Für wen ist das Ökokonto geeignet?

wiedervernässter Birkenbruchwald

Eingreifer

Hat ein Eingreifer nicht die Möglichkeit am Ort seines Eingriffes den entsprechenden Ausgleich herzustellen, so bietet das LNatSchG die Möglichkeit, diesen Ausgleich auch anderen Ortes zu schaffen. Hierzu kann der Eingreifer entweder eigene Flächen nutzen oder aber eine Fläche ankaufen, um dann die geforderte ökologische Maßnahme durchzuführen. Eine dritte Möglichkeit bietet das sogenannte Ökokonto. Hierbei bieten Eigentümer von land- und forstwirtschaftlichen Flächen auf eigenen Flächen Maßnahmen zur ökologischen Aufwertung an. Potenzielle Eingreifer können sich ihrer Ausgleichsverpflichtung entledigen, indem sie die entsprechenden Maßnahmen aus solchen Ökokonten „abkaufen“.

In Schleswig-Holstein wird in der Bemessung einer Ausgleichsverpflichtung die Einheit Fläche verwendet indem die auszugleichende Maßnahme vom Flächenumfang her in einem bestimmten Verhältnis zur Fläche des Eingriffes festgelegt wird. Die Bewertungseinheit in einem Ökokonto ist der Ökopunkt, der einer Flächengröße von 1 qm entspricht.

Flächeneigentümer

Ein Ökokonto kann auf allen Flächen entstehen, die ökologisch aufwertbar sind. Das heißt, es muss durch die durchzuführenden Maßnahmen ein Vorteil für die Natur ersichtlich sein. Flächen, die bereits naturnah gestaltet sind, bei denen keine ökologische Verbesserung mehr herbeigeführt werden kann, sind nicht geeignet. Das Ökokonto soll den Flächendruck in der Landwirtschaft mindern helfen und somit nicht auf landwirtschaftlich hochwertigen Flächen durchgeführt werden. Geeignet sind vor allem Flächen, die in ihrer Nutzung ohne allzu starke Einbußen extensiviert werden können oder Flächen, die vollständig aus der Nutzung genommen werden sollen. Das Ökokonto stellt
auch eine gute Alternative zum Verkauf einer Fläche dar, weil die Kosten für die Maßnahmen und der Wertverlust des Bodens gemeinsam entschädigt werden.

Beispiel Flächenbedarf

Eine Baumaßnahme versiegelt 5.000 m² einer Feuchtwiese. Dieser Eingriff ist im Verhältnis 1:1 auszugleichen. Somit hat der Eingreifer eine Feuchtwiese in Größe von 5.000 m² neu zu schaffen. Er findet ein Ökokonto, das eine solche Maßnahme (Wiedervernässung einer bislang drainierten Grünlandfläche) anbietet. Er benötigt demnach 5.000 Ökopunkte und verhandelt mit dem Ökokonto-Inhaber über den von ihm zu zahlenden Preis je Ökopunkt.


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