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Weihnachtsbäume: keine wesentliche Preissteigerung: Saisoneröffnung mit Senioren in Schmalfeld (SE)

Zunächst einmal die guten Nachrichten: Während derzeit alles teurer zu werden scheint, müssen die Weihnachtsfans für die Qualitätsbäume aus Schleswig-Holstein nicht tiefer in die Tasche greifen. Das sagte Jörg Engler am Vormittag bei der Eröffnung der Weihnachtsbaumsaison von Kammer und Produzenten auf dem Betrieb Schümann in Schmalfeld im Kreis Segeberg.

 

Nordmanntannen sind in Schleswig-Holstein als Weihnachtsbaum immer noch am beliebtesten. Foto: Isa-Maria Kuhn

Jörg Engler ist der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Schleswig-Holsteinischer Weihnachtsbaumproduzenten. „Ich rechne damit, dass im Endverkauf der besten Baumqualitäten mit weitgehend konstanten Preisen zu rechnen ist. Wir werden bei Qualitätsbäumen Meterpreise von 20 bis 27 € bei der Nordmanntanne, 12 bis 16 € bei der Blaufichte und 9 bis 12 € bei der Fichte haben.“

Normalität in unsicheren Zeiten

Der Vizepräsident der Landwirtschaftskammer Hans-Caspar Graf zu Rantzau führte aus: „Dieser Termin in unserem Kalender ist so wichtig wie für mich jedes Jahr das Weihnachtsfest. Wir hoffen, dass es dieses Jahr wieder in einem größeren Rahmen in den Familien stattfinden kann und für etwas Normalität in doch ungewöhnlichen und etwas unsicheren Tagen sorgt.“ Als Familienmensch könne er sich ein Weihnachtsfest ohne Familie und geschmückten Baum nicht vorstellen. „Der Weihnachtsbaum ist nach wie vor für Millionen von Menschen ein unverrückbarer Bestandteil des alljährlichen Weihnachtsfestes. Hierzu gehört selbstverständlich das wiederkehrende Zeremoniell des Aussuchens oder des Selbstschlagens und Schmückens des eigenen Baumes. Gerade in Zeiten von Corona wird diese Tradition im Familienkreis zusätzliche Bedeutung erhalten“, so Graf zu Rantzau weiter.

Aufgabe der Landwirtschaftskammer

Die land- und forstwirtschaftlichen Betriebe in Schleswig-Holstein sind wichtige Produzenten von Weihnachtsbäumen, die weit über die Landesgrenzen hinweg ihre Abnehmer finden.
Sie werden beraten und unterstützt durch die Kolleginnen und Kollegen der Landwirtschaftskammer. „Damit erhalten wir die Leistungsfähigkeit unserer Produzenten und gewährleisten weiterhin die hohe Qualität der heimischen Weihnachtsbäume. Und davon profitiert letztlich der Verbraucher, der für sein Geld hochwertige Ware erhält und deren Produktion die aktuellen gesellschaftlichen Ansprüche voll erfüllt – von hoher ästhetischer Qualität über Klimabilanz und Biodiversität bis zur Minimierung von Chemieeinsatz“, so der Kammervizepräsident und Waldbesitzer.

Das Jahr 2021 hat witterungsbedingt günstige Rahmenbedingungen für das Wachstum der Bäume gebracht. Größere Frostereignisse sind ebenso ausgeblieben wie lange
Dürreperioden im Sommer. Somit sind gute Voraussetzungen dafür geschaffen, dass jede Familie und jeder Haushalt hier im Lande einen Weihnachtsbaum nach der individuellen Vorstellung finden wird, heißt es aus der Forstabteilung.

Betrieb Frank Schümann in Schmalfeld

Graf zu Rantzau bedankte sich beim diesjährigen Gastgeber Frank Schümann in Schmal-feld, Hof Hoheneichen. Dieser hat auf seinem Betrieb jetzt immerhin Hochsaison. Der Landwirt verkauft seine Bäume an kleinere Händler und auch direkt ab Hof. Das komme bei den Leuten gut an und er begrüße, dass er auf diesem Wege auch mit den Endkunden ins Gespräch komme. Die Weihnachtsbäume machen lediglich einen kleinen Teil des Betriebes aus (7 ha). Die Hauptfläche dient dem Ackerbau. Jedoch wollte Schümann auch außerhalb der Ackerbausaison ein Betätigungsfeld haben. Dabei ist er innovativ. So wurde ein Weihnachtsbaumshaker angeschafft. Dieser schüttelt alte Nadeln, Blätter und Insekten vor dem Netzen aus dem Baum, sodass der Weihnachtsfan ein sauberes Wohnzimmer behält. Außerdem baut er neben Nordmanntanne auch andere Weihnachtsbäume an wie Türkische Tanne, Blau- und Rotfichte, Balsamtanne (duftet nach Orange und Marzipan), um unterschiedliche Wünsche zu bedienen.

Über einen schönen Weihnachtsbaum können sich die Senioren der Tagesstätte Kastanienhof freuen. Sie suchten sich am Vormittag mit Leiterin Anja Rieke in der Kultur einen aus, den der Landwirt gestiftet hat.

Zahlen und Fakten

Mit rund 20 Millionen Weihnachtsbäumen, die ihre Wurzeln in schleswig-holsteinischen Boden geschlagen haben, können die einheimischen Produzenten dieses Naturproduktes leicht alle 1,4 Mio. Privathaushalte des eigenen Bundeslandes Jahr für Jahr versorgen. „Aus der Region – für die Region“ ist in Schleswig-Holstein keine Werbehülse. Viele der 200 Produzenten bieten frisch geschlagene Bäume auf eigenen Ständen in Städten und Ortschaften, aber auch direkt in ihren „Weihnachtswäldern“ an. Für viele Familien ist das Aussuchen dort ein besonderes Erlebnis! Hinzu kommt, dass die heimischen Kulturen bis zu 145 t Kohlendioxid je Hektar binden.

Schleswig-Holstein ist aber auch Exporteur von Weihnachtsbäumen. Viele Lkw tauchen in den nächsten Wochen auf der südlichen Seite des Elbtunnels auf, mit Zielen im gesamten Bundesgebiet und im benachbarten Ausland. Wenn man die Etiketten an den Spitzen der Bäume wie die Beringung von Zugvögeln versteht, sieht man schleswig-holsteinische Weihnachtsbäume selbst in entfernten Regionen wie Gran Canaria, der Ukraine und China landen.

Verantwortlich für diesen Pressetext: Isa-Maria Kuhn, Landwirtschaftskammer, Schleswig-Holstein, Tel.: 0 43 31-94 53-111, ikuhn@lksh.de