Herbstdüngung 2017 in Schleswig-Holstein

Was ist bei der Herbstdüngung 2017 in Schleswig-Holstein zu beachten?

Mittlerweile ist die Düngeverordnung in Kraft getreten. Damit erlangt diese Gültigkeit, sodass einige neue Regelungen bereits ab diesem Herbst im Rahmen der Düngung beachtet werden müssen, die nun konkretisiert sind.

Unter anderem gilt es, Folgendes zu beachten:

Nach § 6 (9) Düngeverordnung 2017 dürfen nach der Hauptfruchternte auf Ackerland Düngemittel mit einem Gesamt N-Gehalt von mehr als 1,5 % Gesamt-N in der Trockenmasse bis in Höhe des N-Düngebedarfs (max. 60 kg Gesamt-N/ha oder 30 kg NH4-N/ha) bis zum 01. Oktober zu Winterraps, zu Feldfutter, Zwischenfrüchten bei einer Aussaat bis zum 15.09. und zu Wintergerste nach Wintergetreide bei einer Aussaat bis zum 01.10. ausgebracht werden.

An dieser Stelle zu beachten, dass nicht generell die besagten N-Düngemengen von 60 kg Gesamt-N/ha oder 30 kg NH4-N/ha ausgebracht werden dürfen. Nur im Falle eines Düngebedarfes, der nachgewiesen werden muss, ist der Einsatz von N-Düngemitteln in Höhe des nachgewiesenen Bedarfs zulässig. Neben der Vorfrucht ist die langjährige organische Düngung bei der Bedarfsermittlung zu beachten. Zur Ableitung eins N-Bedarfes im Herbst dient die Matrix „Kriterien zur Ermittlung des Stickstoffdüngebedarfs nach der Hauptfruchternte 2017 in Schleswig-Holstein“.

Neu ist, dass ein Düngebedarf für jeden Schlag bzw. für die Bewirtschaftungseinheit zu ermitteln ist, aber auch schriftlich zu dokumentieren ist. Der Düngebedarf muss bereits ab Herbst schriftlich nachgewiesen werden und ist bei Kontrollen vorzulegen. Für den Nachweis eines Düngebedarfs können Sie das zum Download bereit stehende „Rahmenschema für die Stickstoffbedarfsermittlung auf Ackerland nach der Hauptfruchternte 201“7 nutzen.

Die hier dargestellten Rahmenbedingungen gelten ausschließlich für den Herbst 2017 in Schleswig-Holstein. Weitere ausführliche Informationen zur Herbstdüngung finden Sie am 21.07. im Bauernblatt.

Detaillierte Regelungen zur Umsetzung der DüV werden voraussichtlich im Laufe des Jahres über die derzeit in Bearbeitung befindlichen Mustervollzugshinweise zur Umsetzung der DüV durch das Land Schleswig-Holstein konkretisiert.

Welche Neuerungen sind bereits 2017 zu beachten:

- Düngebedarfsermittlung zu Zwischenfrüchten, Feldgras, Winterraps, Wintergerste nach Getreide, Grünland

- Düngemittel mit wesentlichem Gehalt an Stickstoff (Nährstoffgehalt in der Trockenmasse > 1,5 %) dürfen zu den nachfolgend genannten Zeiten nicht aufgebracht werden:

1. auf Ackerland ab dem Zeitpunkt, ab dem die Ernte der letzten Hauptfrucht abgeschlossen ist, bis zum Ablauf des 31. Januar:

Abweichend dürfen auf Ackerland Düngemittel mit einem wesentlichen Gehalt an Stickstoff bis in Höhe des Stickstoffdüngebedarfs aufgebracht werden:

A) bis zum 1. Oktober zu Zwischenfrüchten, Winterraps und Feldfutter bei einer Aussaat bis zum 15. September oder zu Wintergerste nach Getreidevorfrucht bei einer Aussaat bis zum 1. Oktober, jedoch insgesamt nicht mehr als 30 Kilogramm Ammoniumstickstoff oder 60 Kilogramm Gesamtstickstoff je Hektar.

2. auf Grünland, Dauergrünland und auf Ackerland mit mehrjährigem Feldfutterbau bei einer Aussaat bis zum 15. Mai in der Zeit vom 1. November bis zum Ablauf des 31. Januar:

Abweichend von 1. und 2. dürfen Festmist von Huftieren oder Klauentieren oder Komposte in der Zeit vom
15. Dezember bis zum Ablauf des 15. Januar nicht aufgebracht werden.

- Gesamt-N-Einsatz über organische Dünger dokumentieren (für das Kalenderjahr 2017) um diese bei der
  N-Bedarfsermittlung für das Erntejahr 2018 zu dokumentieren

- Beginn des Bezugszeitraums zur Erstellung des Nährstoffvergleichs nach Plausibilisierter Feld-Stall-Bilanz
  ab 01. Juli 2017 bzw. 01. Januar 2018

- Gehalte der aufgebrachten Nährstoffträger an Gesamt-N, verfügbarem N oder
  Ammonium-N, Gesamt-Phosphat müssen dokumentiert werden

- Phosphatgehalte des Bodens für Schläge > 1 ha alle 6 Jahre

- Wer organische, organisch-mineralische Düngemittel, einschließlich Wirtschaftsdünger, jeweils mit wesentlichem
  Gehalt an verfügbarem Stickstoff oder Ammoniumstickstoff auf unbestelltes Ackerland aufbringt, hat diese
  unverzüglich, jedoch spätestens innerhalb von vier Stunden nach Beginn des Aufbringens einzuarbeiten.
  (Dies gilt nicht für Festmist von Huftieren oder Klauentieren, Kompost sowie organische oder organisch-
  mineralische Düngemittel mit einem festgestellten Gehalt an Trockenmasse von weniger als zwei vom Hundert).

- Bei der Breitverteilung von Mineral- oder organischen Düngemitteln muss mindestens ein Abstand von 4 m
  zwischen dem Rand der Streubreite und Böschungsoberkante eingehalten werden. Bei Nutzung einer
  Grenzstreueinrichtung oder bei Geräten, die eine platzierte Düngung ermöglichen (z. B. Injektion oder
  Schleppschuh) kann der Gewässerabstand auf mindestens 1 Meter reduziert werden. Innerhalt des 1 m
  breiten Gewässerrandstreifens darf keine Düngung, auch nicht mit platzierten Verfahren durchgeführt
  werden. Im Falle von Flächen mit erhöhter Abschwemmungsgefahr, also solche die innerhalb eines Abstandes
  von 20 m zur Böschungsoberkante von Gewässern eine Hangneigung von durchschnittlich mindestens 10 %
  aufweisen dürfen innerhalb von 5 m zur Böschungsoberkante, auch mit platzierter Geräten nicht gedüngt
  werden. In einem Bereich zwischen 5 und 20 m gelten weitere Bewirtschaftungsauflagen, die in § 5 (3) der DüV
  dokumentiert sind.

 Wir werden an dieser Stelle laufend aktualisierte Informationen bereitstellen. (Stand 11.07.2017)

 

 

 


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Dr. Lars Biernat

Grüner Kamp 15-17
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Tel. 04331/9453-353
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lbiernat@lksh.de
Fachgebiete: Düngeverordnung (DÜV), Mikronährstoffdüngung, Biogassubstrat, Düngungsversuche


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