜV), Mikronährstoffdüngung, Biogassubstrat, Düngungsversuche