Kohl

Freilandgemüse Kohl

Kohl wird in Schleswig-Holstein auf einer Fläche von rund 4.000 ha angebaut. Das meiste davon steht in Dithmarschen. Dort an der Westküste befindet sich das größte zusammenhängende Kohlanbaugebiet Europas.
Beim Kohlanbau in Schleswig-Holstein dominiert der Weißkohl mit knapp 42 % Anteil an der gesamten Gemüseanbaufläche. Neben dem Weißkohl finden sich in geringerem Umfang Flächen mit Rotkohl, Wirsing- und Blumenkohl, auch Rosenkohl und weiteren Kohlarten wie Chinakohl, Brokkoli und Grünkohl sowie ferner Kohlrabi sind dabei.

Die Landwirtschaftskammer gibt wichtige Hinweise zum Anbau von Kohl, Sortenwahl, Pflanzenschutz und Düngung.

Pflanzenschutz

Pflanzenschutz ist im modernen Gemüsebau nicht zwangsläufig mit dem Einsatz chemischer Produkte gleich zu setzen. Vorrangig wird auf biologische, biotechnische, pflanzenzüchterische und kulturtechnische Maßnahmen zurückgegriffen, um den Einsatz chemischer Produkte auf das notwendige Maß unter Berücksichtigung aller gesetzlichen Vorschiften zu beschränken. Allerdings ist im intensiven Anbau der Einsatz von Herbiziden notwendig, hier reicht meist jedoch eine Einmalbehandlung aus. Anschließend kann mit der Maschinenhacke und/oder Kalkstickstoff nachreguliert werden. Pilzkrankheiten treten in den meisten Jahren im Spätsommer auf. Dabei handelt es sich insbesondere um Alternaria, Ringflecken und Weißen Rost, manchmal tritt auch Echter oder Falscher Mehltau auf.
Zu den Schädlingen zählen Kohlfliege, Kohlschabe, Mehlige Kohlblattlaus, Weiße Fliege, Schmetterlingsraupen und Tripse.

Zulassungslisten

Erläuterungen zu den Zulassungsübersichten

Kopfkohl

Bestandsführung und Anbautechnik

Ansprüche

Mittelschwerer bis schwerer Boden, nährstoffreich, neutrale bis alkalische Bodenreaktion, gute Wasserführung. Hohe Ansprüche an die Wasserversorgung.

Fruchtfolge

4-jähriger Fruchtwechsel mit Kreuzblütlern, auf sauren Böden besteht die Gefahr des Auftretens von Kohlhernie. Keine Gründüngung mit Kreuzblütlerarten. Guter Vorfruchtwert ist eigeschränkt durch späte Erntetermine.

Anbau

Anzucht: 4 bis 6 Wochen
Pflanzung: Ab der 15. bis zur 25. Woche,
Kleine Pflanzen wachsen besser an; tiefe Pflanzung!
Reihenentfernung:  60 bis 75 cm, in der Reihe: 50 bis 60 cm

  • Pflanzabstand:
    Lagerkohl, Rotkohl, Wirsing: z. B. 62,5 x 45 cm, 35.000 Pflanzen/ha
    Einschneidekohl: z. B.  62,5 x 60 cm, 26.000 Pflanzen/ha

Direktsaat ist in Schleswig-Holstein die Ausnahme.
3 Korn im Abstand von 5 cm auf Endabstand
Vereinzeln: 4-6-Blattstadium

Ernte und Lagerung

Erntezeitpunkt ab Anfang September bis November
Lagerung überwiegend in Kühllagern. Lagerung in Großkisten bei 0 bis 1 °C,  gute  Durchlüftung  ist  wichtig! Luftfeuchte über 90 % ohne Kondensierung an Wand und Decke.

Ansprechpartner Bestandsführung & Anbautechnik

Düngung

Die heutzutage erzielbaren hohen Erträge mit besonderen Qualitäten werden nur mit einer optimierten, angepassten Düngung erreicht, die auch die tatsächlichen Nährstoffentzügen einbezieht. Die Höhe der erforderlichen Düngergaben und deren Aufteilung in Grund- und Kopfdüngungen sowie der pH-Wert (Kalkung) richten sich in erster Linie nach der Kultur, dem Ertragsniveau, der N-Mineralisierung durch Ernterückstände, der Gründüngung und Humusgehalt, der Jahreszeit (Witterungsverlauf), dem Standort (Bodenart, Humusanteil, Tongehalt) und der Beschaffenheit und den Bodenuntersuchungsergebnissen.

Hier finden sich Werte zur

Nährstoffabfuhr nach Kultur und Ertrag
Düngungsempfehlungen für Gemüsekulturen
Anzurechnende Nährstoffe aus Ernteresten (in kg/ha)
Stickstoffentzug verschiedener Gemüsearten

 

Düngerbedarfsermittlung Stickstoff


Grundlage der Bemessung der Stickstoffgaben sind die sogenannten Nmin-Sollwerte. In den nachfolgenden Tabellen sind für die wichtigsten Gemüsearten die Nmin-Sollwerte aufgeführt. Sie wurden aufgrund vieler Praxisversuche ermittelt und gelten für ein normales Ertragspotenzial. Bei der Bedarfsermittlung müssen der Gehalt an Nmin im Boden und die zu erwartende Mineralisierung aus Ernterückständen vom Nmin-Sollwert abgezogen werden.
Grundsätzlich sollten Stickstoffgaben von mehr als 100 kg/ha wegen der Auswaschungsgefahr gesplittet werden. Bewährt haben sich Reihendüngerstreuer in Kombination mit Hackmaschinen. Nmin-Bodenproben sind direkt vor der Bestellung zu ziehen.

Berechnung


   Nmin-Sollwert der einzelnen Kulturen
-  Nmin-Vorrat des Bodens
+ Nmin-Wert aus Ernterückständen (Vorkultur, Gründüngung)
= zu düngende Stickstoffmenge


Landwirtschaft

Ansprechpartner

Robert Bode

Waldschlößchenstraße 47
25746 Heide
Tel. 0481/85094-53
Fax 0481/85094-49
rbode@lksh.de
Fachgebiete: Beratung Gemüsebau (Pflanzenschutz/Pflanzenbau), Ökologischer Gemüsebau, Qualitätskontrolle bei Obst und Gemüse

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Infoblatt § 22


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