Schweine

Schweine gehören zu den ältesten Nutztieren des Menschen. Das Hausschwein wurde vor ca. 9.000 Jahren domestiziert. Heute sind Schweine der wichtigste Fleischlieferant Deutschlands. Die Schweinehaltung hat sich in den vergangenen Jahrzehnten sehr stark gewandelt und ist heute durch hoch spezialisierte Betriebe mit großen Tierbeständen gekennzeichnet.

2016 gab es insgesamt 900 Schweinehalter in Schleswig-Holstein, davon 300 Zuchtschweine- und 800 Mastschweinehalter. Es wurden 89.400 Zuchtsauen und 688.400 Mastschweine gehalten.

2014 stammten in Schleswig-Holstein 433 Mio. Euro bzw. 15,5 % der Verkaufserlöse der Landwirtschaft aus der Schweinehaltung.

Die Landwirtschaftskammer verfügt in Futterkamp über ein umfangreiches Versuchswesen für die Schweinehaltung. Aus der engen Verknüpfung von Versuchswesen, der Tierhaltung vor Ort sowie der Auswertungen und Erfahrungen aus der Beratung resultiert ein fundiertes praxisorientiertes Beratungsangebot.

Schweinebestand und Ausstattung im LVZ Futterkamp

Sauen          380 Sauen, Wartestall 250 Plätze, 97 Abferkelplätze,
                     Deckzentrum 50 Plätze
Aufzucht       2.000 Plätze mit unterschiedlichen Stalleinrichtungen
Mast             1.400 Plätze mit unterschiedlichen Ausstattungen und Abteilgrößen

Fachinfo

Schweinereporte

Initiative Tierwohl

Am 1. Januar 2015 startete die Initiative Tierwohl, mit der sich Landwirtschaft, Fleischwirtschaft und Lebensmitteleinzelhandel erstmalig gemeinsam für eine tiergerechtere und nachhaltigere Fleischerzeugung einsetzen. Die Initiative Tierwohl hat in Zusammenarbeit mit Wissenschaft und Wirtschaft messbare Tierwohlkriterien entwickelt, die über gesetzliche Regelungen hinausgehen und eine Erweiterung der in Deutschland anerkannten Qualitätssicherungssysteme darstellen. Landwirte, die freiwillig bestimmte Maßnahmen umsetzen, erhalten unabhängig vom Marktpreis ein Tierwohlentgelt. Finanziert wird die Initiative durch die teilnehmenden Einzelhandelsketten. Seit dem 1. Januar 2015 zahlen sie für jedes verkaufte Kilo Fleisch- und Wurstware von Schwein, Hähnchen und Pute vier Cent auf ein Tierwohl-Konto ein.

www.initiative-tierwohl.de

Inno-Pig

Tierschutz und Tierwohl stehen zunehmend im Fokus von Politik und Gesellschaft. Eine wichtige Forderung an die Tierhaltung ist dabei die Bewegungsfreiheit der Schweine in allen Haltungsabschnitten. Während die Gruppenhaltung tragender Sauen seit 2013 EU-weit vorgeschrieben ist, überwiegt bei den laktierenden Sauen in Deutschland wie auch in anderen EU-Ländern die Aufstallung im Ferkelschutzkorb. In dem im Frühjahr 2016 im LVZ Futterkamp gestarteten und auf drei Jahre angelegten Verbundprojekt "Inno-Pig" werden verschiedene Haltungssysteme (Gruppenhaltung ferkelführender Sauen, Bewegungsbuchten (ohne Fixierung) und konventionelle Einzelhaltung im Ferkelschutzkorb) in unterschiedlichen Ausführungen miteinander verglichen. Weiterhin werden die Effekte der verschiedenen Abferkelsysteme in den nachfolgenden Produktionsstufen Ferkelaufzucht und Mast analysiert. Hierbei wird zusätzlich zwischen der einphasigen „Aufzucht“ (Verbleib der Ferkel im Abferkelabteil bis zum Ende der Ferkelaufzucht), der einphasigen „Aufzucht und Mast“ („wean-to-finish“) und dem derzeitigen Standardverfahren (dem zweimaligen Umstallen der Tiere von der „Säugephase“ zur „Aufzucht“ und weiter zur „Mast“) unterschieden.

Bildungsangebot

 

Futterkamp ist der Standort für die überbetriebliche Ausbildung der Land-, Pferde- und Tierwirte. Darüberhinaus bietet die Landwirtschaftskammer in Futterkamp spezielle Lehrgänge und Seminare sowie Führungen für Fachbesucher und Nichtlandwirte an. Für Schulen gibt es ein Angebot zu agrarpädagogischen Klassenfahrten. 

Überbetriebliche Ausbildung Schweinehaltung
Die überbetriebliche Ausbildung ist eine Erweiterung der Ausbildung auf dem landwirtschaftlichen Betrieb, denn das duale Ausbildungssystem sieht neben der schulischen und betrieblichen Ausbildung auch überbetriebliche Lehrgänge vor. Diese überbetrieblichen Lehrgänge sollen die Ausbildungsdefizite, die durch die Spezialisierung vieler Betriebe entstanden sind, ausgleichen. Sie erstreckt sich in Schleswig-Holstein auf eine Woche innerhalb der drei Ausbildungsjahre. Die Auszubildenden können wählen zwischen einem Lehrgang in der Milcherzeugung oder einem Grund- und einem Aufbaukurs in der Schweinehaltung.

Die Lehrgänge sind auch für Praktikanten und andere Interessierte geeignet. Sie finden wöchentlich statt von Oktober bis April eines jeden Schuljahres, mit dem Schwerpunkt Praxis, als Ergänzung der betrieblichen Ausbildung.
Die überbetriebliche Ausbildung ist eine Hauptaufgabe des Lehr- und Versuchszentrums Futterkamp.

1. Grundlehrgang Schweinehaltung
Lehrgang zur Vermittlung von Grundlagen in der Ferkelerzeugung und Schweinemast, geeignet für Auszubildende, Praktikanten und Interessierte von Oktober bis Mai, mit dem Schwerpunkt Praxis, als Ergänzung der betrieblichen Ausbildung.
Der Lehrgang bietet einen idealen Einstieg für Personen, die noch nie oder nur gelegentlich in der Ferkelerzeugung und Schweinemast tätig waren. Neben den theoretischen Inhalten werden diese auch im Praxiseinsatz vermittelt.

2. Auflehrgang Schweinehaltung
Der Lehrgang baut auf den Grundlehrgang Schweinehaltung auf und dient zur Vertiefung der Grundkenntnisse. Er beinhaltet einen Kurzlehrgang zur künstlichen Besamung mit der Möglichkeit zum Erwerb der Besamungserlaubnis für den Eigenbestand.

Weitere Seminare zu speziellen Themen der Schweinehaltung

3. Intensivkurs Ferkelerzeugung
Dieser Lehrgang richtet sich an Praktiker/innen in der Ferkelerzeugung. In Theorie und Praxis werden aktuelle Themen zur Sauenhaltung und Ferkelaufzucht behandelt.

4. Intensivkurs Schweinemast
Dieser Lehrgang richtet sich an Praktiker/innen aus der Schweinemast. In Theorie und Praxis werden aktuelle Themen zur Schweinemast behandelt.

5. Besamungskurs in der Sauenhaltung
Dieser Lehrgang dient zur Erlangung der Erlaubnis für die Eigenbestandsbesamung und richtet sich an Betriebsleiter und Mitarbeiter in Sauenbetrieben. Der Lehrgang bietet viele Möglichkeiten, die Kenntnisse in der Reproduktion von Sauen zu vertiefen.

Weitere Seminare zu verschiedene Themen: Theorie und Praxis im Schweinestall, Homöopathie in der Schweinehaltung, Schwanzbeiß-Risiko im Betrieb senken, Antibiotikareduktion in der Schweinehaltung und korrekte Arzneimittelanwendung.

Nähere Informationen zu allen Seminar- und Lehrgangsangeboten finden Sie unter:

Weitere Seminarangebote der Landwirtschaftskammer

Ansprechpartner

Christian Meyer

LVZ Futterkamp
24327 Blekendorf
Tel. 04381/9009-27
Fax 04381/9009-8
cmeyer@lksh.de
Fachgebiete: Produktionsberatung Schweinehaltung, Ausbildung Schweinehaltung

Ole Peter Tiedje

LVZ Futterkamp
24327 Blekendorf
Tel. 04381/9009-35
Fax 04381/9009-8
otiedje@lksh.de
Fachgebiete: Produktionsberatung Schweinehaltung, Ausbildung Schweinehaltung

Ulrich Bioly

LVZ Futterkamp
24327 Blekendorf
Tel. 04381/9009-11
Fax 04381/9009-8
ubioly@lksh.de
Fachgebiete: überbetriebliche Ausbildung, Bildungsangebote, agrarpädagogische Klassenfahrten

Christian Hesselbarth

LVZ Futterkamp
24327 Blekendorf
Tel. 04381/9009-25
Fax 04381/9009-8
chesselbarth@lksh.de
Fachgebiete: Bildungsangebote, Agrarpädagogische Klassenfahrten

Versuche & Erprobungen

Am Standort Futterkamp verfügt die Landwirtschaftskammer über ein umfangreiches Versuchswesen, um aktuelle Fragestellungen zu untersuchen. Die Erprobungen, Versuche und Projekte werden zum Teil in Kooperation mit wissenschaftlichen Einrichtungen durchgeführt und dienen dem Wissenstransfer in die Praxis.

Für Fütterungsversuche stehen ca. 380 Sauen samt Nachzucht zur Verfügung. Durch die vorhandene Fütterungstechnik sind im Sauenbereich einzeltierbezogene Fütterungen möglich. Im Bereich der Ferkelaufzucht werden Fütterungsversuche in Kleingruppen mit jeweils 10 - 12 Ferkeln durchgeführt und im Mastbereich bestehen Versuchsmöglichkeiten für Tiergruppen unterschiedlicher Größe. Unterschiedliche Haltungsverfahren werden erprobt und geprüft.

Ansprechpartner Versuche-und Erprobungen

Dr. Onno Burfeind

LVZ Futterkamp
24327 Blekendorf
Tel. 04381/9009-20
Fax 04381/9009-8
oburfeind@lksh.de
Fachgebiete: Fachbereichsleitung Schweinehaltung, Versuchswesen Schweinehaltung

Christian Meyer

LVZ Futterkamp
24327 Blekendorf
Tel. 04381/9009-27
Fax 04381/9009-8
cmeyer@lksh.de
Fachgebiete: Produktionsberatung Schweinehaltung, Ausbildung Schweinehaltung

Dr. Sibylle Reinecke

LVZ Futterkamp
24327 Blekendorf
Tel. 04381/9009-55
Fax 04381/9009-8
sreinecke@lksh.de
Fachgebiete: Datenverarbeitung und Auswertung Schweinehaltung

Beratung

Beratungsschwerpunkte für die Schweinehalter sind bauliche Fragestellungen, alle Haltungs- und Fütterungsthemen sowie die betriebswirtschaftlichen Auswertungen. Die Beratung erfolgt telefonisch, als Gruppenberatung in Form von Gruppenbesprechungen oder Seminaren und als Einzelberatung auf den Betrieben. Aus den Daten der Schweinespezialberatung wird jährlich der Schweinereport erstellt.

Ansprechpartner Beratung

Christian Meyer

LVZ Futterkamp
24327 Blekendorf
Tel. 04381/9009-27
Fax 04381/9009-8
cmeyer@lksh.de
Fachgebiete: Produktionsberatung Schweinehaltung, Ausbildung Schweinehaltung

Dr. Onno Burfeind

LVZ Futterkamp
24327 Blekendorf
Tel. 04381/9009-20
Fax 04381/9009-8
oburfeind@lksh.de
Fachgebiete: Fachbereichsleitung Schweinehaltung, Versuchswesen Schweinehaltung

Ole Peter Tiedje

LVZ Futterkamp
24327 Blekendorf
Tel. 04381/9009-35
Fax 04381/9009-8
otiedje@lksh.de
Fachgebiete: Produktionsberatung Schweinehaltung, Ausbildung Schweinehaltung

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