Corona: FAQs zur Aus- und Weiterbildung

Wichtige Fragen, die im Zuge der Corona-Pandemie im Bereich Aus- und Weiterbildung wiederholt auftreten, sind:

  1. Was ist mit den Zwischen- und Abschlussprüfungen?
  2. Welche Auswirkungen gibt es bei der überbetrieblichen Ausbildung?
  3. Was passiert bei Schließung der Berufsschule?
  4. Darf ein/e Auszubildende/r von der Ausbildung fernbleiben?
  5. Kann für Auszubildende Kurzarbeit angeordnet werden?
  6. Welche Seminare und Meisterkurstermine finden statt?
  7. Was ist mit meiner Sachkunde im Pflanzenschutz?

1. Was ist mit den Zwischen- und Abschlussprüfungen? 

In den Agrarberufen Schleswig-Holsteins sind die bis zum 31. Juli 2020 angesetzten Zwischenprüfungen ersatzlos entfallen. Diese Zwischenprüfungen gelten als abgelegt, d. h., die Zulassungsvoraussetzung für kommende Abschlussprüfungen gilt in dieser Hinsicht als erfüllt.

Prüfungstermine im Herbst 2020 sind vorgesehen und werden ggf. aufgrund der dann aktuellen Corona-Lage angepasst. Informationen dazu erfolgen rechtzeitig.

Für die Prüfungsvorbereitung sei auf folgende Neuerung hingewiesen: Das zum 01.01.2020 novellierte Berufsbildungsgesetz (BBiG) bestimmt  in § 15 Abs. 1 Nr. 5, dass Auszubildende an dem Arbeitstag, der der schriftlichen Abschlussprüfung unmittelbar vorangeht, freizustellen sind. Für diesen Tag der Prüfungsvorbereitung muss kein Urlaub genommen werden. Sind für die schriftliche Abschlussprüfung mehrere Tage vorgesehen, bilden diese Tage aber eine Prüfungseinheit, dann besteht nur ein Anspruch auf die Freistellung an einem Tag.


2. Welche Auswirkungen gibt es bei der überbetrieblichen Ausbildung? 

Die Lehrgänge der Landwirtschaftskammer zur Überbetrieblichen Ausbildung in den Agrarberufen können derzeit unter Beachtung besonderer Infektionsschutzvorschriften durchgeführt werden. Die Teilnehmer/innen werden entsprechend informiert und eindringlich gebeten, die Vorschriften einzuhalten

3. Wie wird der Berufsschulstoff bearbeitet? 

Der Berufsschulunterricht wurde nach den Sommerferien wieder als Präsenzunterricht aufgenommen. Sollte es aufgrund des Corona-Geschehens zu Unterrichtsausfall kommen, stellen die beruflichen Schulen auf digitalem Wege Unterrichtsmaterial zur Verfügung. So, wie die Ausbildungsbetriebe gesetzlich verpflichtet sind, ihre Auszubildenden zum Berufsschulbesuch freizustellen und zum Besuch anzuhalten, wären sie auch verpflichtet, den Auszubildenden während der Arbeitszeit Gelegenheit zur Bearbeitung der digitalen Unterrichtsaufgaben zu geben, z. B. an dem bisherigen Berufsschultag. Die Landwirtschaftskammer appelliert an die Ausbildungsbetriebe, in diesem Fall ihre Auszubildenden zur Bearbeitung der digitalen Unterrichtsmaterialien anzuhalten und ausreichend Zeit sowie ggf. auch die notwendige technische Ausstattung zur Verfügung zu stellen.

4. Darf ein/e Auszubildende/r von der Ausbildung fernbleiben? 

Grundsätzlich darf ein Auszubildender die Arbeit nicht verweigern und muss zur Ausbildung erscheinen. Auf dem Weg zum Ausbildungsbetrieb sind die üblichen Vorsichtsmaßnahmen einzuhalten, falls z.B. die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel erfolgt (Abstand, Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes). Sollte es im Ausbildungsbetrieb eine konkrete Gefährdung geben (z.B. Person mit bestätigter Corona-Infektion), hat der Arbeitgeber im Rahmen seiner Fürsorgeverpflichtungen zu handeln und u.U. den/die Auszubildende von der Arbeit freizustellen (siehe auch https://www.infektionsschutz.de/coronavirus/) oder Ausbildungsinhalte im häuslichen Umfeld anzuordnen, z.B. Berichtsheftführung, Bearbeitung des Berufsschulstoffs, Aufgabenstellungen im Rahmen der betrieblichen Ausbildung.

5. Kann für Auszubildende Kurzarbeit angeordnet werden? 

Kurzarbeit ist in der Regel nicht auf Auszubildende ausweitbar. Sollte es in Ausnahmefällen erforderlich sein, so ist die Ausbildungsvergütung dennoch sechs Wochen lang in voller Höhe weiter zu zahlen. Erst nach diesen sechs Wochen kommt die Zahlung von Kurzarbeitergeld in Betracht. Auch während Kurzarbeit ist Ausbildung durchzuführen.

Informationen zum Kurzarbeitergeld können beim Arbeitgeberservice der Bundesagentur für Arbeit: Tel. 0800 4 555520 (gebührenfrei) und unter dem folgenden Link abgerufen werden:
https://www.arbeitsagentur.de/news/corona-virus-informationen-fuer-unternehmen-zum-kurzarbeitergeld

6. Welche Seminare und Meisterkurstermine finden statt? 

Vorbereitungskurse auf eine Meisterprüfung oder Berufsabschlussprüfungen finden regulär statt; die Teilnehmer/innen dieser Kurse werden direkt von der Landwirtschaftskammer informiert. Auch Seminare werden im Winterhalbjahr 2020/2021 unter Beachtung der Infektionsvorschriften wieder durchgeführt. Mehr Informationen finden Sie unter diesem Link: https://www.lksh.de/aktuelles/agrarterminkalender/

7. Was ist mit meiner Sachkunde im Pflanzenschutz? 

Die Sachkundefortbildungsveranstaltungen im Pflanzenschutz der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein finden aktuell nicht statt.

  • Im Herbst werden wieder Sachkundefortbildungen im Pflanzenschutz angeboten. Bitte melden Sie sich dann direkt neu für eine Fortbildung an. Die Termine werden unter www.lksh.de und im Bauernblatt bekannt gegeben.
  • Sollten Sie in den nächsten Monaten eine Kontrolle auf ihrem Hof haben, verweisen Sie darauf, dass Sie zur Fortbildung angemeldet waren und die Veranstaltung ausgefallen ist. Als Nachweis haben wir die Anmeldelisten hier im Hause. Kontakt: +49 4331 9453-311 oder ibauer@lksh.de