Pflanzkartoffelanerkennung

Pflanzkartoffelanerkennung

Pflanzgut darf zu gewerblichen Zwecken nur in den Verkehr gebracht werden, wenn es anerkannt ist. Die Anerkennung von Pflanzgut ist in der Pflanzkartoffelverordnung (PflKartV) geregelt, die im einzelnen alle Durchführungsbestimmungen des Anerkennungsverfahrens beinhaltet.
Das Anerkennungsverfahren bei Pflanzkartoffeln beginnt mit der Anmeldung des Vermehrungsvorhabens bei der nach Landesrecht zuständigen Behörde (Landwirtschaftskammer).
Termin für die Anmeldung ist der 15. Mai eines jeden Jahres.

Anerkennungsstelle für Schleswig-Holstein:

Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein
Anerkennungsstelle für Saat- und Pflanzgut
Grüner Kamp 15 - 17
24768 Rendsburg

Zur Anmeldung des Anerkennungsverfahrens muss ein amtlicher Bescheid darüber vorliegen, dass die für die Vermehrung beabsichtigte Fläche frei von Kartoffelzystennematoden ist. Des Weiteren hat der Antragsteller im Antrag zu erklären, dass auf den vorgesehenen Vermehrungsflächen zwei Jahre vor Antragstellung keine Kartoffeln angebaut worden sind.

Bei der Erzeugung von Pflanzkartoffeln werden verschiedene Kategorien (auch „Generationen“) unterschieden, die unterschiedliche Anforderungen an die Qualität besitzen:

Vorstufenpflanzgut
Basispflanzgut
Klasse S B/S
Klasse SE B/SE
Klasse E B/E
Zertifiziertes Pflanzgut
1. Generation Z1
2. Generation Z2

Nach Abschluss der zweimaligen Feldbesichtigung wird das Ergebnis durch die Anerkennungsstelle mitgeteilt. Entspricht der Feldbestand nicht den Anforderungen, wird der Schlag aberkannt und das Anerkennungsverfahren wird beendet.

Probenahme für die Prüfung auf Virus- und Bakterienkrankheiten.

Die Probenahme kann erst erfolgen, wenn der Bestand vollständig abgestorben ist und somit eine Spätinfektion mit Viren ausgeschlossen werden kann. Grundsätzlich schreibt die Pflanzkartoffelverordnung für die Virusprüfung eine Probe je drei Hektar vor. Für die Virusprüfung werden 105 Knollen und für die Prüfung auf Bakterielle Ringfäule und Schleimkrankheit 210 Knollen benötigt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

2002

2003

2004

2005

2006

2007

2008

2009

2010

2011

2012

2013

2014

Nordrhein-Westfalen

94

96

73

59

71

50

81

87

70

69

75

51

56

Baden-Würtemberg

530

528

563

494

452

425

370

383

355

379

380

372

341

Bayern

2624

2584

2814

2534

2561

2579

2388

2515

2391

2447

2420

2421

2404

Brandenburg

780

804

751

607

627

657

573

622

587

565

525

480

635

BRD

6030

6015

6205

5698

5717

5718

5420

5616

5413

5471

5412

15637

16295

Hessen

208

221

223

198

223

201

209

212

222

187

227

235

252

Mecklenburg-Vorp.

3560

3596

3814

3300

3362

3600

3784

3910

3658

3591

3211

3084

3173

Niedersachsen (H+OL)

6129

6109

6515

5857

5492

5551

5324

5458

5293

5404

5254

5192

5500

Sachsen

655

669

745

651

725

779

795

827

765

817

810

746

771

Sachsen-Anhalt

858

870

863

689

646

597

563

577

523

631

513

599

511

Schleswig-Holstein

1602

1692

1911

1764

1789

1819

1745

1800

1948

2029

1957

2020

2163

Thüringen

592

517

567

506

455

510

445

478

457

506

509

436

489

 

Die Ergebnisse der Prüfungen werden in Form einer amtlichen Mitteilung dem Antragsteller und dem Vermehrer mitgeteilt. Während der Auslagerung wird die „Beschaffenheitsprüfung auf weitere Knollenkrankheiten und äußere Mängel“ durchgeführt. Dazu wird eine Durchschnittsprobe von 25 kg aus dem aufbereiteten Pflanzgut gezogen und auf Fäule, Schorf und äußere Fehler (z. B. beschädigte Knollen) hin untersucht und 50 Knollen geschnitten.

Verbleibt das Pflanzgut im eigenen Betrieb, kann diese Prüfung entfallen. Das Ergebnis der Beschaffenheitsprüfung wird auf einem Protokoll erfasst und der Anerkennungsstelle zugeleitet. Diese erstellt dann den Anerkennungsbescheid, der den Abschluss des Anerkennungsverfahrens darstellt.

Pflanzgut, welches in den Verkehr gebracht wird, unterliegt auch Vorschriften für die Kennzeichnung und Verschließung. Die Kennfarbe der Etiketten, die für Basispflanzgut verwendet werden, ist weiß. Bei Zertifiziertem Pflanzgut hat das Etikett die Farbe blau.


Landwirtschaft

Ansprechpartner

Melanie Ziebell

Waldschlösschenstraße 47
25746 Heide
Tel. 0481-8509452
mziebell@lksh.de
Fachgebiete: Pflanzkartoffelanerkennung, Pflanzengesundheit


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