Bodenschutz (Erosion/Humus)

Bodenschutz (Erosion/Humus)

Der Schutz unserer Böden ist zwingend mit dem Erhalt der Bodenfruchtbarkeit verbunden. Erosion und der Abbau organischer Substanz beeinflussen diese nachhaltig. Im Rahmen von Cross Compliance sind Vorgaben zur Minderung von Wasser- und Winderosion auf gefährdeten Flächen einzuhalten. Zusätzlich ist ein ausreichender Humusgehalt als Indikator für nachhaltige Bewirtschaftung auf Ackerflächen zu dokumentieren. Eine Humus mehrende Bewirtschaftung ist wünschenswert.

Erosionsschutz (Wind- und Wasser) und Erosionskataster

Mit Einführung der Cross-Compliance-Regelungen im Jahre 2004 war gesetzlich geregelt worden, dass die zunächst geltende pauschale Erosionsschutzregelung (40 % der Fläche über Winter ungepflügt) durch eine flächenspezifische Regelung abgelöst werden sollte. Hierzu wurde das Erosionskataster Schleswig-Holstein entwickelt, bei dem auf Feldblockebene die Fläche aufgrund von Bodenart, Humusgehalt, Windgeschwindigkeit und Windhindernissen in bestimmte Wasser- und Winderosionsgefährdungsklassen eingeteilt wurde. Dabei kann sich der Umfang der betroffen Flächen durch Nachberechnungen jährlich verändern. Gründe hierfür sind zum Beispiel Veränderungen der Feldblockgrenzen oder auch die Neuanlage oder Verschiebung von Knicks. Daher sollte eine jährliche Überprüfung der eigenen Flächen vor Aussaat der Kulturen, im Speziellen bei der Aussaat von Reihenkulturen mit einem Reihenabstand von 45 cm und mehr, vorgenommen werden.

Als erosionsgefährdet eingestufte Flächen in Schleswig-Holstein (Erosionskataster) können Sie über den www.feldblockfinder.schleswig-holstein.de, hier unter Landwirtschaft/Umwelt, Gebietskulissen, CC-Wasser oder CC-Wind einsehen.

Die nachfolgenden Regelungen gelten ausschließlich für Ackerflächen, da Dauergrünland und Dauerkulturen nicht von den Auflagen zum Erosionsschutz  betroffen sind, soweit sie nicht umgebrochen werden. Als Dauerkulturen gelten nach Art. 2 b der VO (EG) Nr. 1120/2009 Kulturen, die nicht in die Fruchtfolge einbezogen sind, für die Dauer von mindestens fünf Jahren auf den Flächen verbleiben und wiederkehrende Erträge liefern. Somit zählt hierzu neben Reb-, Baumschulen und Niederwald mit Kurzumtrieb auch Spargel. Durch die Bestimmungen zum Erosionsschutz wird ausschließlich das Pflügen eingeschränkt. Der Einsatz anderer Bodenbearbeitungsgeräte, wie z.B. Grubber, Beetseparation, Mulcher und ähnliches, bleibt weiterhin ohne Einschränkungen erlaubt. Die Auflagen ergeben sich aus der bundesweit geltenden Direktzahlungen-Verpflichtungenverordnung. Das Land Schleswig-Holstein hat durch Landesverordnung dazu Ausnahmeregelungen aus Gründen des Pflanzenschutzes oder bei Anbau unter Folie oder Vlies vorgesehen.

Winderosion

Die Berechnung der potenziellen Winderosion nach DIN 19706 durch das Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR) hat ergeben, dass in Schleswig-Holstein rund 57.000 ha landwirtschaftliche Nutzfläche und damit ein Anteil von rund 5,4 Prozent betroffen ist. Der Anteil von Dauerkulturen und Dauergrünland ist hiervon noch abzuziehen.

Über die Checkliste „Vorgehen zur Ermittlung der betrieblichen Betroffenheit - Winderosion“ ist es möglich, sich einen Überblick über die Anbauoptionen für jede Kultur zu verschaffen.

Wassererosion

Insgesamt sind rund 1.900 ha als wassererosionsgefährdet eingestuft. Hiervon fallen etwa 1.798 ha in die Klasse CC-Wasser-1 und lediglich 100 ha in die Klasse CC-Wasser-2. Die hieraus für die Landwirte resultierenden Auflagen sind in Abbildung 1 aufgeführt:

Durch die geringe flächenmäßige Betroffenheit bei CC-Wasser-1 und CC-Wasser-2 ist kaum eine Bedeutung für die tatsächliche Bewirtschaftungspraxis in Schleswig-Holstein.

Erhaltung der organischen Substanz (Humus)

Wichtiges Ziel für jeden Landwirt ist der Erhalt der organischen Substanz im Boden. Im Rahmen von Cross Compliance ist dieses Ziel nicht nur wünschenswert sondern auch nachzuweisen. Dieser Nachweis kann durch

Einhaltung eines bestimmten Anbauverhältnisses,Aufstellen einer Humusbilanz oderdurch eine Bodenhumusgehaltsuntersuchung erbracht werden.

Zudem sind in besonderen Einzelfällen auch weitere Nachweise möglich. Betriebe, die ausschließlich Kulturen mit positiver/neutraler Auswirkung auf den Bodenhumusgehalt anbauen, sind von der Verpflichtung befreit. Ebenso Flächen, auf denen Dauerkulturen angebaut werden.

Zu 1: Einhaltung eines Anbauverhältnisses mit mindestens drei Kulturen

Hierzu muss ein Betrieb mindestens drei Kulturen anbauen, wobei jede Kultur mindestens 15 % der Ackerfläche umfassen muss. Weist ein Betrieb mehr als drei Kulturen auf, kann durch Zusammenfassung mehrerer Kulturen der Mindestflächenanteil von 15 % erreicht werden. Kulturen mit einem Anbauumfang unter 15 % können anteilig unterschiedlichen Kulturen zugerechnet werden. Als eigenständige Kultur im Sinne dieser Vorschrift gelten alle Kulturarten, so dass unterschiedliche Getreidearten als eigenständige Kultur gezählt werden. Ebenso gelten aus der landwirtschaftlichen Erzeugung genommene Flächen als eigenständige Kulturart.

Einhaltung eines Anbauverhältnisses durch Flächentausch

Baut ein Betrieb auf seinen Flächen weniger als 3 Kulturen an (z. B. nur Kartoffeln) und tauscht alle seine Ackerflächen mit anderen Betrieben, so kann er die Auflagen zum Erhalt der organischen Substanz erfüllen, wenn er nachweist, dass in den beiden vorhergehenden Jahren auf diesen Flächen jeweils andere Kulturen angebaut wurden. Diese Form des Nachweises gilt nur für Betriebe, die weniger als drei Kulturen auf ständig wechselnden Flächen bewirtschaften.

Zu 2: Humusbilanz

Eine Humusbilanz ist für den Gesamtbetrieb bis spätestens zum 31. März des Folgejahres zu erstellen. Die Humusbilanz darf nicht unter einen durchschnittlichen Wert von minus 75 kg Humuskohlenstoff (Humus-C) pro Hektar und Jahr absinken. Die Ergebnisse der Humusbilanz sind mindestens vier Jahre aufzubewahren. Der Humusbilanzrechner der Landwirtschaftskammer hilft Ihnen bei der Erstellung.

Zu 3 Bodenhumusuntersuchung

Die Bodenhumusuntersuchung muss ergeben, dass der vorgegebene Grenzwert von 1 % Humus auf Böden mit 13 % oder weniger Tongehalt bzw. 1,5 % Humus auf Böden mit mehr als 13 % Tongehalt nicht unterschritten wird. Das Ergebnis der Bodenhumusuntersuchung muss in dem Kalenderjahr, für das der Antrag auf Gewährung von CC-relevanten Zahlungen gestellt wird, zu Kontrollzwecken jederzeit bereitgehalten werden und darf zum Zeitpunkt der Kontrolle nicht älter als sechs Jahre sein.


Landwirtschaft

Ansprechpartner

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Grüner Kamp 15-17
24768 Rendsburg
Tel. 04331/9453-340
Fax 04331/9453-349
cpboyens@lksh.de
Fachgebiete: Cross-Compliance, Grundwasserschutzberatung, Umwelt- und Naturschutz, Greening

Klaus Dieter Schlüter

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Fachgebiete: Bodenschutz, Düngemittelverkehrskontrolle


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